Der beschleunigte Kapitalismus verlangt allen Menschen viel ab. Starre, festgelegte Biografien gibt es kaum noch. Jeder wird zunehmend zum "Manager" seiner eigenen Biografie. Doch die Fähigkeiten, damit umzugehen sind ebenso ungleich verteilt wie die Chancen auf Teilhabe und sozialen Aufstieg. Unsere Gesellschaft hat einen klaren Grundkonsens, der nicht zuletzt auch durch die Sozialdemokratie geprägt wurde. Zentrale Feststellungen sind: Wer sich anstrengt, muss etwas davon haben. Wer sich Mühe gibt, muss sein Leben verbessern können. Und niemand darf am Wegesrand zurückbleiben.

Nur wenn diese Wertvorstellungen erkennbar sozialdemokratische Politik prägen, ist davon auszugehen, dass die SPD glaubwürdig für Gerechtigkeit streitet.

In der Zukunftswerkstatt "Gut und sicher leben" sollen darum die konkreten Lebenssituationen der Bürgerinnen und Bürger (in Ausbildung, in Arbeit, in biografischen Übergängen) im Mittelpunkt stehen – für die Neubestimmung sozialdemokratischer Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Grundlage muss also das Gespräch mit interessierten Bürgern, Arbeitnehmern, Unternehmern, Betriebsräten, Erwerbsloseninitiativen und Experten sein.

In einer ersten Phase werden die Reformen der Regierungszeit 1998 bis 2009 offen bilanziert – Antworten auf die Fragen, die auch der Bundesparteitag in Dresden im Leitantrag formuliert hat. Im Vordergrund stehen hier zunächst die Zukunft der Grundsicherung, der Arbeitsvermittlung, die Vermeidung von Altersarmut und der Ausbau der beruflichen Qualifizierung.

In einer zweiten Phase wird es vor allem um eine "neue Kultur der Arbeit" gehen. Was ist sozialdemokratisches Leitbild von Arbeit und Arbeitsgesellschaft und welche Politik folgt daraus? Hierzu gehört nicht zuletzt, dass Arbeit gerecht entlohnt werden muss sowie die Einbeziehung neuer (selbstständiger) Erwerbsformen in die soziale Sicherung.

Leitung: Olaf Scholz, Elke Ferner, Hubertus Heil

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