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Auftakt der „Klartext Open Air“-Tour
09. August 2013 - Daniel von Fromberg

Kandidat auf Augenhöhe

Peer Steinbrück während der "Klartext Open Air"-Tour in Hamburg
Im Endspurt für den Wechsel: Steinbrück in Hamburg (Foto: dpa)

Schwarz-Gelb ist angezählt: „Noch 45 Tage und wir sind die los!“, machte Peer Steinbrück zum Auftakt seiner „Klartext Open Air“-Tour in Hamburg klar – zum großen Jubel der 2500 Anwesenden, die sich bei gutem Wetter unter dem eigens dafür gestalteten „Klartext-Schirm“ auf der Michelwiese eingefunden hatten. 

Schon die Eröffnung seiner Rede am Donnerstag auf dem Michelwiese bescherte dem gebürtigen Hamburger großen Applaus: „Ich gebe zu, als Sohn dieser Stadt ist das schon ein etwas berührendes Gefühl, dass ich im Schatten des Michel hier auftreten darf“, sagte Steinbrück.

Sein Vater habe am Bau des Wahrzeichens der Hansestadt mitgewirkt. „Es ist ein bewegender Moment, sich als Sohn der Stadt in Hamburg als Kanzlerkandidat vorzustellen“, betonte der 66-Jährige.

„Diese Regierung ist Stillstand!“

Dann schaltete der Kandidat auf Angriff: „Die Bundesregierung unterfordert uns, sie regiert uns unter Wert.“ Die schwarz-gelbe Bundesregierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) agiere tatenlos, ihr Kabinett sei ein „Totalausfall“, so Steinbrück.

Merkel lulle die Bürger nur ein, wegweisende Reformen seien ausgeblieben und stattdessen die Verschuldung gestiegen. „Diese Regierung ist Stillstand!“, bilanziert der ehemalige Finanzminister.

45 Tage bis zum Wechsel

Die gute Nachricht: „Noch 45 Tage und wir sind die los! Noch 45 Tage – und wir sind die zerstrittenste, tatenloseste, gesellschaftlich rückständigste, aber sehr maulheldige Bundesregierung mit den schlechtesten Bundesministerinnen und Bundesministern seit der Wiedervereinigung los“, ruft der Kandidat dem jubelnden Publikum zu.

„Noch 45 Tage und wir können diese Regierung ablösen mit mir als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Darum geht es!“ Ab dem 22. September will Steinbrück mit einer rot-grünen Bundesregierung endlich für einen echten Politikwechsel in Deutschland sorgen.


Anecken statt einlullen

„Ich möchte Bundeskanzler eines Landes sein, in dem es nicht darauf ankommt, woher Du kommst, sondern wohin Du willst“, sagte Steinbrück. Er wolle ein Land für die Menschen, die noch etwas vorhaben.

Dieses Motto ziehe sich auch durch den Wahlkampf der SPD: „Wir wollen inhaltsreiche Politik machen. Damit eckt man gelegentlich an“, sagte Steinbrück mit Blick auf die triste Wohlfühl-Poesie von Merkel und der Union.

„Bei mir wissen Sie genau, woran sie sind!“

„Wenn man die Menschen nicht einfach nur einlullt, wenn man nicht einfach nur unterfordert, dann kann es sein, dass man Bemerkungen macht, die provozierend sind. Aber bei mir wissen Sie wenigstens, woran sie sind!“, betonte Steinbrück. „Wissen Sie so genau, woran Sie mit Frau Merkel sind? Da bin ich mir nicht so sicher.“

Klartext unterm Schirm

Steinbrücks Rede ist zugleich die Premiere für den neuen „Klartext-Schirm“ der SPD. Unter dem 375 qm großen und 10 Meter hohen Gerüst kommt am Donnerstag auch erstmalig die neue 360-Grad-Bühne zum Einsatz. Steinbrück steht inmitten der Anwesenden auf einem Podium – Dialog auf Augenhöhe statt Frontalunterricht. 

Die „Klartext Open Air“-Tour geht am 20. August in Detmold weiter. Alle weiteren Informationen finden Sie hier.

