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Das neue Rentenkonzept der SPD
11. September 2012 - Daniel von Fromberg

Die Debatte ist eröffnet

Gabriel: Das Rentenpapier soll breit diskutiert werden (Foto: Bea Marquardt/SPD)

Keine Solidar-Rente ohne Mindestlohn: SPD-Chef Sigmar Gabriel hat das neue SPD-Rentenkonzept vorgestellt und die Unterschiede zu den Vorschlägen der Union betont. Zugleich forderte er die Partei zur Diskussion auf. Die Mitglieder haben bis November Zeit, sich über den Entwurf zu verständigen.

Das Konzept mit dem Titel „Altersarmut bekämpfen. Lebensleistung honorieren. Flexible Übergänge in die Rente schaffen“ sieht eine Stärkung der Betriebsrenten sowie die Einführung einer Mindestrente von 850 Euro monatlich für langjährig Beschäftigte und Versicherte vor. Auch Geringverdiener und Beschäftigte mit langer Arbeitslosigkeit sollen diese Grundsicherung erhalten, der Fehlbetrag soll aus Steuermitteln finanziert werden.

Mindestrente für alle

Gabriel würdigte den Entwurf als Vorschlag, „der die Fehlentwicklungen am Arbeitsmarkt in den letzten Jahren und Jahrzehnten“ zu berücksichtigen versucht. Es sei deshalb klar, „dass es keine Solidarrente geben kann ohne Mindestlohn.“

Das neue Rentenkonzept sei am Montag in einer „intensiven Debatte“ im Parteivorstand besprochen worden, bestätigte Gabriel. Er betonte, dass diese Diskussion „nur der Auftakt“ zu einer längeren Debatte in der Partei sei: „Das ist der Einstieg in eine Diskussion der SPD über ein sehr umfassendes Rentenkonzept.“ Bis zum Parteikonvent am 24. November können nun mögliche strittige Punkte von den Mitgliedern diskutiert werden - wie zum Beispiel die Forderungen nach einer Anhebung des Beitragssatzes, um das Rentenniveau auf 50 Prozent zu halten. Hier gab Gabriel zu bedenken, dass schon eine Erhöhung der Rentenbeiträge um wenige Prozent zu einer Mehrbelastung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber von „30 bis 40 Milliarden“ führen könnte. „Ich will das nicht. Die Führung der Partei will das nicht“, so Gabriel.

Altersarmut frühzeitig bekämpfen

Das Ansetzen am Arbeitsmarkt und der dort grassierenden „Erwerbsarmut“ – und nicht allein an der Rente – sei ein wesentlicher Unterschied zu den Plänen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Deren Rentenkonzept nannte Gabriel „eine mittlere Katastrophe“, weil si in ihren Prognosen die immer weiter steigenden Niedriglöhnerzahlen einfach als gegeben hinnehme: „Frau von der Leyen versteht offensichtlich nicht, dass es keine Altersarmut gibt ohne Erwerbsarmut. Und wer die Erwerbsarmut nicht bekämpft, der wird am Ende nur dazu führen, dass die Kosten für die Bekämpfung der Altersarmut nur immer höher werden. Das heißt: Ohne Mindestlohn kann man ein solches Sicherungsniveau nicht einführen.“

Genau da setzt Gabriel zufolge das Konzept der SPD an: „Sie müssen die Erwerbsarmut im Arbeitsleben bekämpfen durch ein höheres Lohnniveau, durch gesetzlichen Mindestlohn, durch eine Besserbezahlung von Leih- und Zeitarbeit, insbesondere durch eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern für die gleiche Tätigkeit. Das ist der zentrale Unterschied.“

Regierung ist nicht verhandlungsfähig

Aus diesem Grund seien auch Diskussionsangebote aus der Union „skurril“, so Gabriel. Die SPD sei zwar gesprächsbereit, er sehe aber derzeit in der Regierung keine gemeinsame inhaltliche Position. Zusätzlich habe die heftige Kritik an den Vorschlägen der Arbeitsministerin aus den eigenen Reihen dieser quasi „die Geschäftsfähigkeit entzogen“. Aus diesem Grund gebe es auf Seiten der Regierung derzeit keinen Verhandlungspartner fpr die SPD, so Gabriel. Sollte sich Schwarz-Gelb aber auf einen Kurs verständigen, „sind wir selbstverständlich bereit, zu reden – wenn zeitgleich der Kampf gegen die Erwerbsarmut aufgenommen wird“.

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Materialien

Arbeit und Soziales

Eckpunkte für ein Konzept zur Bewältigung der rentenpolitischen Herausforderungen
PDF · 209,3 kB

Arbeit und Soziales

Parteitag 2011 Beschluss Arbeit / Alterssicherung (Langfassung)
PDF · 236,5 kB

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27. March 2013 • 18:09 Antworten

Jo Sommer bei Google

Unter MUT UND VERANTWORTUNG sind meine Kommentare zu lesen...schaut da auch mal :-)

27. March 2013 • 18:07 Antworten

Jo Sommer bei Google

Lieber Sigmar......Altersarmut bekämpfen....Lebensleistung honorieren....Das ist gut zu hören, freut auch mich ganz persönlich ,sowie alle meine Freunde,die sich wundern,dass ich keine Buchung von Euch bekomme. Hatte bei der letzten Eingliederungsvereinbarung dafür unterschrieben:ALLES ZU TUN, um in Arbeit und/oder angehende Selbständigkeit zu kommen. Meine Lebensleistung kann man nachlesen...ist nicht schlecht...Münte kennt mich,Gerhard auch....wann stehe ich bei Euch auf der Bühne?? www.glasdidgeridoo.de Da seht Ihr die Fotos :-)letzte Seite......Ach ist denn Michaela Gelbin wieder gesund ?? Jo Sommer facebook geht auch...

