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Kurswechsel der Kanzlerin steht bevor
08. May 2012 - Jan Almstedt

Merkels Europapolitik ist gescheitert

(Foto: dpa)

Angela Merkel ist europapolitisch isoliert. Für ihre ausschließlich auf Kürzen und Sparen ausgerichtete Politik hat sie keinen Bündnispartner mehr. Auch Experten in Deutschland zerpflücken ihr Krisenmanagement. Noch im Mai ist mit dem Kursschwenk zu rechnen.
 
„Dass ein unbedingtes Pochen auf die Sparprogramme ohne Berücksichtigung der politischen und sozialen Folgen auch nicht die Lösung sein kann, zeigt doch gerade das Beispiel Griechenland.“ Die Einordnung stammt nicht von der Opposition im Bundestag, sondern vom Konjunkturchef des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner. Die nun eingetretene Radikalisierung der griechischen Bevölkerung und der jetzt im Parlament vertretenen Parteien, mahnt Fichtner in der Online-Ausgabe des Handelsblatts, dürfte die Refinanzierung der Regierung über die Kapitalmärkte ausgesprochen erschweren. „Ein sozialer Ausgleich und gegebenenfalls eine maßvollere Konsolidierung der Staatsfinanzen könnte in diesem Sinne tatsächlich die langfristig bessere Lösung sein.“
 
Ähnlich sieht es der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. Es sei an der Zeit, „die Strategie noch einmal zu überdenken“. Mit ihrer den europäischen Partner diktierten Politik, in die Krise zusätzlich hineinzusparen, habe die Bundesregierung „völligen Schiffbruch erlitten“. Vor allem die so entstandene hohe Arbeitslosigkeit von jungen Menschen sieht Bofinger als „eine große Gefahr für die politische Stabilität und zugleich für die Zustimmung der Bürger zur Europäischen Union“.
 
Die SPD warnt vor dieser Entwicklung seit langem und fordert Impulse für Wachstum in Europa, die Regulierung der Finanzmärkte und eine Spekulationssteuer.
 
Zunehmenden Gegenwind bekommt die Kanzlerin inzwischen auch aus Europa: mit der Frankreich-Wahl ist Merkel nun ihr letzter starker Unterstützer abhanden gekommen. Mit dem neuen Präsidenten, aus anderen Eurostaaten, aus der EU-Kommission und dem –Parlament wächst der Druck auf einen Kurswechsel der Bundesregierung.

„Frau Merkel wird ihre Politik ändern müssen“

„Frau Merkel hat ein Riesenproblem“, stellt SPD-Chef Sigmar Gabriel im Interview mit der Passauer Neuen Presse (Dienstag) fest. Sie hat Europa mit Nicolas Sarkozy in die nächste Krise hineingesteuert. Die Schulden steigen statt zu sinken, weil die Wirtschaft nicht stabilisiert wird. Mit dem Sieg von Francois Hollande, ist Gabriel sicher, „wird Frau Merkel ihre Politik ändern müssen“.
 
Der neue französische Präsident will vor allem den umstrittenen Fiskalpakt ergänzen. Und: „Hollandes Pläne fallen auf fruchtbaren Boden“, sagt der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz im Handelsblatt (Dienstag) – „vor allem im Europäischen Parlament, das wiederholt Wachstumsinitiativen gefordert hat“.
 
In Deutschland hatte Merkel bislang jegliche Diskussion mit der Opposition über den Fiskalpakt verweigert. Das hat sich mit der Frankreichwahl geändert. Nun will sie mit allen Fraktionen in Beratungen einsteigen. Das ist auch dringend nötig, denn für ihre Pläne braucht sie eine Zweidrittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat.
 
Im Bundestag wollte sie den Fiskalpakt bereits am 25. Mai beraten. Ob der Zeitplan zu halten ist, bleibt ungewiss. Zwei Tage zuvor ist nun ein Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs geplant. Das Thema: Mehr Wachstum für Europa. Damit soll der reguläre Gipfel Ende Juni vorbereitet werden.
 
