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Progressive Alliance
25. October 2013 - Christine Kroke

Aufruf für gute Arbeit!

Progressive Alliance Aufruf
Für das kommende Jahr sind weltweit Veranstaltungen und Konferenzen der Progressive Alliance geplant. (Foto: Anders Löwdin)

Die Progressive Alliance (PA) hat am Donnerstag ihren ersten Aufruf in Stockholm gestartet. Unter dem Motto „Decent Work Worldwide“ ruft die Organisation weltweit Regierungen, Gewerkschaften und Unternehmen dazu auf, ein Abkommen für gute Arbeit, faire Löhne und bessere Bildung zu unterzeichnen

Der Aufruf richtet sich sowohl an Parteien und Organisationen, die der Progressive Alliance (PA) selber angehören, als auch an Regierungen, Unternehmen und internationale Organisationen. Zu Letzterem zählt zum Beispiel der Internationale Währungsfond (IWF). Ziel ist es, gute Politik für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten laut der PA folgende Maßnahmen umgesetzt werden: 


1. Fokussierung auf eine aktive Beschäftigungspolitik

Hier verpflichten sich die Teilnehmer Strategien für eine vollwertige Beschäftigung zu entwickeln. Dies soll auch die sogenannte Schattenwirtschaft mit einbeziehen – hier will man Wege finden, um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in reguläre Beschäftigung zu bringen.Investitionen in die Infrastruktur, Bildung und den öffentlichen Dienst – inklusive der Pflegebranche –, sollen das Langzeitpotential der Arbeitnehmer fördern sowie den Übergang zu einer klimafreundlichen Volkswirtschaft möglich machen. 


2. Stärkung der Arbeitnehmerrechte und der Gewerkschaften

„Arbeitnehmerrechte sind fundamental, um gute Arbeit zu gewährleisten. Unabhängig vom politischen oder wirtschaftlichen Kontext müssen Regierungen, internationale Organisationen und Geschäftszweige sich ihrer Verantwortung bewusst sein und internationale Standards erfüllen“, heißt es weiter in dem Aufruf. 


3. Zugang zu soziale Sicherungssystem global gestalten

Soziale Sicherungssysteme sollen gestärkt werden, in dem man ihren Zugang nicht nur national, sondern auch global ermöglicht. Dazu zählen Renten, Krankenversicherungen und Arbeitslosengelder für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. 


4. Den sozialen Dialog stärken

Entscheidungsträger und deren politischen, sozialen und ökonomischen Partner sollen ihren gesamtgesellschaftlichen Dialog verstärken und deren Ergebnisse und Zugeständnisse auch nachgehen sowie deren Umsetzung überprüfen. Es hat sich laut dem Aufruf gezeigt, dass gesellschaftlicher Dialog nicht nur den sozialen Frieden stärkt, sondern auch Effekte auf die Stabilisierung der Wirtschaft und des Gemeinwohls hat. 

Internationale Entscheidungsträger unterzeichnen Aufruf

Der Aufruf wurde am Donnerstag von verschiedensten internationalen Entscheidungsträgern in Stockholm unterzeichnet. 

Die Gründung der Progressive Alliance im Mai diesen Jahres war die Antwort auf große Unzufriedenheit mit der Arbeit der Sozialistischen Internationalen (SI). Mit der PA wurde ein dem linken Spektrum zugehöriger Verbund aus der Taufe gehoben, dem sich große Parteien angeschlossen haben, die die SI gemieden haben – dazu gehört unter anderem auch der indische Congress.

Ziel ist es, gemeinsame Antworten der progressiven Kräfte weltweit auf drängende Fragen zu finden: Wie schaffen wir soziale Gerechtigkeit – nicht nur bei uns zu Hause, sondern überall? Wie stoppen wir den Klimawandel? Wie müssen wir die Wirtschaft umbauen, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen?

Auf diese und noch mehr Fragen sollten in Stockholm, und bei anderen weltweit stattfindenden Veranstaltungen im kommenden Jahr, Antworten gefunden werden.

