Familie heute ist bunt. Ob Paare mit oder ohne Kinder und Trauschein, Alleinerziehende, Patchwork- oder Regenbogenfamilien oder Menschen, die für ihre pflegebedürftigen Angehörigen sorgen: Sie alle stehen im Zentrum unserer Gesellschaft, übernehmen Verantwortung für einander und finanzieren entscheidend unsere sozialen Sicherungssysteme.
Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen mit unserer Familienpolitik sie alle erreichen – vom Kind bis zu den Seniorinnen und Senioren. Wir wollen ihnen die Unterstützung geben, die sie brauchen. Alle Kinder sollen gesund, materiell abgesichert und mit gleichen Teilhabechancen aufwachsen können. Wir dürfen kein Kind zurücklassen.
Sozialdemokratische Familienpolitik umfasst so auch ein ganzes Themenbündel, zu dem Bildung und Betreuung ebenso gehören wie Arbeitsmarkt- und Finanzpolitik, Gleichstellung und Pflege. Menschen sollen ihre unterschiedlichen Lebensentwürfe verwirklichen können. Dabei wollen wir sie unterstützen:
- Damit Frauen und Männer Familienarbeit und Berufstätigkeit partnerschaftlich vereinbaren können, brauchen sie bessere Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft.
- Um bessere Bildungschancen für alle Kinder zu erreichen, werden wir mehr Geld in eine qualitativ hochwertige Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur investieren.
- Auch die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie die bessere Unterstützung von Menschen mit Pflegebedarf und deren Angehörigen nehmen wir in den Blick.
- Die finanzielle Förderung von Familien soll gerechter werden. Wir wollen insbesondere Familien mit geringem Einkommen stärker unterstützen.
Damit Deutschland familienfreundlicher wird, wollen wir folgende konkrete Maßnahmen in die Tat umsetzen. Wir wollen:
- den Rechtsanspruch auf Ganztagsangebote in Kitas und Schulen stufenweise bis 2020 verwirklichen.
- außerdem den Familienleistungsausgleich gerecht umgestalten mit einem neuen und fairen Kindergeld. Wir wollen nicht länger hinnehmen, dass die Entlastung entlang des Einkommenssteuertarifs die staatlichen Leistungen für Kinder nach oben „veredelt“ und nach unten „verelendet“. Eltern von zwei Kindern, die weniger als 3.000 Euro brutto monatlich verdienen, sollen stärker unterstützt werden
als Eltern mit hohen Einkommen. Dafür wollen wir das Kindergeld und den Kinderzuschlag zu einer Leistung verbinden. Ausbau der Infrastruktur und ein gerechter Familienleistungsausgleichbilden zusammen die Idee für eine sozialdemokratische Kindergrundsicherung.
- gute Arbeit, damit Eltern für ihre Familien sorgen können. Dafür brauchen wir die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro und ein Gesetz für Entgeltgleichheit. Denn immer noch verdienen Frauen rund ein Viertel weniger als Männer. Anstelle des Ehegattensplittings wollen wir eine Individualbesteuerung von Ehegatten einführen, die für künftige Ehen ab einem Stichtag gilt und bei der die gegenseitigen Unterhaltsverpflichtungen berücksichtigt werden.
- die Arbeitswelt familienfreundlicher gestalten und Eltern, die wegen ihrer Kinder Teilzeit arbeiten, besser fördern. Väter und Mütter sollen nicht nur sieben sondern in Zukunft 14 Monate gleichzeitig Teilzeit arbeiten und Elterngeld beziehen können. Und auch nach dem ersten Lebensjahr eines Kindes sollen Eltern sich Beruf und Erziehung ohne große finanzielle Einbußen partnerschaftlich teilen können. Indem wir eine „große Familienteilzeit“ mit einem Lohnzuschuss über die Bundesagentur für Arbeit einführen.
- die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege verbessern. Indem wir die zehntägige Auszeit vom Beruf für die Pflege von Angehörigen mit einer Lohnersatzleistung analog dem Kinderkrankengeld koppeln.
Indem wir den Anspruch auf sechs Monate Freistellung von der Arbeit zu einem flexiblen 1000-Stunden-Budget mit Lohnersatzleistung weiterentwickeln, das in verschiedene Zeitabschnitte einteilbar ist und auch über mehrere Jahre zeitlich gestreckt werden kann. Indem wir Angehörigen, die einen sterbenden Menschen begleiten, einen zusätzlichen Anspruch auf bezahlte Pflegezeit ermöglichen.
- eine Kultur des Willkommens von Kindern in unserer Gesellschaft befördern.









joseph geberth • 15. May 2012 • 16:18
Warum ist es noch niemandem aufgefallen, dass es in der ehemaligen DDR trotz wesentlich schlechterer wirtschaftlicher Bedingungen viel mehr Geburten gab als bei uns? Die Antwort darauf kann doch nicht sein, dass dies allein an den Kita- und Kigaplätzen gelegen habe, denn die waren auch dort nicht flächendeckend 100-%ig vorhanden. Was aber vorhanden war: Arbeitsplatzsicherheit! Man braucht sich heute bei uns nur umzuschauen und umzuhören: welches Paar möchte sich noch Kinder zutrauen, wenn schon morgen der Arbeitsplatz weg sein könnte? Die Ergebnisse kennen wir - aber was wird gegen diese soziale Unsicherheit getan? Wo gibt es den Kündigungsschutz für Menschen, die Kinder unter 18 Jahren haben?? Gibt es überhaupt euine Initiative in diese Richtung?? Wenn die sozialen Systeme auch noch in vielen Jahren funktionieren sollen, kann die Lösung unmöglich darin liegen, das Rentenalter auf 100 zu setzen.... es müssen Bedingungen geschaffen werden, dass die jungen Menschen wieder Vertrauen in ihre Zukunft und die ihrer Kinder haben können - ich denke, so "einfach" ist das! Oder auch nicht: aber wenn man es nicht anpackt, kommt es nie!
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