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EU erhält Friedensnobelpreis
12. October 2012 - Jochen Wiemken

"Starkes Signal in schwierigen Zeiten!"

Friedensnobelpreis: Ein Preis für alle Europäer (Foto: dpa)

Der Friedensnobelpreis geht an die Europäische Union. Das hat das Nobel-Komitee am Freitag entschieden. „Dieser Nobelpreis ist ein Preis für alle EU-Bürgerinnen und Bürger“, freut sich der Präsident des Europaparlaments Martin Schulz. Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sagte, die Auszeichnung sei ermutigend und beflügelnd. 

Mitten in ihrer größten Bewährungsprobe ist die Europäische Union (EU) mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. „Sehr berührt und geehrt“ zeigte sich EU-Parlamentspräsident Martin Schulz nach Bekanntgabe der Entscheidung. Die Europäische Union habe den europäischen Kontinent friedlich vereint und aus ehemaligen Erzfeinden Freunde gemacht. Schulz: „Diese historische Leistung ist zu Recht preiswürdig.“ 

Steinbrück: Ermutigend und beflügelnd 

Den Beitrag der EU zur Sicherung des Friedens in Europa würdigte auch der künftige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Die Auszeichnung sei nicht nur ermutigend und beflügelnd. Sie erinnere vor allem daran, dass Europa seit 60 Jahren in Frieden und – angesichts der jahrhundertelangen Kriege zuvor – „im politischen Ausnahmezustand“ lebe. „Dies ist das eigentliche Signal dieses Preises.“

Der Fortbestand dieses Zustands habe seinen Preis, den gerade Deutschland als bevölkerungsreichstes und wirtschaftlich stärkstes Land zahlen müsse. Steinbrück kritisierte bei einer Diskussion über die Zukunft Europas „kleinkarierte Debatten“ um eine Transfer- und Haftungsunion. „Wir sind drin. Und es wird Zeit, dass wir das den Menschen sagen.“



Europa dürfe nicht nur auf die Währungsunion oder andere ökonomischen Institutionen reduziert werden, sagte Steinbrück. Wichtig sei es, den Menschen die europäischen Traditionen des Rechts- und Sozialstaats und der kulturellen Vielfalt deutlich zu machen. Damit könne auch „rechtspopulistischen dumpfbackigen Parolen“ begegnet werden.

Gabriel: Ein Aufruf an alle Europäer 

SPD-Chef Sigmar Gabriel sieht in der Entscheidung des Nobel-Komitees „ein starkes Signal in einer schwierigen Zeit“. Die Auszeichnung sei zugleich auch „ein Aufruf an uns alle, noch mehr Mut zur europäischen Gemeinsamkeit zu haben und noch stärker auf die gemeinsame politische Kraft des geeinten Europas zu bauen.“ Er mahnte, die langfristigen gemeinsamen europäischen Interessen nicht dem „kurzfristigen nationalen Kalkül“ unterzuordnen.

Als älteste Europa-Partei Deutschlands wolle die SPD den Schwung, der von dieser Entscheidung aus geht, dafür nutzen, Europa in Zeiten der Krise weiter zu stärken. „Unser Ziel ist ein demokratisches und soziales Europa als eine starke gemeinsame Interessenvertretung der Europäerinnen und Europäer und als Friedensmacht in der Welt“, betonte Gabriel.

Der SPD-Vorsitzende betonte, die Auszeichnung sei ein "Nobelpreis für Europa!". Es wäre angemessen, wenn der Preis "nicht von einem Technokraten aus der Kommission entgegengenommen würde, sondern von einem glaubwürdigen Repräsentanten des demokratischen Europa - vom Präsidenten des Europäischen Parlaments. Martin Schulz ist der Repräsentant der Bürger und Bürgerinnen Europas."

Die mit 930.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel in Oslo überreicht.

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15. October 2012 • 17:29 Antworten
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Guenter

Was für anti-europäische, nationalistische Töne Es geht um Frieden, um den Friedensnobelpreis. Es läßt sich doch nicht leugnen, dass die europäische Einigung Frieden gebracht hat und viele Länder in die EU streben. Frieden ist doch wohl das höchste Gut, oder? Dann lese ich hier sogar von Steinbrück, dass sich Europa nicht nur auf die Währungsunion und ökonomische Institutionen reduzieren läßt. Er betont den Rechts-, den Sozialstaat und die kulturelle Vielfalt. Ich hoffe nur, er redet nicht nur davon. Und Garfield wenn du schreibst, "wir" werden bei einer Volksabstimmung keinem Bundesstaat zustimmen, dann meinst du zumindest nicht mich, denn "ich" würde Ein Schleswig Holsteiner ist vielleicht einem Dänen näher als einem Bayern, einem Badenser dem Elsässer, den Saarländern die Lothringer. Und ICH lasse Menschen nicht im Stich, ICH helfe ihnen.