Dort könnte der Kurswechsel weg von Merkels reinem Spardiktat besiegelt werden. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ist optimistisch: „Europa ändert seine Richtung.“

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„Frau Merkel wird sich bewegen müssen“

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11. May 2012 • 12:11 Antworten

volkerultes

Hab da mal als kleiner Basisgenosse ne Verständnisfrage: o.g. Ökonomen und die SPD fordern für Europa einen Wachstumspakt mit sozialem Ausgleich(Also noch mehr Geld für andere EU-Länder). Aber warum haben dann die SPD-Länder soeben im Bundesrat gegen eine Steuervergünstigung, die eine leichte Entlastung der durch die kalte Progression besonders betroffenen Arbeitnehmer vorsah, gestimmt? Die Begründung: Wir müssen die Schuldenbremse einhalten, alles für die Bildung verwenden und unseren Enkeln wenig Schulden hinterlassen etc. Für mein sehr bescheidenes, laienhaftes Verständnis ist dies doch ein Widerspruch in sich. Oder?

09. May 2012 • 20:52 Antworten
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Gelöschter Nutzer

*Fiskalpakt - SPD Richtung & F-W Steinmeier * Der Fiskalpakt muss um die Komponente Wachstum ergänzt werden. Ende Juni wäre das Thema Europa & ESM abgehackt - Schluss mit der Großen Koalition aus der Opposition. *Frank-Walter Steinmeier for President! * Ich bin - bei all meiner Kritik - klar für Frank-Walter Steinmeier als Bundeskanzler! Er wäre ein idealer Kanzler - wenn er noch etwas sozialdemokratischer denken & handeln würde UND unbedingt: aus den Fehler der Agenda2010 lernen würde UND neue Desaster-Reformen dieser Art uns ersparten würde. *Zusammen mit Peer Steinbrück (Wirtschaft & Finanzen) und Sigmar Gabriel (Fraktionsführung) hätten wir eine starke Positionierung für viele Jahre.* Steinmeier wurde übrigens bereits von der Presse "durchleuchtet". Merke SPD: Erfolg der SPD 1998 hing auch damit zusammen, dass man Kohl & Schwarz-Gelb ins Leere laufen lies und keine weiteren Erfolg mit falscher Politik (Reformen) gewährt hat - sondern sie zu Recht blockiert hat! So sollte man dann mit Merkel-Politik ab Sommer 2012 umgehen. Die SPD sollte sich auf diese Konstellation intern & innerlich bereits festlegen - sie ist die beste für die SPD. Und dann das Jahr 2013 so vorbereiten. Kandidaten-Strategie: ab Sommer lancieren, ab Herbst inoffiziell und Ende 2012, Anfang 2013 offiziell machen - damit wäre die Spannung die ganze Zeit gewährleistet! (PS: 7 - 9, z. T. kleine Reformen ergeben in Wahrheit keine "Agenda2010", sondern sind Politik as usual.)

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Andreas Buntrock

Blockieren, um der Blockade wegen, um den Gegner eine überzuziehen, der wechselseitige Austausch unbelegter Behauptungen, Schuldzuweisungen, Schlammschlachten, das "lancieren" von Informationen - als parteiloser bibelorientierter Christ, dem es um inhaltliche und möglichst fundierte Diskurse mit allen gesellschaftlichen Kräften (ausser Nazis) um der Menschen wegen geht, kann ich nur sagen: Dieser Parteimief ekelt mich allmählich an. Wer wissen möchte, wie ich mir einen zivilisierten Politikstil vorstelle, möge unter anderem unter www.d-64.org/D-64 Charta..., www.dialog-ueber-deutschland.de/Verwaltungsverfahrens-und Transparenzreform, www.spd.de/Suche/Andreas Buntrock/... oder noch einfacher unter www.google.de/Verwaltungsverfahrebs-und Transparenzreform nachsehen. Ich habe keine Lust mehr, mich ständig zu wiederholen und dabei das Gefühl zu haben, dass es für die Katze ist. Für einen intellegenten Wähler, für den Inhalte vor Personalisierung kommen, ist die Frage nach der Kanzlerkandidatur sicher nicht von der Bedeutung, die sie unterstellen. Eine Partei allerdings, die ihr Niveau an bunten Zeitungen mit 5 Zeilen Text zwischen halbnackten Frauen ausrichten will, sollte sich besser auflösen. Man kann Rechtsstaat und Demokratie auch durch zuviel Kumpanei mir dem primitiven Teil der Gesellschaft ruinieren. Um Ihre Personalvorschläge zu kommentieren, fehlen mir Zeichen, Lust und Zeit, denn den von Ihnen vorgeschlagenen Politikstil haben die Herren alle zu vertreten.