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29. October 2013 • 13:06 Antworten

Hr.Rautenberg

Nach der notwendigen Abwendung vom observanten Pazifismus der Sozialistischen Internationalen (SI) nach dem arabischen Frühling und dem Bürgerkrieg an der Elfenbeinküste ist diese sozial- und arbeitspolitische Initiative zu begrüßen. Es ist aber auch auf eine strategische Allianz mit der UN-Initiative Global Compact (GC) und der Initiative Corporate Accountability (CA) zu achten. Gerade die Aspekte des nachhaltiges Wachstums und zivilgesellschaftlich akzeptierter Transparenznormen für Wirtschaftsgesellschaften aller Arten sind eine notwendige Ergänzung. So wie die SPD in der SI im Beobachterstatus zugehörig geblieben ist, muss die PA mit strategischen Partnern darauf blicken, dass sie sich global nicht vereinzelt und damit die wirtschaftlichen und politischen Gegner dadurch stärkt. Die einfachen Menschen werden es ihr danken.

28. October 2013 • 11:17 Antworten

Thesmen

*PA - Progressive Allianz* +* 5 entscheidende Dimensionen*+ Die Zeiten der Einseitigkeit sind längst vorbei. Um doe progressiven Ziele zu erreichen muss eine ganzheitliche Politik in Balance umgesetzt werden - weil alles sich bedingt & beeinflusst. Darum muss die PA die erste Organisation sein (die Beste!), die erfolgreiche GLOBALE POLITIK entwickelt und umsetzt. -_+Aktiv liefern (machtvoll), statt passiv fordern (machtlos)_+ *I - Politische Dimension*: Sicherheit, Stabilität & Frieden * Kriege - Krisen - Konflikte *II - Soziale Dimension*: Menschlichkeit, Gerechtigkeit & Fortschritt * Hunger - Ausbeutung - Armut *III - Liberale Dimension*: Freiheit, Verantwortung & Selbstentfaltung * Unterdrückung, Diskriminierung & Bevormundung *IV - Ökonomische Dimension*: Arbeit, Wachstum & Wohlstand * Arbeitslosigkeit - Wirtschaftskrisen - Schulden *V - Ökologische Dimension*: Lebensraum, Gesundheit & Nachhaltigkeit * Klima - Katastrophen - Naturschutz

27. October 2013 • 16:01 Antworten

eehz

Hoffnung und Ansätze sind richtig. Alles schlecht reden und nichts machen ist "laaame" - Finde es ist eine gute Initiative.

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Benjamin1985

Dem kann ich nur zustimmen! Weiter so.

26. October 2013 • 11:02 Antworten

Verdi

*Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung !* Die Schaffung einer Gegenmacht zu den neoliberalen Thinktanks ist ein wichtiger Schritt hin zur Wiedergewinnung der Meinungsführerschaft der Linken Kräfte und damit zur Wiedergewinnung des Sozialen in Arbeit und Gesellschaft. Spannend am Aufruf finde ich persönlich, dass ein globaler Zugang zu Sozialsystemen geschaffen werden soll. Die Schaffung eines Sozialmonitorings/ Sozialen Dialogs (wie z.B. auch in Non-Papern zur EU-Politik gefordert), ist zudem ein in meinen Augen potentialbergendes Werkzeug. Man kann hiermit soziale Standards definieren, Missstände aufzeigen und Wirkungen von (neoliberaler) Politik analysieren. Guter Aufruf- Guter Anfang => ein Schritt in die richtige Richtung !

26. October 2013 • 11:00 Antworten

HBMännchen

Gute Arbeit, faire Löhne und bessere Bildung. Wäre schön wenn das so "reiche" Deutschland seinen Bürgern auch gönnen würde. Schröder rasierte Arbeitnehmerrechte und die Gewerkaschaften und die Partei stand stille, feiern manche noch heute diesen Mann. Deutschland ist nun leider zum Dumpinglohnland Europas geworden, auch Dank alter SPD-Politik und Dank grosser Koalition wo man keine dieser Entwicklungen sehen wollte/ durfte.