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Hallo @ Guenter ! Ich lese hier keine anti-europäische, nat......Töne Es ist mehr die Sorge, wie die Politik (EU) die Gestaltung Europas mit vielen handwerklichen Fehlern vergeigt hat ! Alles braucht seine ZEIT !!! Nur dann ist die EU-Gemeinschaft nachhaltig und wertvoll (kulturell) für alle. Wie ist die Stimmung u.a. in Südeuropa in Richtung Deutschland ? Es ging leider fast ausschließlich bisher, so mein Eindruck, um Währungsunion und ökonomische Institutionen ("fragwürdige ELITEN")! Mit dieser politischen Leistung entzweit uns der EURO eher, statt uns (EU) zu festigen. Von einem Bundesstaat sind wir (EU) viele,viele Jahre entfernt ! Der Bundesstaat (auch der EURO) hätte als Krönung der geleisteten serösen EU-Arbeit dienen sollen/müssen ! Frieden da stimm ich Dir zu, ein sehr hohes kostbares GUT !!!! Deswegen die Beiträge ! So verstehe ich diese.

14. October 2012 • 10:49 Antworten
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Gelöschter Nutzer

Zitat: "Starkes Signal in schwierigen Zeiten!" Wer hat die schwierigen Zeiten verursacht ! Eure Aufrufe werden mehr und mehr verpuffen, warum wohl ? An @ Garfield , gute Beiträge !!!

13. October 2012 • 09:14 Antworten

Garfield

Sehr geehrter Herr Gabriel, auch der (für mich lächerliche) Nobelpreis für die EU ändert absolut nichts daran, das viele Menschen keine EU für die Finanzelite wollen, mit der eine Politik gegen ihre Souveränität (Selbstbestimmung!) betrieben wird (wie jeder in mehreren EU-Ländern sehen kann)! Herr Schulz ist auch KEIN glaubwürdiger Repräsentant eines demokratischen Europas, wie bereits Karlsruhe am 30.06.2009 entschieden hat: "..Das Europäische Parlament ist weder in seiner Zusammensetzung noch im europäischen Kompetenzgefüge dafür hinreichend gerüstet, repräsentative und zurechenbare Mehrheitsentscheidungen als einheitliche politische Leitentscheidungen zu treffen. Es ist gemessen an staatlichen Demokratieanforderungen nicht gleichheitsgerecht gewählt und innerhalb des supranationalen Interessenausgleichs zwischen den Staaten nicht zu maßgeblichen politischen Leitentscheidungen berufen. Es kann deshalb auch nicht eine parlamentarische Regierung tragen und sich im Regierungs-Oppositions-Schema parteipolitisch so organisieren, dass eine Richtungsentscheidung europäischer Wähler politisch bestimmend zur Wirkung gelangen könnte..." Da Sie diese Entscheidung kennen, kann ich Ihre Auffassung NICHT nachvollziehen und betrachte Herrn Schulz auch nicht als meinen Vertreter, der dazu gar keine demokratische Legitimation hat! Herr Schulz kann als deutscher SPD-Politiker lediglich die 5.472.566 Wähler vertreten, die bei der Europawahl 2009 hier die SPD gewählt haben!

13. October 2012 • 08:55 Antworten

Garfield

Zitat. "Der Fortbestand dieses Zustands habe seinen Preis, den gerade Deutschland als bevölkerungsreichstes und wirtschaftlich stärkstes Land zahlen müsse. Steinbrück kritisierte bei einer Diskussion über die Zukunft Europas „kleinkarierte Debatten“ um eine Transfer- und Haftungsunion." Was hat denn der vorprogrammierte Crash des Zinssystems (die verzockten über 18 Bio. Euro durch europ. Banken bzw. dessen Aktionäre) mit dem Frieden zwischen den europ. Völkern zu tun? Kleinkariert? Wissen Sie noch, was Sie am 08.09.2009 im Bundestag zugestimmt haben, Herr Steinbrück? Wissen Sie, das: "Für den Beitritt zu einem europäischen Bundesstaat wäre in Deutschland eine Verfassungsneuschöpfung notwendig, mit der ein erklärter Verzicht auf die vom Grundgesetz gesicherte souveräne Staatlichkeit einherginge."? Tatsache ist, das wir bis dato in einem Staatenverbund leben und somit ausländische Staaten und Banken SELBST für ihre Schulden zahlen müssen! Wir sind NICHT in einem Bundesstaat, Herr Steinbrück, denn dazu fehlt ihnen die demokratische Legitimation durch eine positive Volksabstimmung, die sie von uns NIEMALS bekommen werden! Wir sind gegen eine EU für die Finanzelite, für das auch SIE offensichtlich eintreten! So eine EU wird es nicht geben, eher gibt eine bald eine neue nationale Verfassung (siehe Art. 146 GG)!