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Sigmar Gabriel zum Präsidentschaftskandidaten Gauck

"Eine große Chance für einen Neuanfang"

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22. February 2012 • 18:49 Antworten

Rolf Schaller

mit der Nominierung von Joachim Gauck hat die SPD (fast) allen Bundesbürgern einen Bärendienst erwiesen. JG ist ein scheinheiligen reaktionären und antisozialen Moralapostel und ein Vertreter derer, die die Massen kleinhalten wollen. Wer Sarrazin unterstützt und die Occupy-Bewegung als unsäglich albern bezeichnet, ist ein Spalter und Büttel der Eliten. Die Zeit wird es ans Licht bringen und die Wähler werden JG der SPD ankreiden. Ein weitere Meilenstein auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit als soziale Volkspartei. mfg RS

22. February 2012 • 11:17 Antworten
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Guenter

Neuanfang, ich habe mich gefragt, ob die SPD vorbereitet ist für Neuwahlen. Wir standen kurz vor einem Ende dieser Regierung. Was hätte die SPD gemacht? Wäre sie in eine große Koalition eingetreten? Mit welchen Forderungen? Hätte sie eine große Koaliton platzen lassen, wenn es keinen Mindestlohn gegeben hätte bei Koalitionsverhandlungen. Hätte sie uns wieder verraten. Wir wissen immer noch nicht, wie die SPD zu einer Kindergrundsicherung steht und zu einer Grund- oder Garantierente und zu welchen Bedingungen. Wir wissen immer noch nicht, wie die SPD sich zu Hartz IV positioniert, ob sie weiterhin für Sanktionen gegen Menschen ist unter das Existenzminimum, wenn sie eine fremdbestimmte (weit unter ihrer Qualifikation liegende) Arbeit nicht annehmen wollen, wenn sie wie viele (auch in Erwerbsarbeit) ein Problem mit Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit haben und ob sie die Menschen Sachbearbeiter_innen ausliefert, die (mit Lust und) aus persönlicher Machtausübung oder Meinung Menschen sanktionieren (siehe Gerichtsurteile)

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Jochen Wiemken

Lieber Günter, ich will mich nicht an irgendwelchen Spekulationen beteiligen. Du hast jedoch nach der Position der SPD gefragt. Im Dezember gab es einen dreitägigen Parteitag, bei dem die Delegierten zu fast allen relevanten politischen Themenbereichen Beschlüsse gefasst haben. Du findest diese unter: http://www.spd.de/aktuelles/Parteitag_2011/21424/beschluesse_bpt_2011.html Wenn Du dir die Mühe machst, und diese durchliest, haben sich zahlreiche Fragen erledigt - und Spekulationen erübrigt. By the way: Natürlich befassen wir uns auch weiterhin mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung unseres Landes und Europas. Wir reden über faire Löhne und die Gefahr der wachsenden Altersarmut. Alle diese Fragen wollen wir unter möglichst großer Beteiligung der Bevölkerung beantworten. Zum ersten Mal in ihrer 149 jährigen Geschichte wird die SPD ihr Regierungsprogramm für die Bundestagswahl 2013 im Rahmen einer Volksbeteiligung aufstellen. Wir werden unsere Ideen direkt mit allen interessierten Bürgern diskutieren. Im Internet genauso wie in Straßenbefragungen, oder Bürgerversammlungen. Und am Ende werden wir alle Menschen zu  einem Bürgerparteitag einladen, auf dem wir das Regierungsprogramm vorstellen. Beste Grüße, Jochen Wiemken

Guenter

"the page does not exist" na super

Jochen Wiemken

Guckst Du hier. ;o) http://www.spd.de/aktuelles/Parteitag_2011/21424/beschluesse_bpt_2011.html

21. February 2012 • 19:02 Antworten

eichel

Der Vorschlag , Herrn Gauck zu wählen, war zunächst parteipolitisch klug,denn er hat die Union regelrecht vorgeführt und Frau Merkel ihre Grenzen gezeigt.Die SPD hat damit mit Sicherheit viele Unionswähler für sich gewinnen können, die mit der arroganten Art von Frau Merkel und dem jetzigen Gezänk nicht einverstanden sind. Herr Gauck bringt eine eindrucksvolle Lebensgeschichte mit und wird mit dazu beitragen, dass Ossis und Wessis weiter zusammenwachsen. Jemand, der sich so eindrucksvoll für die Freiheit in einem Unrechtsstaat eingesetzt hat und mutig seine Position vertritt, verdient allemal ein solches Amt. Wir brauchen keinen Kandidaten, der nur darauf bedacht ist, es bei seinen Reden allen Recht zu machen und sich keine Blöße zu geben.Auch die Union wird bei Gauck manches unbequeme schlucken müssen und das ist gut so. Darum Danke Herr Gabriel und co. für die klare Positionierung. 70 Prozent der Bevölkerung stehen dahinter und die sind nicht alle blöd.

