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Sigmar Gabriel über die Haushaltspläne der Bundesregierung
22. October 2012 - Christine Kroke

"Schwarz-Gelb denkt nicht an morgen"

Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel kritisiert die Ausgabebeschlüsse der Bundesregierung scharf. (Foto: Bea Marquardt/SPD)

„Unsere Sorge ist, dass die Bundesregierung durch den Versuch, einen Koalitionsfrieden herzustellen und einen Wahlkampfhaushalt 2013 aufzustellen, dafür sorgt, dass der Fiskalpakt bereits im ersten Jahr seines Bestehens von Deutschland gebrochen wird “, kritisiert der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel die Ausgabebeschlüsse der Bundesregierung. 

„Für eine neue Bundesregierung wird es dann nur noch zwei Möglichkeiten geben: Entweder die Sozialbeiträge zu erhöhen oder drastische Einschnitte ins soziale Netz vorzunehmen. Das will Frau Merkel der Wahlbevölkerung verschweigen“, weitet der Parteichef seine Kritik an den schwarz-gelben Plänen aus. 

Erlaubtes Defizit wird überschritten

„Der Hintergrund ist, dass die Ausgabebeschlüsse der Bundesregierung dazu führen werden, dass das gesamtwirtschaftliche Defizit von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen größer sein wird als es der europäische Fiskalpakt erlaubt. Ab dem Jahr 2014 darf dies nämlich nur noch 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen. Zur Zeit geht man davon aus, dass die Summe des Defizits bei rund 12 Milliarden Euro liegen wird “, erklärte Gabriel am Montag. 

Weil die Rücklage der Rentenversicherung „ebenso verfrühstückt“ werden solle wie die der Krankenversicherungen und zusätzliche Ausgaben wie das Betreuungsgeld in Höhe von zwei Milliarden Euro bereits beschlossen seien, könne man davon ausgehen, dass die faktische Obergrenze bereits erreicht sei, so Gabriel. „Dann bedarf es nur noch einer leichten Eintrübung der Konjunktur oder anderer Ausgabeprogramme und schon bricht Deutschland unmittelbar nach der Bundestagswahl den Fiskalpakt“, stellt der Partei-Chef fest. 

„Deshalb fordern wie die Bundesregierung auf, diese Ausgabeprogramme nicht zu beschließen, die Rentenverträge nicht weiter absinken zu lassen und die Rücklagen aus den Rentenversicherungen nicht aufzubrauchen. Aus unserer Sicht kümmert sich die Bundesregierung ein Jahr vor der Wahl nicht mehr darum was morgen passiert“, so Gabriel. 

Energiewende: Bürger zahlen die Zeche

Doch nicht nur für die Zukunft der deutschen Wirtschaft würde die Bundesregierung großen Schaden anrichten, sondern auch für die Energiewende, betont der SPD-Politiker. „Vor allen Dingen wird nicht geklärt, wie wir eigentlich den wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien synchronisieren mit der Nachfrage nach Strom in unserem Land. Dazu wäre es dringend nötig, mit unseren Nachbarländern wie Schweden, Norwegen oder Polen zu reden. Nichts davon passiert. Das Thema wird einfach liegen gelassen und die Bürger zahlen die Zeche“, kritisiert Sigmar Gabriel. 

Auch die Endlagerfrage beschäftigt den Parteivorsitzenden: „Wir können bis zum Jahresende einen Endlagerkonsens erreichen aber eine seriöse Beratung und eine Öffentlichkeitsbeteiligung muss Bundesumweltminister Altmaier schon sicherstellen.“

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24. October 2012 • 22:01 Antworten

siegfriedurxbach

Nicht zu vergessen: Rentenbeiträge sollen gesenkt werden - dann kracht das Rentensystem in 20 Jahren erst recht zusammen!

24. October 2012 • 14:36 Antworten
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Gelöschter Nutzer

+*SPD denkt an Morgen - *+ Die Wahrheit! @ alle & volkerultes => seit 2009 regiert die schwarz-gelbe Chaos-Koalition... ...die sich auf die Errungenschaften der SPD von 1998 - 2009 ausruht: * *1998 - 2002: massive Erneuerung Deutschlands * - durch Rot-Grün I, nach Jahren der Massenarbeitslosigkeit (5 Mio.), der Massen-Depression und des massiven Reform-Staus von Schwarz-Gelb bis 1997/1998. Es waren tolle rot-grüne Jahre! * *2002 - 2005: Deutschland fit für die Zukunft* - Agenda-2010 hat sich in sehr vielen Punkten als wirklich richtig erwiesen, aber auch in vielen Punkten als falsch. Dennoch ein wichtiger Schritt, auch um daraus zu lernen. Echte Korrekturen kommen ab 2013 mit Rot-Grün II. * *2005 - 2008: SPD mitregierte Große Koalition * und ihre Vorteile (hin und wieder, zur richtigen Zeit) siehe 1. Große Koalition 1963 - 1966. Die wichtige und zentrale Rolle der SPD (Verantwortung, Erfahrung, Ideen, Mehrheiten). * *2008 - 2009: SPD-Krisenmanagement* (Steinbrück - Steinmeier und Scholz) in der schwersten Krise seit der Weltwirtschafts-Krise der 20er Jahre. * *2009 - 2012: Sehr verantwortungsvolle SPD-Opposition* zum Wohl der Menschen, des Landes und Europas. . *Chaos* Seit 2010 befindet sich Europa und Deutschland in einer von Merkel & Schwarz-Gelb ausgelösten Dauerkrise. 60 Jahre Frieden, die EU und der Euro wurden in nur einem Jahr von den *Kultur-Nationalisten *von CDU, CSU, FDP massiv gefährdet und ineine milliardenschwere Dauerkrise gestoßen.

