Manuela Schwesig und Ute Vogt im Chat
18. October 2012 - Maurizio Andreas CavaliereArbeit, Wirtschaft und Luzie der Hund
Niedriglöhne und Minijobs, Leiharbeit und Frauenquote, Betreuungsgeld und ein Hund: Die Themen in den Chats mit Manuela Schwesig und Ute Vogt am Donnerstag auf SPD.de zum Thema Arbeit, Wirtschaft und Energie waren bunt gemischt.
Die Fragen beim Bürger-Dialog-Chat der SPD gingen im Sekundentakt ein. Am Ende waren es weit mehr als Manuela Schwesig und Ute Vogt beantworten konnten. Beide hatten jedoch viel Spaß bei der Sache und versprachen, wiederzukommen.
Das Betreuungsgeld ist der falsche Weg
Von Manuela Schwesig wollte User "R.J." wissen, wie es mit dem Betreuungsgeld weitergehe. „Das Betreuungsgeld“, betonte die Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales des Landes Mecklenburg-Vorpommern, sei „der falsche Weg, weil es nur Eltern bekommen, deren Kind nicht in eine Kita geht.“ Eltern, die versuchten Beruf und Familie zu vereinbaren, würden so bestraft. Sie plädierte dafür, das Geld besser in den Kita-Ausbau zu investieren. So werde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sinnvoller gefördert.
User "Tom" fragte nach, wann endlich die Regulierung der Leiharbeit auf die Tagesordnung gesetzt werde. Schwesig kündigte an, dass die SPD die Leiharbeit regulieren wolle. Leiharbeit müsse sich darauf beschränken, kurzfristige Auftragsspitzen abzudecken. Gleiches Geld für gleiche Arbeit müsse natürlich auch für Leiharbeiter gelten. Zudem gehöre die Möglichkeit sachgrundloser Beschäftigung abgeschafft. Auch müssten die Betriebsräte mehr Mitbestimmungsrechte über Umfang und Dauer des Einsatzes von Leiharbeit bekommen. Diese Vorschläge der SPD werden jedoch derzeit von CDU/CSU und FDP blockiert.
Minijobs sind ein echtes Problem
"Winfried" merkte an, dass viele Firmen Angestellte nur noch auf 325-Euro-Basis beschäftigten würden. Ein wesentliches Problem dabei: „So werden keine Sozialkassenbeiträge abgeführt!“ – „Ein echtes Problem“ bekannte Manuela Schwesig. Einerseits, so schrieb sie, verdienen sich viele Menschen durch einen Minijob unkompliziert etwas dazu. Andererseits nutzten viele Unternehmen Minijobs, um reguläre Beschäftigung zu ersetzen. Schwesig verriet, dass sie gerade in einer Arbeitsgruppe an konkreten Maßnahmen arbeitet, um hier Abhilfe zu schaffen.
Auch konkrete Einzelfallhilfe bot Manuela Schwesig einem User an. Als „Joti“ davon berichtete, dass Tagesmütter in Mecklenburg-Vorpommern mit 2,37 Euro abgespeist würden reagierte die SPD-Vize schockiert und verwies auf das Landesgesetz für Kinderbetreuung, das eindeutig regelt, dass die Vergütung sich an Tariflöhnen orientieren müsse. „Ein Stundenlohn von 2,37 Euro geht gar nicht“ fand sie und versprach, diesem konkreten Fall nachzugehen. Das Protokoll des Chats mit Manuela Schwesig finden Sie hier.
Die Frauenquote beschäftigte die User in beiden Chats. Beide SPD-Frauen outeten sich als Anhängerinnen der Frauenquote.Auch wenn diese „kein Allheilmittel“ sei, sei sie doch „eine wichtige Maßnahme im Gesamtpaket für Frauen“, betonte Schwesig.
"Das ist mein Hund Luzie"
Ute Vogt wurde gleich mehrfach zu ihrer Meinung nach Peer Steinbrück gefragt. Ihr imponiere am SPD-Kanzlerkandidaten in spe besonders, dass er stets bereit sei, dazu zu lernen - „eine Fähigkeit, die leider nicht jedem Politiker gegeben“ sei, schrieb sie. Darüber hinaus mache er klare Ansagen, so dass man bei ihm immer wisse, woran man sei. Seine Rede am selben Tag vormittags im Bundestag habe „Kanzlerformat“ gehabt, schrieb Vogt.
Zum Schmunzeln brachte Vogt die Frage von User "AlbertP": „Du hast so einen niedlichen Hund auf Deinem Twitter-Foto. Ist das Deiner? Und wie heißt der?“ – „ Das ist mein Hund Luzie, eine begeisterte Beiwagenfahrerin“, antwortete Vogt stolz.
Das Protokoll des Chats mit Ute Vogt finden Sie hier.
Torsten Albig am Freitag im Chat
Am Freitag ab 9 Uhr ist der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, zu Gast im Chat auf SPD.de und stellt Sich Ihren Fragen zu Kinder und Familie. Hier geht's zum Chat mit Torsten Albig!