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Themenwoche Arbeit, Wirtschaft, Energie
17. October 2012 - Christine Kroke

Zukunft planbar machen

Vor allem junge Arbeitnehmer erhalten oft nur befristete Verträge. (Foto: dpa )

Unbefristete Festanstellung? Das war einmal! Der Job auf Zeit scheint inzwischen die Regel zu sein – vor allem bei Berufsanfängern. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Hubertus Heil kritisiert diesen Trend: „Wir brauchen eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt, die dafür sorgt, dass Menschen wieder ordentliche Arbeitsbedingungen haben.“

Die SPD erhält im Rahmen ihres Bürgerdialogs viele Zuschriften, die sich mit Thema „Befristete Verträge“ befassen. So schreibt beispielsweise Stephan Breitbach aus Frankfurt am Main: „Befristete Arbeitsverträge abschaffen oder begrenzen und dadurch Planungssicherheit ermöglichen.“ 

Eine ausufernde Entwicklung

„Es gibt eine ausufernde Entwicklung bei den befristeten Arbeitsverträgen, die eben dazu führen, dass besonders junge Leute keine Planbarkeit im Leben haben. Es ist nicht vertretbar, dass Menschen, die eine gute Ausbildung gemacht haben und die eine Familie gründen und in die Zukunft investieren wollen, nach der Ausbildungsphase immer noch auf unsicherem Terrain stehen“, sagt dazu Hubertus Heil.

IAB: Fast jeder Zehnte befristet beschäftigt

Auch die Gewerkschaften schlagen bereits Alarm: Deutsche Arbeitsgeber schließen mehr und mehr Zeitverträge ab, die unbefristete Beschäftigung werde zum Auslaufmodell. Nach Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg die Zahl der befristeten Arbeitsverträge zwischen 2001 und 2011 von 1,7 Millionen auf 2,7 Millionen an. Das entspricht einem Anteil von 9,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse.

In einzelnen Bereichen scheint der Zeitvertrag die Festanstellung tatsächlich abzulösen. So erfolgt fast die Hälfte aller Neueinstellungen zunächst auf Basis eines befristeten Vertrags. Laut IAB liegt die Befristungsquote bei jungen Leuten bis 25 Jahren bei rund 30 Prozent. Bei Personen zwischen 25 und 34 Jahren sind es noch etwas 15 Prozent. Besonders Betroffen seien dabei die Bereiche Erziehung, Lehramt und Wissenschaft sowie der soziale Bereich und gesundheitliche Einrichtungen. 

„Nach einem Regierungswechsel werden wir dafür sorgen, dass es einen Mindestlohn gibt und dass andere Formen der Prekarisierung am Arbeitsmarkt zurückgedrängt werden – das betrifft auch das Thema Sachgrundlose Befristung“, erklärt Hubertus Heil.

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19. October 2012 • 09:55 Antworten
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Manipu

Der Geist dieser schlimmen Entwicklung, wurde gerufen von einer SPD-Regierung unter Basta-Gerd und nun wird man ihn nicht mehr los. Dieser Geist ist auch Mitschuld an der Demografieentwicklung, denn welche verantwortungsvolle Eltern können Kinder in die Welt setzen, wenn sie nicht wissen, ob sie in einem halben Jahr noch in Arbeit sind oder von Hartz IV leben müssen? Eltern mit Zeitverträgen werden auch keine großen Investitionen planen können, denn ein Hausbau z. B. braucht Zukunftssicherheit. Dass die SPD nun den Schaden wieder gut machen will, ist schwer zu glauben, wenn der Kanzlerkandidat Steinbrück ein glühender Verfechter der Agenda 2010 und von den Hartz IV-Gesetzen ist. Der mit dem Gedanken liebäugelt, dass die FDP die 5% schaffen könnte, um mit ihr seine Kanzlerschaft zu sichern. Mindestlöhne, Vermögenssteuer und Bankenregulierung wären Schnee von gestern.