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*Vertrauens-Fundament zerstört! *- vorauf alles baut! +=> Alles baut auf ein unsichtbares, ungeschriebenes, geistiges und emotionales Vertrauens-Fundament +NICHT auf "Verträge, Konstruktionen, etc." - sie bestätigen nur das Vertrauens-Fundament. Bankenkrise // Staatschulden // kurzfristiger Bruch der Maastricht-Kriterien // die Euro-Konstruktion - sie alle sind nicht der Auslöser der Krise. Massiver, nachhaltiger Vertrauensverlust aber schon! => große Zweifel am Vertrauens-Fundament begannen ab März 2010. Nach fast 3 Jahren, nach über 500 Milliarden und nach dramatischer Ausweitung ist das Vertrauen in Euro, EU und Politik immer noch nicht zurück.

volkerultes

@ Alexander O.: Wo wird denn so etwas gelehrt???

@ volkerultes: Wie viel Wert Verträge haben, sei es zwischen Staaten oder im realen Leben, erfahren wird ja immer wieder. Sie können einseitig beendet, gekündigt oder aufgelöst werden - ohne große Mühe. Soll heißen: unter bestimmten Umständen kann & würde sogar Deutschland aus der EU oder dem Euro austreten. => Ab 2010/ 2011 wurde ernsthaft über den Ausstieg aus dem Euro geredet: laut und deutlich! Das wurde auf den Märkten registriert & verarbeitet. 150 % Staatsverschuldung Griechenlands hätten ja 2010 zwar ärgerlich aber auch überhaupt kein großes Problem sein können - in einer starken EU und einem starken Euro, wenn alle Staaten, besonders Merkel & Schwarz-Gelb verantwortungsvoll damit umgegangen wären. Stattdessen wurde aber von Schwarz-Gelb mit Nationalismus & z. T. Separatismus geantwortet - völlig verantwortungslos. Die Folgen sind nun sichtbar. Das führte zur Vertrauens-Krise UND darauf haben die Märkte eben reagiert => 1. Europa-Krise, 2. Südländer-Krise, 3. Euro-Krise, 4. Staatsschulden-Krise, 5. Banken-Krise. Neues Separatismus, neuer Nationalismus und Egoismus von Schwarz-Gelb und Freunde basieren ja auf einer Pseudo-Stärke Deutschlands – dies Dank 1. den FED/EZB Milliarden in der Krise und ff. 2. Dank des SPD-Krisenmanagements und 3. Dank Chinas-Milliarden! ("Deutschland Systemrelevant für Europa und Europa für die westliche Welt!).

volkerultes

@ Alexander O. Also zunächst gilt im Recht der Grundsatz, daß Verträge einzuhalten sind. Ich gebe Dir allerdings Recht, daß dies für bestimmte EU-Länder und ihre Verträge nicht zu gelten scheint. Anders ist es nicht zu erklären, daß Deutschland unter rot/grün gleich mehrfach die Maastricht-Kriterien gebrochen hat und Sanktionen gegen sich abwenden konnte. Dies hatte leider in der Folgezeit diverse Nachahmer auf den Plan gerufen, da statt Strafen auch monetäre Hilfen als Belohnung folgen. Die Regierungspolitik von schwarz/gelb nennst Du "völlig verantwortungslos, nationalistisch und teilweise separatistisch", gilt dies dann nicht auch für die SPD, die diese Europapolitik stets aktiv unterstützt hat, um Merkel die notwenige Mehrheit zu verschaffen, die ihr in den eigenen Reihen versagt blieb?

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23. October 2012 • 18:32 Antworten
Profilbild von wischiwaschi

wischiwaschi

>>>_„Für eine neue Bundesregierung wird es dann nur noch zwei Möglichkeiten geben: Entweder die Sozialbeiträge zu erhöhen oder drastische Einschnitte ins soziale Netz vorzunehmen. Das will Frau Merkel der Wahlbevölkerung verschweigen“,..._<<< Frage mich eher, was Gabriel (der Vater des Glühlampenverbotes) mit dieser Entweder/Oder-Einlassung sagen, oder besser, verschweigen will ? Ich denke, man wird sich für "drastische Einschnitte ins soziale Netz" entscheiden, weil man mit höheren Sozialbeiträgen auch noch die letzten potenziellen SPD-Wähler vergraulen würde. Bezeichnend ist auch, dass es anscheinend keine anderen Ideen geben darf, als immer nur am sozialen Netz herumzuschnippeln, also an der Menschenwürde. Wie wäre es, das Augenmerk einmal auf die allseits ausufernde, dekadente Verschwendungssucht zu werfen und diese zu therapieren ? Schließlich seid ihr nicht nur gut im Sozialabbau, sondern auch im Verprassen von Steuergeldern. Saarbrücken und Essen (beide SPD) bauen z.Zt. Fußballstadien auf Bundesliganiveau. Elbvertiefung trotz neuem Tiefwasserhafen. Nürburgring, Flughafen Berlin, Elbphilharmonie für Reiche etc pp. Und selbst das arme Bremen gönnt sich in einem ihrer ärmsten Stadtteile einen neuen Behördenpalast. Dazu wurde sogar eine Fußgängerzone untertunnelt (15 m), um ihn bei Regen auch trockenen Hauptes über eine Tiefgarage erreichen zu können ...wenn man ihn denn findet :o). Gratisschirme für alle Bremer wäre bedeutend billiger gewesen.

23. October 2012 • 11:17 Antworten
Profilbild von Gelöschter Nutzer

Gelöschter Nutzer

"Energiewende: Bürger zahlen die Zeche" +seit ROT/GRÜN+ !!!