Themenwochen "Jugend und Bildung"
09. October 2012 - Maurizio Andreas CavaliereGleiche Bildungs-Chancen für alle
Schul-Mittagessen, die Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen, mangelnde Chancengleichheit, Studienfinanzierung, Ausbildungsvergütung und Missbrauch von Praktika. Das waren nur einige der Themen, denen sich der Juso-Bundesvorsitzende am Montag im Bürger-Dialog-Chat auf SPD.de stellte.
Skandale, wie der um das verdorbene Schul-Mittagessen unlängst, sind ohne ein gesellschaftliches Umdenken nicht zu verhindern: „Solange immer alle fordern, dass das Essen so günstig wie möglich sein muss, kann es zu solchen Skandalen kommen“, ist Sascha Vogt, der Vorsitzender der Jusos in der SPD überzeugt. Anbieter, die stärker auf regionale und ökologisch angebaute Produkte setzen, seien in der Regel jedoch etwas teurer. Darüber hinaus seien auch die staatlichen Stellen gefordert, ihren Kontrollpflichten nachzukommen.
Missbrauch von Praktika stoppen
„Die SPD lehnt Praktika nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung generell ab“, antwortete Vogt auf eine Frage des Users „Kid Koala“. Er wollte wissen, wie er für seine Zukunft planen könne, wenn er „von Praktikum zu Praktikum“ durchgereicht werde. Auch für alle anderen Praktika wolle die SPD klare Regelungen, wie etwa die Befristung auf maximal drei Monate oder eine angemessene Vergütung.
Ausbildungsplatzumlage bleibt auf der Agenda
Eine Mindestausbildungsvergütung fordert Vogt, damit Auszubildende sich ihren Lebensunterhalt finanzieren können: „Es ist ein Skandal, dass die Höhe der Ausbildungsvergütungen von Beruf zu Beruf so enorm auseinander liegen.“ Um dem Ausbildungsplatzmangel zu begegnen, bleibe für die Jusos darüber hinaus eine Ausbildungsplatzumlage auf der Agenda. Die Unternehmen sieht Vogt in der Pflicht, Ausbildungsplätze in ausreichender Anzahl anzubieten. Der Ausbildungspakt habe nie funktioniert. In Branchen, in denen nicht genügend Ausbildungsplätze angeboten werden, sollen Betriebe, die nicht ausbilden, an den Ausbildungskosten der auszubildenden Betriebe beteiligt werden.
Bessere Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen
Für User „Matti“ bedeuten die unterschiedlichen Schulsysteme in den 16 Bundesländern eine ungleiche Verteilung der Bildungschancen. Sascha Vogt versprach ihm, dass sich die SPD für die bessere Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen einsetzen und gemeinsame Bildungsstandards einführen werde. Immer wieder bemängelten die Chatteilnehmer die mangelhafte Chancengleichheit des deutschen Bildungsssystems. Ihnen gab Vogt Recht: „Kinder aus reicheren Familien haben viel bessere Chancen als Kinder aus nicht so reichen Familien. Das habe nicht nur mit einer Unterfinanzierung des Bildungssystems zu tun, sondern auch viel mit den Strukturen, die es zu verändern gilt.
Bildungsystem in zehn Jahren
Und wie stellt sich der Juso-Vorsitzende das Bildungssystem in zehn Jahren vor? Es gibt flächendeckende, frühkindliche Bildung für alle, die Finanzierung der Schulen und Hochschulen ist verbessert, niemand verlässt die Schule mehr ohne Abschluss und es gibt endlich Chancengleichheit. Bis die Bildungschancen tatsächlich nicht mehr von der Herkunft abhängen, gibt es allerdings noch viel zu tun. Sascha Vogt und die Jusos werden dafür kämpfen, das ist sicher.