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Sigmar Gabriel über das Regierungschaos
14. October 2012 - Jochen Wiemken

„Schwarz-Gelb ist ein Desaster“

Nichts läuft rund in der Koalition. Ob beim Betreuungsgeld, der Praxisgebühr oder der Energiewende. Es ruckelt gewaltig bei Schwarz-Gelb. (Foto: dpa)

Die SPD will das soziale Gleichgewicht in Deutschland wiederherstellen. Bei der Bundestagswahl 2013 gehe es um unterschiedliche Richtungen, sagt der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel gegenüber „Spiegel online“ am Sonntag. “Merkel will eine marktkonforme Demokratie. Wir wollen einen demokratiekonformen Markt.“ Scharf kritisiert er das Regierungschaos.

„Wir werden Deutschland nicht zurück in ein soziales Gleichgewicht bekommen, wenn es uns nicht gelingt, das Kernproblem Deutschlands und Europas zu lösen: Nämlich, dass die Finanzmärkte derzeit die Politik diktieren und wir nicht mehr Herr im eigenen Hause sind“, so Gabriel im Interview mit dem Nachrichtenportal. Das sei der Hauptgrund, weshalb Peer Steinbrück der richtige SPD-Kanzlerkandidat ist.

„Regierung macht permanent 180-Grad-Wendungen“

Scharf kritisiert der SPD-Chef, dass die derzeitige Bundesregierung aus CDU, CSU und FDP die dringendsten Herausforderungen in Deutschland nicht angeht – etwa die Energiewende.

Sigmar Gabriel
SPD-Chef Sigmar Gabriel: "Diese Regierung ist ohne klare Richtung." (Foto: dpa)
Gabriel: „Schwarz-Gelb ist ein Desaster. Das, was Umweltminister Altmaier gerade in der Energiewende veranstaltet, ist absurd. Er ist ein Regierungssimulant. Zwei Jahre, nachdem die Union ihre zweite Energiewende vollzogen hat, macht er eine Volkshochschule auf, nennt sie Bundesumweltministerium und fragt: was wollen wir jetzt so machen? Hier eine Arbeitsgruppe, da ein Gesprächskreis. Das ist schon ein starkes Stück.“

Gabriel wirft Merkel vor, in der Europapolitik zu viele Volten und Pirouetten gedreht zu haben, was Glaubwürdigkeit gekostet, Märkte irritiert und Partnerländer verstört habe. „Erst wollte Merkel den Griechen keinen Cent geben. Jetzt, nach ihrem Besuch in Athen, ist alles Friede, Freude, Eierkuchen.“

Das Fazit des SPD-Vorsitzenden: „Merkel hat eine Regierung, die nicht regiert, sondern permanent 180-Grad-Wendungen macht.“

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26. October 2012 • 16:56 Antworten

URS SLY

Ost- und Westrenten werden vorerst nicht angeglichen Union und FDP wollen offenbar ihr Wahlversprechen einer Rentenangleichung in Ost und West bis 2013 doch nicht einlösen. Die im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP verabredete Angleichung werde bis zur Bundestagswahl 2013 nicht mehr auf den Weg gebracht, sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Bergner (CDU), der Mitteldeutschen Zeitung. Diese Position finde sich auch im Bericht zur Deutschen Einheit wieder, der vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll. Meine Frage lautet, wie steht die SPD dazu?

15. October 2012 • 11:07 Antworten

Garfield

Sehr geehrter Herr Gabriel, als die SPD das letzte mal an oder mit an der Regierung war (1998-2009), hat sie in 11 Jahren realer SPD-Politik das soziale Gleichgewicht in D. mit der Agenda 2010 bis dato so zerstört, das dadurch viele SPD-Mitglieder ausgetreten sind, die SPD bei der letzten BT-Wahl 2009 mit Herrn Steinmeyer als Kandidaten auf 23 Prozent abgestürzt ist und eine Partei links neben der SPD entstanden ist. Diese "Leistung" hätten schwarz-gelb allein nie geschafft! Tatsache ist auch, das die SPD die einseitige neoliberale Politik zugunsten der Finanzelite unterstützt, wie die Zustimmung zum ESM-Vertrag, Fiskalpakt, usw. zeigen! Damit ist für mich klar, das die Wahlergebnisse der SPD weiterhin unter 30 Prozent bleiben werden, da viele keine neoliberale SPD-Politik unterstützen wollen, was jedoch offensichtlich der SPD-Führung egal ist, denn ansonsten hätten sie längst wieder den erfolgreichen SPD-Kurs eingeschlagen, der 1998 von Seeheimer Kreis verlassen wurde. Sicherlich ist schwarz-gelb eine "Gurkentruppe", jedoch gibt es bis dato keinen Grund für ehemalige und tief erschütterte SPD-Wähler wieder die SPD zu wählen, das sich die reale neoliberale SPD-Politik des Seeheimer Kreises bis dato nicht verändert hat. Auch die "Show" mit der Kandatenkür fand ich daneben, da die Basis nun über gar nichts abstimmen konnte. Versprochen - gebrochen. Das kennen wir ja schon von der SPD-Führung zur genüge.