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Kornmann

Hallo Eichel, sicher brauchen wir keinen Ja-Sager, der es ALLEN recht machen will. Aber einen vorsätzlichen Spalter brauchen wir m.E. auch nicht. Und wo sind seine eindrucksvollen Verdienste für die Freiheit und gegen Unrecht. In der DDR schon priviligiert ... sprang er später auf den bereits fahrenden Zug der Bürgerrechtsbewegung, als die Stasi schon machtlos war. Mit seiner totalen Verteufelung der DDR-Geschichte wird er sicher nicht allzubald das Zusammenwachsen von Ost und West befördern. Und hat Gauck schon mal was gegen Unrecht im heutigen Deutschland getan? Von seiner fehlenden (christlichen) Nächstenliebe ganz zuschweigen. Ein Herr Töpfer von der CDU zB wäre mir da beispielsweise viel lieber gewesen, der scheint mir wesentlich klüger und verantwortungsvoller zu sein. Herr Gauck dagegen hätte von seiner Art (nicht vom Inhalt!!)her ganz gut in die Altherrenriege SED-Bonzen gepasst, die da auch meinten, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und die einzige Wahrheit zu kennen.... Gruß

21. February 2012 • 14:50 Antworten

Jochen Wiemken

Auf unserer Facebookseite wie auch hier werden viele überspitzt formulierte (Vor)urteile über Joachim Gauck geschrieben, mit dem Hinweis, dieser Mann sei als Bundespräsident untragbar. So schreiben einige, Gauck * finde die Occupy-Bewegung und Bankenkritik “unsäglich albern” * Gauck befürworte die Vorratsdatenspeicherung * Gauck bezeichnete Hartz4-Proteste als töricht und unangemessen, und sei daher “Ein Theologe der Herzlosigkeit” * und zuletzt, Gauck sei ein Sarrazin-Fan. Das Ganze basiert auf verkürzt widergegebenen Zitaten, aus dem Zusammenhang gerissen. Sascha Lobo schreibt dazu in seinem Artikel "Verzerrte Zitate – Gauck und die Stille Post im Netz" auf spiegel.de treffend: _"Die Zitatfixierung in den sozialen Medien nimmt mit der Beschleunigung zu. Und das ist ein Problem, genauer gesagt: ein Problem bei unsachgemäßem Gebrauch des Internets. Denn die vorderste Eigenschaft des Zitats ist die Herauslösung aus einem Kontext – und wenn man diese Verkürzung nicht ständig mitdenkt, gelangt man schnell zu falschen Schlüssen, absichtlich oder unabsichtlich. Das verkürzte Zitat wird in einen anreichernden Satz eingebaut, um ein paar Deutungen ergänzt und steht wenig später frisch angespitzt zur Wiederzitation bereit."_ Siehe auch: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,816601,00.html Wer sich mit den obigen (Vor)urteilen und ihrem Wahrheitsgehalt beschäftigen möchte, dem empfehle ich folgende sehr aufschlussreiche Lektüre: "Gauck in der Filterbubble oder wie wir lernten den Kontext zu ignorieren" von Patrick Breitenbach unter http://blog.karlshochschule.de/2012/02/20/gauck-in-der-filterbubble-oder-wie-wir-lernten-den-kontext-zu-ignorieren/ Beste Grüße, Jochen Wiemken

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Guenter

Das ist die Beschwichtigungsschreibweise wie bei der Agenda 2010 "wir haben die Menschen aus der Sozialhilfe geholt", was sind wir doch für tolle Kerle Hier die Aussagen des Herrn Gauck in einem INTERVIEW und nicht aus dem Zusammenhang gerissen. http://www.sueddeutsche.de/politik/gauck-gespraech-von-die-leute-muessen-aus-der-haengematte-aufstehen-1.1288292