26. March 2013 • 15:20 Antworten

pewbartel

Und wie sieht es auch mit der "Mütterrente", Thema 1992? Da bleibt es bei den Obergenossen still! Beispiel, meine Frau hat sieben Jahre Vollzeit gearbeitet, danach acht Jahre freiwillige Beiträge, niedrige zwar, hat also 15 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt. Ergebnis, incl. Kindererziehungszeit, rund 220 Euro Rente ab 65. Sie sollte besser einen Asylantrag stellen und dann wenigstens auf Harz4 kommen (nicht ernst gemeint). In diesem Land Kinder zu bekommen und zu erziehen lohnt sich nicht.

25. November 2012 • 13:02 Antworten

bevman

Ja, dazu ist mir ein sehr guter Vergleich in die Hände gefallen. Hier ist er. "Der Alltag einer Rentnerin und eines Pensionärs und zeigt deutliche Unterschiede: Obwohl beide im Berufsleben gleich lang und gleich viel verdient haben, bekommt der Beamte im Ruhestand monatlich 550 Euro mehr als die Rentnerin. Der Pensionär hat's gut, er kann problemlos in Urlaub reisen oder ein neues Auto bezahlen. Die Rentnerin muss schon bei Lebensmitteln sparen. "die story" geht der Frage nach, ob Beamten-Privilegien wie Beihilfe im Krankheitsfall und Senioritätsprinzip vor dem Hintergrund immer härterer Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt noch zeitgemäß sind. Der Film zeigt auch, dass Pensionäre auch für die Haushalte der Bundesländer zukünftig ein Riesenproblem darstellen: In den kommenden 15 Jahren werden abertausende Beamte der höchsten Gehaltsstufen pensioniert. Allerdings sind für diese Kostenlawine kaum Rücklagen gebildet worden. So werden in Zukunft immer mehr Menschen in Altersarmut leben und die bereits brüchige Gerechtigkeit zwischen den Generationen wird zusehends leiden." Wie wäre es, wenn man das endlich mal angehen würde, aber da traut sich keiner ran - und schon gar nicht die, die selbst auf diesem Ast sitzen! Ich bin ja schon lange für eine Bürgerversicherung sowohl in der Kranken- als auch in der Rentenversicherung. Das klappt wunderbar - u.a. in der Schweiz. Alle sollten einzahlen, auch Beamte, Selbstständige, Gewerbetreibende u.s.w. Die SPd war auch mal dafür, aber jetzt?

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Heinrich I

Tja, das ist schon irgendwie lustig daß die Idee der Bürgerversicherung in Bezug auf Renten so klanglos verschwunden ist. Die soziale Gerechtigkeit darf wohl eine gewisse Dosis nicht überschreiten. Leute die aber auch garkeine Lobby haben, und das sind ja die meisten, fallen bei dem Gerechtigkeitsgesülze wie immer durchs Rost. So müssen wir also schon im Vorfeld der Wahlen das Geschwätz von gestern mal wieder abhaken. Wo bleibt denn eigentlich der Protest der Gewerkschaften? Das ist ja vielleicht ein Lulli-Verein.

17. October 2012 • 10:57 Antworten

Nuechter

Herr Gabriel, Sie wollen nicht, dass die Rentenbeiträge erhöht werden, um für die Rentner eine höhere, lebenswerte Rente bereit zu stellen? Wenn Sie das nicht wollen, auch ihre Partei nicht, dann ok. Aber vielleicht will es die Bevölkerung, denn sie wissen, jetzt niedrige Rentenbeiträge, für den Rentner für morgen und heute schon: Armut im Alter. Das wollen unsere Werktätigen mit Sicherheit nicht. Vergessen Sie eins nicht, was mal 1989 geprägt worden ist: **Wir sind das Volk!** Es muss zudem noch mehr getan werden: Alle sollen sich dran beteiligen an die Zahlung in die Rentenkasse: Pensionäre, Richter, hohe Beamte, Beamte, Wehrdienstoffiziere und Politiker. Letztere besonders, denn deren Diäten gibt es steuerfrei, auch zahlen sie in keine Krankenkasse, erhalten aber kostenfrei gesundheitliche Dienstleistungen. Als **sozial**demokratische Partei sollte die SPD hier mal den Durchbruch wagen. Eins ist sicher: Die Rente wird Wahlkampfthema. Wenn das auch die Parteien verhindern mögen, aber in den Köpfen der Wähler bleibt es Wahlkampfthema. Und schaffen Sie bitte auch in Vorbereitung auf die Rente, in Sachen Arbeitsverhältnisse in Deutschland andere Voraussetzungen, um den Rentnern heute und morgen eine lebenswerte Rentenbasis zu ermöglichen. ++**Und noch was Wichtiges:++** "Riester" und "Rürup", Betriebsrenten sind Risikoversicherungen. Was ist, wenn Privatversicherungen, oder Betriebe, in denen Rente angelegt wurde, pleite gehen? Und was ist mit der Inflation?

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bevman

Sie haben ja so recht! Ich habe auch gerade einen Kommentar gepostet, der sich damit befasst, dass eine Bürgerversicherung nunmehr an der Zeit wäre und ein gerechtes Einkommen am Ende des Arbeitslebens für alle. Und was die Riesterrenten etc. angeht, möchte ich mal die Geringverdiener sehen, die dafür Geld erübrigen können!