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Debatte über Bankenregulierung
02. August 2012 - Jochen Wiemken

Banken „demokratiekonform“ umgestalten

(Foto: Daniel Biskup)



Die Vorschläge des SPD-Chefs, die Banken härter zu kontrollieren, haben eine lebhafte Debatte ausgelöst. „Die SPD will eine robuste und harte Regulierung des Bankensektors. Das unterscheidet uns diametral von den Neoliberalen in Union und FDP”, sagte Sigmar Gabriel im Interview mit der “tageszeitung”. Ihn wundere deshalb nicht, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und zahlreiche Vertreter der Banken- und Finanzindustrie sich über seine Thesen aufregen.
 


Selbst der ehemalige Berater des früheren Union-Kanzlerkandidaten Stoiber, Michael Spreng, unterstützt die Vorschläge des SPD-Chefs. In seinem Blog schreibt er: 

Das Primat der Politik steht nur noch auf dem Papier, in Wirklichkeit bestimmt die Finanzindustrie den Takt der Politik. Vor diesem Hintergrund ist es erschütternd, wie schnell die Vorschläge von Sigmar Gabriel zur Bankenregulierung als “Populismus” (Wolfgang Schäuble) abgebürstet wurden. Denn der SPD-Chef hat recht, wenn er die Frage der Kontrolle der Finanzindustrie zur Überlebensfrage der Demokratie erklärt. 



Vor zwei Wochen legte Sigmar Gabriel ein Thesenpapier mit Vorschlägen vor, die Banken härter ranzunehmen. Der SPD-Chef erhielt viel Zustimmung – aber auch Kritik. Dass Bankmanager und Finanzminister Schäuble ihm blanken Populismus vorwirft, wundert ihn nicht. „Schäuble merkt, dass die Bevölkerung bei der Bankenkrise die Nase voll hat. Dass die Deutsche Bank und der Bankenverband sich über meine These aufregen, ist doch verräterisch. Die fühlen sich zu Recht getroffen und sie wissen: da könnte man noch sehr viel tun“, sagt Gabriel der „tageszeitung“ (Donnerstag) . 



Der Parteichef bekräftigt seine Forderung, dass Banken nicht so groß und so eng miteinander verflochten sein dürfen, dass eine Pleite die gesamte Volkswirtschaft in den Abgrund reißen würde. Deshalb schlägt er vor, die Banken gesund zu schrumpfen und das Risiko des Investmentbankings vom traditionellen Geschäft zu trennen. Er plädiert zudem dafür, das Eigenkapital sowie die Einlagensicherung der Banken aufzustocken. „Banken brauchen ein eigenes ausreichendes Sicherungssystem, damit der Steuerzahler möglichst nicht haftet.“ Es gehe auch um die bestehenden Aktionärs- und Eigentumsverhältnisse. „Das will die FDP nicht, das wollen Teile der Union nicht“, stellt er fest.



Mit seinen Vorschlägen, die weit über das hinausgehen, was die Politik bisher zur Regulierung der Banken getan hat, verfolgt der SPD-Chef ein Ziel: Das Banksystem muss wieder zurückkommen zu einem marktwirtschaftlichen System, in dem Risiko und Haftung in einer Hand liegen. Anstatt in einem Paralleluniversum neben der „Realwirtschaft“ die eigene Tasche zu füllen, sollen Banken wieder das wichtige, aber langweilige traditionelle Bankgeschäft machen. Gabriel: „Dafür plädiere ich: Banken müssen wieder langweilig werden.“

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Thesenpapier von Sigmar Gabriel zu Banken und Finanzsektor

"Eine Minderheit schadet der Mehrheit – und dem ganzen Land"

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04. August 2012 • 14:27 Antworten

Alex Wiener

Finanziele Haie sollen aus eigener Tasche alle Krise bezahlen / kompensieren. Sonst eine Revolution gegen die Haie kommt im Kürze bestimmt!!!

02. August 2012 • 18:22 Antworten

Volker Rockel

Mmh,- die headline ist mißverständlich!- Im Grunde genommen geht es doch darum die Banken wieder in die Realwirtschaft zu integrieren und die Banken in ihrem Geschäft auf das zu begrenzen, was der Volkswirtschaft einen Nutzen bring! Wenn irgendeine Lehre aus dem Platzen der Immobilienblase und der Euro-Krise gezogen werden kann, dann ist das doch die, dass die Banken offensichtlich nicht in der Lage sind aus eigenem Antrieb volkswirtschaftlich verantwortungsvoll zu handeln! Und wie sich nun wieder gezeigt hat, sind sie offensichtlich auch nicht in der Lage aus eigenem Antrieb sich im Sinne der Lösung der Eurokrise aufzustellen!- Alles das was nun als Forderung im Raum steht, sei es mag ja alles richtig sein,- nur es hilft nicht konkret weiter! Insoweit gilt aus meiner Sicht: Kein Bestandsschutz mehr für marode Banken, sondern in diesem Falle Verstaatlichung; gesetzliche Beschränkung der Banken auf ihr Kerngeschäft (Zahlungs- und Kreditverkehr, Kreditvergabe, Verwaltung von Spareinlagen, dem Handel mit und der Verwahrung von Wertpapieren; schlichtweg auf alle Aufgaben die der Realwirtschaft zweifelsfrei dienen); zusätzliche Besteuerung von Anlagen im int. Finanzmarkt und Gewinnen aus Kapitalerträgen (Rücknahme der flate-rate Besteuerung auf Kapitalerträge in Deutschland, 25 % für Kapitalerträge sind ein Witz! Und "befeuern" nur die Anlagen im Finanzmarkt...) Es wäre sicherlich aus Sicht der SPD wichtig, den abstrakten Lösungsansatz mal zu verlassen....