14. October 2012 • 21:51 Antworten
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Gelöschter Nutzer

*Rot-Grün ist die Zukunfts-Option* & Zukunftskoalition A&O Bedingung: => die SPD MUSS stärkste Kraft werden. Sie MUSS es wollen. Realitäts-Argument - von Konservativen & konservativen Medien - hin oder her. Die CDU muss 5 Punkte runter (33 % ) und die schöne SPD 5 Punkte rauf (35 Prozent). In 10 Monaten! d.h. alle 2 Monate 1 % rauf SPD und 1 runter CDU. Bald muss eine historische Wende beginnen: SPD = Deutschland.

14. October 2012 • 18:29 Antworten

volkerultes

Ich habe Gabriel`s Interview gerade komplett gelesen. Von wem hat er die Legitimation erhalten, Steinbrück die "maximale Beinfreiheit" zu gewähren? Mit anderen Worten wird die SPD-Basis mal wieder übergangen. Basta ist wieder in! Ansonsten sind seinem Interview nur nichtssagende, beliebige Allgemeinplätze zu entnehmen. Sein Marketing für Kaffee-Tassen ist wesentlich besser.

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Jochen Wiemken

Ein Spitzenkandidat ist natürlich der Kandidat einer Partei, aber wenn er über die Partei hinaus wirken will – und nur dann kann man in einem Wahlkampf Mehrheiten einsammeln –, dann braucht er Bewegungsmöglichkeiten, um sich zu präsentieren. Das hat mitnichten mit "Basta"-Politik zu tun.

volkerultes

Hallo Jochen, unser Spitzenkandidat Steinbrück hat nur "einfache Beinfreiheit" gefordert, während unser Parteivorsitzender Gabriel-meines Wissens ohne Gremienbeschluß-ihm "maximale Beinfreiheit" einräumt. Dies empfinde ich als Affront gegenüber der Parteibasis, die immerhin noch über 500.000 Mitglieder zählt und sich Volkspartei nennt. Insofern Basta for ever!?

Jochen Wiemken

Sorry, ich kann da keinerlei (Freigabe zur) Basta-Politik erkennen. Gabriel hat im Interview klar gesagt, dass der Spitzenkandidat logischerweise immer die Nummer eins ist. "Er gibt im Wahlkampf die Richtung vor. Er ist die Person, die in der Öffentlichkeit für uns die Inhalte vertritt. Und die nach innen den Anspruch hat, die Schwerpunktsetzung, die er für richtig und notwendig hält, um eine Wahl zu gewinnen, in der SPD zu verankern. Daneben wird es andere Menschen in der SPD geben, die andere Schwerpunkte haben. Aber zwischen deren Positionen wird es keine Widersprüche geben." Im Übrigen wird das Regierungsprogramm von den von der Basis gewählten Delegierten des Bundesparteitags beschlossen.

Guenter

Volker, "basta" kann ich nicht erkennen, wenn ein Parteivorsitzender einen Kandidaten vorschlägt und ihm natürlich seine eigenen Vorstellungen läßt. Die Basis entscheidet letztlich auf dem Parteitag. Da es jedoch keinen Gegenkandidaten geben wird, oder glaubst du, da traut sich jemand, wird Steinbrück Kanzlerkandidat, interessant mit welchem Ergebnis und dies könnte, sollte Steinbrück zu denken geben. Die Mitglieder mach dann einen entsprechenden Wahlkampf lustvoll oder -los, je nachdem wie sie sich mit seinen Vorschlägen ("Beinfreiheit") identifizieren. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Sigmar Gabriel resigniert feststellen muss, dass die Basis eben nicht politisch arbeitet oder kannst du hier erkennen, dass sich viele an Kommentaren beteiligen (leider wird keine richtige Diskussionsmöglichkeit geboten in der Art und Weise des Internetangebotes der SPD). Viele Mitglieder warten doch darauf, was ihnen vorgegeben wird und dann beginnt das pro und contra. Bislang überzeugt mich die SPD noch nicht, von sozialer Gerechtigkeit hört man wenig (kostet ja Geld), man redet von "guter Arbeit" und dass alle müssen. Arbeiten, arbeiten, arbeiten mit Zwang, damit andere einen Mehrwert erzielen. Wie sich die Schere zwischen arm und reich auch nur annähernd etwas schließen kann, kann ich nicht erkennen. Mit Mindestlöhnen?

volkerultes

Hallo Jochen, dann gehöre ich halt zu den Menschen in der SPD, die andere Schwerpunkte setzen. Frage mich nur welche Gruppe die Mehrheit darstellt.

14. October 2012 • 18:21 Antworten
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Gelöschter Nutzer

Zitat: “Merkel will eine +marktkonforme+ Demokratie." Schlimm genug, diese Einordnung ! Schlimm genug und katastrophal fand ich auch die Aussage eines ex-"kanzlers", Deutschland ist jetzt ein BILLLIGLOHNLAND ! Die Aussage und Leistung war billig !! Seit ROT/Grün ist die Politik in D mehr oder weniger ein DESASTER !