Vier Fragen an Peer Steinbrück:


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14. August 2013 • 16:32 Antworten

HBMännchen

Der Wechsel täte gut und wäre sehr nötig. Aber dann bitteschön Herr KK und SPD-Bosse nicht so Nebenschauplätze wie Bahndebakel oder NSU, wo ggf auch die SPD mit ihren Bossen nicht gut wegkämen, aufbauschen sondern den Kern der heutigen Probleme, die niedrigen Löhne, Renten und prekären Arbeitsverhältnisse, Perspektiven für Langzeitarbeitslose und andere Themen im Gebiet der Gerichtigkeit und Bildung angehen. Reform der Reform muss das Thema sein das -Glaubhaft!- kommen muss. Das bewegt die Masse und entscheidet ob die SPD gewählt wird.

12. August 2013 • 09:16 Antworten

Volker Rockel

All das mag sich für einen Sozialdemokraten gut anhören;- nur „markige Sätze“ erreichen weder potentielle Wechselwähler, noch die bisherigen Wahlverweigerer! Diese Strategie (ist es überhaupt eine?) der SPD im Bundestagswahlkampf 2013 geht an den eigentlich zu erschließenden Zielgruppen völlig vorbei!- Das Ergebnis ist absehbar,- und das kann nach 23 Prozent in 2009 nicht zufrieden stellen....

10. August 2013 • 21:08 Antworten

speedy

3. Wir werden uns mit ein paar warmen Worten nicht zufrieden geben,wir wollen eine Echte Teilhabe an dem Reichtum der von uns mit erwirtschaftet wird und von dem wir so gut wie nichts bekommen.Dies gilt nicht nur für Deutschland sondern auch für Europa und den Rest der Welt.

10. August 2013 • 20:58 Antworten

speedy

2. Genau aus dieser Erfahrung heraus ist mein Vertrauen in alle Politiker sehr gering bis nicht vorhanden.Seit meinem 10.Lebensjahr wurde in Deutschland politisch nur ein Süppchen gekocht und das war das Süppchen der Lobbyisten und korrupten Politiker die gut getarnt für viel backschisch Gesetze für gewisse Gruppen verfassten und gegen jeden Widerstand durchboxten.Ich will einen erzwingenden Volksendscheid und ein Volksendscheidsgesetz der dies regelt.Es kann nicht sein das dies in der Schweiz funktionieren soll und wir in Deutschland weiterhin von Unfähigkeit regiert werden.Die Politiker und Politischen Parteien sind laut Verfassung nur dazu da um die Politische Willensbildung der Bürger mitzugestalten sie sollen den Bürgern nicht ihren Willen von oben aufdrücken auch gegen deren Widerstand und Willen.Ich bin zornig und weis nicht wie ich am 15.9. und 22.9.2013 wähle.So wie bisher wird es politisch nicht weiter gehen können und nur ein paar ehrliche Worte reichen nicht mehr.

10. August 2013 • 20:34 Antworten

speedy

1. Seit meinen 18.Geburtstag habe ich bei jeder Kommunal-,Landtags-,Bundestags- und Europawahl gewählt.Ich habe mich förmlich gefreut das erstemal wählen zu dürfen,um die Birne endlich los zu werden.1998 habe ich im Wahlkampf Massiv Werbung,in meinem Umfeld, für Rot/Grün gemacht.Die bittere Enttäuschung seit 2003 als die SPD durch die HartzIV Gesetze,Rente mit 67,Deregulierung des Finanzmarktes und Steuerreduzierung für die Reichen von 11% und sonstige Steuererleichterungen für Unternehmen.Die WIR Bürger von Unter- und Mittelschicht dringent gebraucht hätten.Mit diesen "Reformen" wurden die Missstände die sei jetzt bekämpfen wollen erst geschaffen,auch wenn sie sich in der Leiharbeit und in der Steuerfreiheit von Veräußerungen bei Unternehmensbeteiligungen wahrscheinlich was anderes vorgestellt haben,als das was die Gierigen daraus gemacht haben.NAIV war diese Vorstellung von der Schröderregierung.

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HBMännchen

Eben hier gibt Steinbrück, wie auch vormals Steinmeier, ein ganz schwaches Bild ab. Ohne Druck der Parteibasis würden diese Leute nix einsehen und nix ändern wollen. Zeigen ja ganz offen wie gut die Schröder und seine Politik finden und fanden. Leider ist das Erbe der Agendazeit dermassen schwer das Merkel fast schon Narrenfreiheit hat. Fast alle heutigen sozialen Probleme haben wir der alten unseligen rot-grünen Zeit zu verdanken. Aber KK und Fraktionsvorsitzender glaubt man kaum den Reformwillen.