Unser Gesundheitssystem ist immer noch eines der besten der Welt. Aber wir müssen gegen eine zunehmende Zwei-Klassen-Medizin vorgehen: Es soll nicht länger von der Versicherungskarte (privat oder gesetzlich) abhängen, wie jemand behandelt wird.
Deshalb wollen wir die Bürgerversicherung. Sie gewährleistet Gleichbehandlung und verhindert massiven Kostenanstieg für Gesetzlich- und Privatversicherte. Unser Konzept ist im besten Sinne des Wortes sozialdemokratisch: Solidarisch, gerecht und leistungsfähig. Als Partei der Arbeit entlasten wir die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das erreichen wir, indem wir die Arbeitgeber wieder zur Hälfte an den Kosten des Gesundheitssystems beteiligen.
Für die Pflege gelten die gleichen Prinzipien. Auch für sie streben wir eine Bürgerversicherung an, deren Kosten Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen tragen. Zudem soll Pflege durch Angehörige und professionelle Helfer aufgewertet und prekäre Beschäftigung zurückgedrängt werden.
Bürgerversicherung im Gesundheitssystem bedeutet:
- Es gibt nur noch ein Versicherungssystem für alle Bürgerinnen und Bürger: Die Bürgerversicherung. Auch die privaten Versicherungsunternehmen können sie anbieten. Damit beenden wir die Bevorzugung von Privatversicherten und sorgen dafür, dass allein die Krankheit dafür ausschlaggebend ist, wie und wann jemand behandelt wird. Und wir schützen die Privatversicherten vor massivem Beitragsanstieg, weil es zukünftig keine überhöhte Abrechnung für Behandlungen gibt.
- Die Arbeitnehmer werden um fünf Milliarden Euro entlastet. Die Arbeitnehmerbeiträge sinken. Das erreichen wir dadurch, dass die Arbeitgeber wieder 50:50 zum Gesundheitssystem beitragen. Aber nur diejenigen Arbeitgeber müssen mehr zahlen, die besonders hohe Löhne zahlen und Boni, wie zum Beispiel Banken und Versicherungen.
- Ein unbürokratisches System. Die Sonder- und Zusatzbeiträge entfallen. Außerdem wird es mit uns keine aufwendige Erhebung von Beiträgen auf Mieten und Vermögen geben. Das würde viele Arbeitnehmerfamilien und Kleinunternehmer belasten - und das wollen wir als Partei der Arbeit nicht.
- Weniger Verschwendung, indem zielgerichtete Behandlung gefördert und Doppeluntersuchungen vermieden werden. Dazu wollen wir die hausärztliche Versorgung stärken und erreichen, dass ambulante und stationäre Einrichtungen besser zusammenarbeiten.
- Ausbau der Prävention. Ein Präventionsfonds soll Gesundheitsvorsorge im Wohnumfeld, am Arbeitsplatz und in den Schulen voranbringen.
- Bessere Landarztversorgung. Ein neues Vertragsarztrecht soll helfen, Anreize für die Niederlassung in Gebieten mit schlechterer Versorgung zu schaffen. Vor allem die Bürgerversicherung hilft dabei, weil Honoraranreize der Privaten Krankenversicherung in großen Städten entfallen.
Mit einer umfassenden Pflegereform wollen wir allen Menschen ermöglichen, selbstbestimmt und in Würde zu altern. Dazu gehört:
- die Pflegebedürftigkeit neu zu definieren, die bislang zu stark auf körperliche Einschränkungen ausgerichtet ist. Demenz muss eine wesentlich größere Rolle spielen.
- die pflegenden Angehörigen besser zu unterstützen. Wir wollen einen Rechtsanspruch auf eine flexible Pflegezeit schaffen. Pflegebedürftige können ein Budget von 1000 Stunden auf pflegende Angehörige verteilen. Diese bekommen dafür eine Lohnersatzleistung. Damit wird der Verdienstausfall von berufstätigen Pflegenden bis zu einer bestimmten Höhe ersetzt. Ähnlich wie beim Elterngeld.
- die Arbeit in der Pflege besser zu bezahlen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.









Sebo • 08. April 2012 • 16:40
Hmm, klingt so ja ganz gut.... ich bin seit 10 Jahren Privat versichert und kann nur bestätigen das es viele unseriöse und unbezahlbare Mogelpackungen in der Privaten Krankenversicherung gibt!! Aber als Selbstständiger habe ich leider gar nicht die Möglichkeit zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung zu kommen, leider leider...
Auf diesen Kommentar antworten