02. August 2012 • 12:07 Antworten
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Gelöschter Nutzer

*Alltagskonforme & "Langweilige" SPD* Banken - Finanzwelt - Kapitalismus werden wohl eines der 3 - 4 zentralen Wahlkampf-Themen werden (Europa, Energie, Einkommen). Aber wenn die Wut weicht, die Konzepte & Ideen stehen und auch die konkreten Pläne... ...wenn keiner mehr genau hinschaut (Medien), weil ja bereits entschieden und eingeleitet (siehe Energiewende).. ..dann kommt es auf die beschwerliche Arbeit der Umsetzung eines so großen Projekts auf nationaler, europäischer und globaler Ebene. Die SPD muss sich im Bund endlich als regierungstaugliche Partei im politischen Alltag für 15 - 20 Jahren beweisen. Ohne die - eher für linke Parteien typische - ständigen großen Knalls: Rücktritt (Lafontaine) - ständigen Rücktrittsandrohungen (Schröder) und was es alles noch in den Rot-Grünen Jahren gab, samt Neuwahl nur 1 Jahr vor der Wahl. Die SPD muss alltagskonform und "langweilig" werden - denn Deutschland und Europa brauchen nach 2013 endlich wieder Jahre der Stabilität und der positiven Evolution & des Fortschritts. *Bankenregulierung als Schicksals-Frage der SPD!* Jetzt hat die SPD Führung die Banken-Frage als ihre Schicksals-Frage ausgerufen. Scheitert sie an der technischen und praktischen Umsetzung daran, dann scheitert die Sozialdemokratie als Ganzes. Es geht in erster Linie nicht um Ideen und Konzepte (davon gibt es eine Menge guter!) – es geht um die Qualität der Politik & Umsetzung. Das schafft dauerhaftes Vertrauen.

02. August 2012 • 11:50 Antworten

MarcMagoni

Ich verstehe die SPD nicht: - Unter Schröder wurden die von der CDU ausgehandelten Verträge bezüglich Schuldengrenze gebrochen und setzte sich ohne Vorliegen der Voraussetzungen für die Aufnahme Griechenlands in die Euro-Zone ein - Vor einem Jahr sprach sich die SPD für Euro-Bonds aus, wodurch wir immer immensere Schulden am Hals hätten und trotz aller Reform-Bekundungen keine Kontrolle über die Reformen in den Krisenstaaten gehabt hätten - Vielleicht verstehe ich das ja falsch, aber mein Eindruck ist, dass die SPD heute schon wieder so tut, als ob man durch die Regulierung der Banken die Euro-Probleme lösen könnte. Prinzipiell finde ich die Bankenregulierung und die Verminderung der Risiken richtig, aber Spaniens Problem sind nicht vorrangig die Banken, sondern dass es keine wettbewerbsfähige Wirtschaft im Rücken hat, die die Krise auffangen kann. Wer die wirtschaftlichen Strukturprobleme und die fehlende Wettbewerbsfähigkeit der Staaten übersieht, die Bedingung für ein gutes Steueraufkommen, die Staatshaushalte und den Wohlstand der Bevölkerung ist, verursacht in Europa die Gefahr von weiteren Schuldenkrisen, Massenarbeitslosigkeit, endlosen gigantischen Rettungspaketen und die Verelendung der Staaten. Der Euro verbessert nicht diesen Trend, sondern er verschlimmert ihn noch. Leute, wacht auf, wenn ihr in Europa wirklich helfen wollt!

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Hallo @ MarcMagoni "Vielleicht verstehe ich das ja falsch,... " Nein ! Das ist auch mein Eindruck ! Die SPD hat "erfolgreich" mitgewirkt ! Zu früh (EURO) , zu schnell (EU-Erweiterung....) , zu viel ( EURO-Mitglieder) ! Ich befürchte nicht nur die kommenden heftigen Probleme in Wirtschaft, Arbeitslosigkeit........... . Auch die Demokratien in EUROPA werden unter Druck geraten ! Tolle Politikerleistung speziell seit '98 !