Entgeltgleichheit
04. October 2012 - Christine Kroke"Gleiche Bezahlung endlich durchsetzen"
Gleicher Job – gleiches Gehalt! Doch die Realität sieht ganz anders aus. Vor allem in Führungspositionen verdienen Frauen deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Laut Statistischem Bundesamt ist ihr Gehalt mit 27,64 Euro Bruttostundenverdienst rund 30 Prozent geringer als das ihrer männlichen Kollegen.
„Wir brauchen dringend eine gesetzliche Regelung. Die bisher freiwilligen Vereinbarungen, waren so gut wie wirkungslos.“, fordert die SPD-Fraktionsvize und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, Elke Ferner. Deshalb wolle die SPD ein Entgeltgleichheitsgesetz, das diese Forderungen auch umsetzen kann.
Von der Führungsetage bis zum Handwerk
Wie das Statistische Bundesamt auf Basis der Verdienststrukturerhebung 2010 ermittelte, gibt es auch bei anderen Berufsgruppen große Verdienstunterschiede. Die Gehaltsschere zwischen Frau und Mann, der sogenannte „Gender Pay Gap“, war demnach bei Technikern mit 30 Prozent und akademischen Berufen mit 28 Prozent ähnlich hoch wie der Verdienstunterschied bei Führungskräften. Auch im Handwerk ist der Entgeltunterschied mit 25 Prozent überdurchschnittlich hoch. Die geringste Differenz gibt es bei Bürokräften. Hier liegt die Gehaltsschere zwischen Männer und Frauen bei 4 Prozent.
Um die Missstände zu beheben, will die SPD nicht nur eine gesetzliche Regelung zur Entgeltgleichheit sondern auch die Unternehmen zu mehr Transparenz verpflichten. „Wir wollen die Betriebsräte bei der Offenlegung von ungleichen Löhnen stärken und zusätzlich Diskriminierungschecks einführen“, sagt die SPD-Politikerin.
Je älter, desto größer der Entgeltunterschied
Die alle vier Jahre durchgeführte Verdienststrukturerhebung erlaubt eine detaillierte Auswertung des „Gender Pay Gap“ nicht nur nach dem Beruf, sondern auch nach anderen statistischen Merkmalen der Beschäftigten, wie zum Beispiel dem Alter. Demnach erhöht sich der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern mit steigendem Alter. Für 24-jährige und jüngere beträgt er nur 2 Prozent. In der Altersgruppe der 25- bis 34- jährigen sind es 11 Prozent. Während der „Gender Pay Gap“ bei 35- bis 44-jährigen bereits bei 24 Prozent liegt, ist er in der Gruppe der 55- bis 64-jährigen mit 28 Prozent am größten.
Regierung muss endlich handeln
Elke Ferner erneuerte ihren Appell an die Bundesregierung, die Unternehmen endlich in die Pflicht zu nehmen. „Die Zahlen machen deutlich: Unternehmen müssen sich weiter öffnen und das nicht zuletzt gegenüber der Lebensrealität von Frauen. Bislang prägten zumeist die Lebensrealitäten der Männer die Norm in den Führungsetagen. Erste positive Entwicklungen auf den unteren und mittleren Ebenen sollten dabei verstärkt werden“, fordert die SPD-Fraktionsvize.