Garfield

Herr Gauck hat nun einmal das in der Öffentlichkeit gesagt, was er denkt und das kann jeder nachlesen, wie z.B. heute (21.02.2012) unter Zeit-Online im Artikel "Der konservative Störenfried". Darin heißt es:"..Seine Erfahrungen mit dem Sozialismus bestimmen auch seine Haltung zur Marktwirtschaft. Deshalb bezeichnete er die kapitalismuskritische Occupy-Bewegung auf einer ZEIT-Matinee als "unsäglich albern" und prophezeite: "Das wird schnell verebben." Was ihm nun in Internetforen und sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter wütend entgegengehalten wird und manche bei SPD und Grünen von ihm abrücken lässt. Doch Gauck kannte in der DDR das verstaatlichte Bankwesen ("Ich habe in einem Land gelebt, in dem die Banken besetzt waren.") Darum kann er Demonstranten, die Banken und Börsen belagern, nichts abgewinnen – und seien sie noch so guter Überzeugung. ... In der Tat hält er die Sozialreformen von Rot-Grün bis heute für richtig, er lobt ausdrücklich den "Mut" von Gerhard Schröder. So wie er ja selber die Bürger ermuntern möchte zur Mündigkeit, sich selbst zu helfen. Da ist der neue Präsident viel näher bei Schröder und der jetzigen Regierung als bei deren linken Kritikern. In den Augen von Erwerbslosen und Sozialverbänden steht er damit auf der falschen Seite. Und auch Sozialdemokraten und Grünen wird er es nicht leicht machen, wenn die 2013 mit der Hauptparole "Soziale Gerechtigkeit" in den Wahlkampf ziehen werden, um die Erinnerung an ihre eigene Reformpolitik vergessen zu machen..." Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-02/gauck-konservativ/seite-1 Hier kann jeder in voller Länge im Zeitverlag nachlesen, was Herr Gauck am 16.10.2011 öffentlich gesagt hat: http://www.zeitverlag.de/pressemitteilungen/joachim-gauck-antikapitalismusdebatte-ist-unsaglich-albern/ Zitat:"..Joachim Gauck sagte bei der ZEIT MATINEE in den Hamburger Kammerspielen, dass er die Antikapitalismusdebatte für „unsäglich albern“ halte: Der Pastor, Politiker und Publizist betonte bei der Veranstaltung der Wochenzeitung DIE ZEIT, dass der Traum von einer Welt, in der man sich der Bindung von Märkten entledigen könne, eine romantische Vorstellung sei. Zu glauben, dass wenn man das Kapital besiege, die Entfremdung vorbei und dann alles schön sei, sei ein Irrtum. Die aktuellen Bürgerproteste gegen die Banken und das Finanzsystem würden sich nicht zu einer dauerhaften Protestbewegung entwickeln. „Das wird schnell verebben“, so Gauck. „Ich habe in einem Land gelebt, in dem die Banken besetzt waren.” Gauck fragte, ob es nicht zweifelhaft sei, zu glauben, dass unsere Einlagen sicherer wären, wenn die Politiker in der Finanzwirtschaft das Sagen hätten. Mit Blick auf die Proteste beim Bahnprojekt Stuttgart 21 warnte Gauck vor einer Protestkultur, „die aufflammt, wenn es um den eigenen Vorgarten geht“. Die deutsche Neigung zu Hysterie und Angst nannte er „abscheulich“. Im Gespräch mit ZEIT-Herausgeber Josef Joffe und Redakteur Jochen Bittner forderte Gauck von der Politik mehr Rationalität und eine stärkere Sachdebatte. Man könne wichtige politische Entscheidungen, wie etwa den Ausstieg aus der Kernkraft, nicht von der Gefühlslage der Nation abhängig machen. Genau das aber tue die Regierung Merkel, weil die Furcht vor der nächsten Wahlniederlage das politische Handeln dominiere. „Ich fürchte mich vor einem modernen Politikertyp, der völlig auf Inhalte verzichtet“, so Gauck. Gauck äußerte sich auch zu dem Führungsstil von Angela Merkel: „Mir gefällt ihre Nüchternheit, sie hat nicht diese Gockelhaftigkeit wie viele ihrer männlichen Kollegen.“ Aber ihm fehle bei der Kanzlerin die Erkennbarkeit. „Ich respektiere sie, aber ich kann sie nicht richtig erkennen.“ Man müsse klar für das stehen, was man vertritt." Auf Grund des Volltextes kann sich nun jeder selbst seine Gedanken machen!

Otla Pinnow

Lassen Sie es gut sein, Herr Wiemken, hat keinen Sinn. Auf den Vorwurf, es handle sich nur um aus dem Zusammenhang gerissene Zitate, hat die 'Internet-Gemeinde' längst mit dem Verlinken vollständiger Texte, Reden und Talkshowbeiträge geantwortet. Ergebnis: er ist noch viel schlimmer.

21. February 2012 • 11:20 Antworten

80021450

Also ich glaube wir sind uns doch in einem Punkt einig: Gauck ist die falsche Wahl! Ich habe mit meheren in der SPD-Basis darüber gesprochen und auch mit Wählern von rot-grün. Und die meisten vertreten eben die Meinung, dass er zwar ein respektabler Mensch ist, aber als Bundespräsident völlig ungeeignet ist. Witzig ist, dass Andrea, Sigmar, Claudia Roth und Cem Özdemir sich freuen und noch lachen, aber mit Herrn Gauck werden sie alle noch sehr viel freude haben. Ich jedenfalls wünsche mir jetzt schon Herrn Wulff zurück und hätte lieber einen Bundespräsident mit CDU-Parteibuch (Töpfer) als Gauck.