Danke sehr für Ihre Positionen - doch Sie liegen falsch. Wäre die Gegenseite wirklich fair - könnte man über einen neuen Politik-Stil und politische Kultur reden. (Merkels Tricks, Taktieren und massive Täuschungen). Doch solange das nicht der Fall ist, darf die SPD nicht blöd sein - sondern *Verantwortung UND Cleverness! *

Andreas Buntrock

@ ManSta, 13. 5. 2012, 18.23 Uhr Der Einwand greift zu kurz. Die Wahlerfolge der Piratenpartei (www.piratenpartei.de) beweisen aus meiner Sicht, das immer mehr Menschen einen anderen Politikstil wollen. Wer sich auf das Niveau politischer Gegner herunterziehen lässt, um damit Akzeptanz bei den Wählern zu finden, kann damit mittlerweilen durchaus das Gegenteil erreichen. Und es ist auch für die Gesellschaft und die Demokratie insgesamt schädlich, statt der offenen, ehrlichen, (quellen)transparenten und möglichst fundierten Diskussion von Problemen sich nur in Schlagworten, unbelegten Behauptungen und bunten Bildchen zu ergehen. Selbst Gummibärchen wurden in einzelnen Wahlkämpfen schon geworfen, teils unverpackt, nach denen sich dann auch noch würdelos gebückt wurde (RBB, die Quelle genau zu dokumentieren habe ich in der Wut vergessen). Wenn ich dann die auch 2013 zu erwartende bundesweite Verschandelung von Strassenbäumen und Laternenpfälen und den das darstellenden Umweltfrevel denke, wird mir jetzt schon übel. Ich hätte ja noch ein Rest von Verständnis, wenn auf diesem Zeug wenigstens Internetadressen zu weiterführender Information einladen würden. Meistens ist das aber nicht der Fall.

*die Wahl der Piraten ist zu 90 % Protest-, Frust,- Action-Wahl...* (Mal was Neues). Echte Piraten-Gläubige sind sehr wenige. 5.000 Anhänger der Piraten, die auf eine Plattform aktiv sind (eher passiv-aktiv) können schon falschen Eindruck machen & wecken. 82 Mio. Bürger gibt es, 62 Mio. Wahlberechtigte gibt es, 43 Mio. haben 2009 gewählt 40 Mio. haben einen Internet-Zugang. Was sind da 5 Tsd. passiv-aktive - und wohl nur 500 echte Aktive?

09. May 2012 • 17:55 Antworten
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Gelöschter Nutzer

*Merkel ist gescheitert. Merkel ist DAS Problem Europas.* *_"Die Welt braucht uns nicht - aber wir brauchen die Welt!"*_ Krisen-Merkel & Chaos-Schwarz-Gelb bauen ihr Ego auf die guten Wirtschaftszahlen ("wir haben es gemacht" - was für ein Witz!) *Die guten BRD Wirtschaftsdaten sind Export-bedingt* - Folge der Erholung nach der Finanzkrise. Somit Folge des Top-Krisenmanagement der USA - Obama & Fed-Milliarden. Folge des Krisenmanagement von Europa - Nationalstaaten UND EZB-Maßnahmen. Und Folge des SPD-Krisenmanagements (3 S der SPD: Steinbrück, Steinmeier, Scholz). AUCH aufgrund des Aufschwungs in den Schwellenländer => wg. Erholung der Industriestaaten - vor allem USA & Europa! *Ohne die Schwellenländer und Europa könnte die deutsche (Export-) Wirtschaft sehen, wo sie mit ihrer "Wettbewerbsfähigkeit" (auf Kosten der Bürger) bleiben würde.*

09. May 2012 • 15:38 Antworten

Frank K.

@ Andreas Buntrock http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/hoffnung-auf-eine-kehrtwende_1.16796663.html das habe ich mal so auf die Schnelle gefunden "