SPD-Initiative zu Wohnungsvermittlungen
23. October 2012 - Maurizio Andreas CavaliereMakler: Wer bestellt, zahlt!
Endlich eine Wohnung gefunden – doch die Maklergebühr sprengt das Budget? Damit soll Schluss sein, findet die SPD: Die Regierungen von Nordrhein-Westfalen und Hamburg starten eine Bundesratsinitiative gegen das Abwälzen von Maklergebühren auf Mieter und Käufer.
„Wer den Makler bestellt, der bezahlt ihn auch: Das ist ein faires Prinzip“, sagte der nordrhein-westfälische Wohnungsminister Michael Groschek (SPD) am Montag der „Rheinischen Post“.
Deshalb will sich die rot-grüne Landesregierung Nordrhein-Westfalens einer Bundesratsinitiative des SPD-geführten Hamburgs anschließen, mit der das Wohnungsvermittlungsgesetz geändert werden soll. Das Ziel: Maklergebühren sollen künftig nicht mehr auf Mieter oder Käufer abgewälzt werden. Denn, so Groschek: „Miete plus Provision können Normalverdiener kaum noch stemmen.“
SPD-Vorstoß findet viel Beifall bei Mieterverbänden
Die Bundesratsinitiative stößt bei Mieterverbänden auf große Zustimmung. „Es ist nicht akzeptabel, dass Makler im Auftrag und im Interesse des Vermieters tätig werden, der Mieter aber die Maklerprovision zahlen soll“, sagt Bernhard von Grünberg, Vorsitzender des Mieterbundes Nordrhein-Westfalens.
Mieter tragen Kosten des Vermieters
Vermieter schalten Makler ein, um sich von Arbeit zu entlasten: Anzeigenschaltung, Wohnungsbesichtigungen und Bonitätsprüfungen. Doch wer zahlt die Maklerprovision? Bisher ist gesetzlich nur die maximal zulässige Höhe der Maklergebühren von bis zu zwei Monatsmieten plus Umsatzsteuer festgelegt. Nicht geregelt ist die Frage, wer diese Kosten zahlt. In den Ballungsräumen mit engem Wohnungsmarkt ist es üblich, dass Mieter diese Gebühren zahlen.
Das sind zusätzliche Kosten, die viele Mieter nicht mehr tragen können und oft über teure Kleinkredite finanzieren müssen. „Diese Situation benachteiligt die Mieter und ist unfair“, so der Chef des NRW-Mieterbundes.
Übrigens: Dass die Maklergebühren meist der neue Mieter oder Käufer übernehmen muss, ist weltweit ein Unikum.
Höhere Mieten für Wohnungen ohne Makler?
Ist jetzt damit zu rechnen, dass Vermieter die Kosten über höhere Mieten wieder reinholen? Nein, sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Mieterbunds NRW Elisabeth Gendziorra am Montag zu WDR.de. "Ein Vermieter müsste dann die Miete von vornherein höher kalkulieren, aber er will ja auch vermieten", so Gendziorra. Sei die Miete zu hoch, bleiben die Mieter aus.
SPD-Bundesratsinitiative: Schluss mit Mietwucher
Aus Hamburg kommt noch eine weitere gute Nachricht für Mieter: Der SPD-Senat will den Mietwucher bremsen. Neu vermietete Wohnungen sollen künftig höchstens 20 Prozent über dem Mietspiegel liegen dürfen. Derzeit liegen die Neumieten in Ballungsräumen häufig bei mehr als 50 Prozent über dem Mietspiegel. Diesen Wucher-Mieten will Hamburg mit einer weiteren Bundesratsinitiative einen Riegel vorschieben.