Herkunft darf kein Schicksal sein – das ist der Anspruch der SPD seit ihrer Gründung. Damit verbindet sich die Überzeugung, dass jeder Mensch in unserer Gesellschaft die gleiche Würde und den gleichen Wert hat. Zentrale Voraussetzung dafür ist ein sozial gerechtes und leistungsfähiges Bildungssystem, das Allen die gleichen Möglichkeiten bietet, ihren Lebensweg selbst zu gestalten.
Doch die Realität in Deutschland sieht anders aus. In kaum einem anderen Industrieland hängt der Grad der Ausbildung so sehr mit der Herkunft zusammen. Das liegt an falschen Prioritäten und daran, dass ausgerechnet unser Land weniger Geld für Bildung ausgibt als der Durchschnitt der anderen OECD-Länder. Dabei ist Bildung die wesentliche Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg unseres rohstoffarmen Landes.
Deshalb wollen wir die Ausgaben für Bildung von heute 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf mindestens 7 Prozent erhöhen.
Das ist auch deshalb notwendig, damit Einwandererfamilien bessere Chancen haben. Wir betrachten die kulturelle Vielfalt als bereichernd für unser Land und wollen sie entsprechend fördern. Das gilt auch für unsere Partei. Die SPD muss vielfältiger und bunter werden, um auch zukünftig ihrem Anspruch als Volkspartei gerecht werden zu können.
Wohlstand können wir nur durch ein hohes Bildungsniveau erreichen. Deshalb wollen wir:
- die Investition in Bildung erheblich ausbauen. Bund und Länder sollen gemeinsam pro Jahr 20 Milliarden Euro mehr für Bildung ausgeben als heute. Davon sollen Bund und Länder jeweils die Hälfte übernehmen.
- das Kooperationsverbot in der Verfassung aufheben. Ein neuer Grundgesetzartikel 104c soll ermöglichen, dass der Bund die Länder dauerhaft finanziell unterstützt, ohne die Bildungshoheit der Länder einzuschränken. Um die Gleichbehandlung aller Länder sicherzustellen, sollen die Länder die Finanzhilfen einstimmig beschließen.
Wir wollen ein flächendeckendes Ganztagsangebot von guter Qualität im Schul- und Kita-Bereich aufbauen.
Um für alle Kinder von früh auf eine gute Betreuung und Förderung zu gewährleisten, streben wir an:
- einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag.
- diesen Rechtsanspruch ab 2020 auf Ganztagsbetreuung auszuweiten. Für Alleinerziehende, die darauf besonders angewiesen sind, ab 2013.
- eine durchgängige Sprachförderung. Deutsch soll dabei durch muttersprachliche Angebote ergänzt werden.
- eine breit angelegte Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher und die Aufwertung der Erzieherausbildung. Dabei muss interkulturelle Kompetenz ein zentrales Element der Lehrer- und Erzieherausbildung werden. Wir brauchen auch mehr pädagogisches Personal mit Migrationshintergrund.
- die schrittweise Einführung der Beitragsfreiheit von Kitas. In den SPD regierten Ländern Rheinland-Pfalz und Berlin sind die Beiträge ab dem 3. Lebensjahr schon lange abgeschafft.
Um die schulischen und beruflichen Chancen zu verbessern, schlagen wir vor:
- eine Ausbildungsgarantie für alle, die sich ernsthaft um eine Ausbildung bemühen. Dazu gehört, dass alle Schulen im Vorfeld eine Berufseinstiegsbegleitung anbieten.
- das Schüler-BAföG zu stärken. Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwachen Familien sollen auf dem Weg zum Abitur ab der 11. Klasse finanziell unterstützt werden.
- dass die Schulabschlüsse bundesweit vergleichbarer werden. Ein Zentralabitur lehnen wir aber ab.
Wir wollen die kommunale Verantwortung im Bildungsbereich ausbauen und stärken. Wir werden uns dafür einsetzen, „Lokale Bündnisse für Integration und sozialen Zusammenhalt“ zu schaffen.
Wir wollen, dass Dienstleistungen für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sind, unabhängig von kultureller Herkunft, sprachlichen Fähigkeiten oder körperlichen Einschränkungen.









Michael Pleßnitzer • 29. March 2012 • 23:42
Aus gegebenem Anlass interessiert mich das Thema Familienpolitik, da ich in Kürze Vater werde. Meine Vaterschaft war eigentlich nicht so früh geplant, da ich mich momentan verzweifelt auf Arbeitsuche befinde, jedoch "unverhofft kommt oft". Ich bin gelernter Chemielaborant und möchte gerne auch eine Stelle als solcher bekommen. Als Hilfsarbeiter würde ich nicht das nötige Gehalt erhalten um meine Familie gut versorgen zu können. Hierzu sind meiner Ansicht nach zumindest 1500 Euro Netto monatlich von Nöten und selbst dies ist nur eine sehr knappe Kalkulation. Das vom Staat gezahlte Kindergeld kommt einem Scherz gleich Weiterhin gibt es auch in großen Teilen des Landes, ebenso wie in der restlichen Republik, schwere Defizite bei den Kindertagesstätten und im Schulwesen. Die Problematik zu langer Wartelisten bei den KiTas, schlecht ausgebildetes Personal sowie überfüllte Klassenzimmer in den Schulen und desinteressierte und ausgebrannte Lehrer sind weitreichend bekannt. Weiterhin empfinde ich persönlich das 3-Klassen-System durch Unterteilung in Haupt-, Realschule und Gymnasium als unfair. Aus meiner eigenen Erfahrung, die ich in meiner Jugend in Australien gesammelt habe, weiß ich, dass dies auch anders realisierbar ist. Dort hatte die Integration in die Klassengemeinde durch meine Lehrer funktioniert und schwächere Schüler wurden gefördert. Möglich war dies natürlich nicht ohne die gute Ausstattung der Schule, gut ausgebildete Lehrkräfte und eine geregelte Disziplin zwischen Schülern und Lehrern. In Deutschland hingegen geht man als Elternteil die Gefahr ein, dass die Kinder in den Kindergärten und Schulen gemobbt, ausgeraubt oder von den Lehrkräften übergangen werden. Gleiches gilt übrigens auch für die Integration neuer Mitbürger aus dem Ausland. Es kann keine Integration stattfinden, wenn neue Bundesbürger aus religiösem Irr- und Aberglauben der Illusion nachhängen Frauen hätten einen geringeren Wert als Männer. Hier besteht dringender Aufholbedarf in der Aufklärung von Immigranten, die unsere Grundgesetzte nicht kennen oder zumindest noch nicht verstanden haben. Hier steht an erster Stelle die Unantastbarkeit der menschlichen Würde, wobei die Würde von Mann und Frau gleich sind und beide die selben Rechte und Verpflichtungen haben. Und auch hier sollten wir uns selbst an die eigene Nase fassen. In der Wirtschaft herrscht bekannter Maßen längst noch keine Gleichberechtigung der Frau. Zwar gilt mittlerweile die Devise "Gleiches Recht auf Arbeit", jedoch leider noch nicht "Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit". Statt jedoch nur große Reden zu schwingen habe ich mich dazu entschlossen zu versuchen selbst mitzuhelfen die Missstände im Land auszubessern und bin entsprechend der SPD beigetreten. Ob und wieviel ich selbst bewirken können werde weiß ich zwar noch nicht, dennoch empfinde ich besser den Versuch zu wagen, als nur tatenlos daneben zu stehen.
Auf diesen Kommentar antworten