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Fakten zur Rentendebatte
12. September 2012 - Daniel von Fromberg

Rentenkonzepte im Vergleich

Eine sichere Bank: Das neue Rentenkonzept der SPD  (Foto: dpa)

Das neue Rentenkonzept der SPD sorgt für viel Diskussion. Uns erreichen auch viele Fragen, besonders zu den Unterschieden zwischen den Entwürfen von SPD und Union. SPD.de hat die beiden Konzepte verglichen und erläutert die drei wichtigsten Differenzen.

SPD-Parteichef Sigmar Gabriel hat Anfang der Woche die Debatte über das neue Rentenkonzept der SPD eröffnet. Die Parteimitglieder haben jetzt bis November Zeit, das Papier zu diskutieren. Schon jetzt erreichen uns viele Rückmeldungen und Fragen, besonders nach den Unterschieden zwischen den Vorschlägen der SPD und denen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). SPD.de zeigt die Konzepte im Vergleich.

Solidarrente vs. Zuschussrente

Solidarrente (SPD): Niedrige Rentenansprüche werden auf 850 Euro montalich angehoben. Auch Geringverdiener und Beschäftigte mit langer Arbeitslosigkeit sollen diese Grundsicherung erhalten, wenn sie trotz 30 Beitrags- und 40 Versicherungsjahren eine Rente in dieser Höhe nicht erreichen können. Diese Anhebung soll aus Steuermitteln finanziert werden. Entgegen dem Vorschlag von Arbeitsministerin von der Leyen ist private Vorsorge bei dem Konzept der SPD keine Voraussetzung. Vielmehr sollen Einkünfte aus der privaten Altersvorsorge angerechnet werden.

Zuschussrente (CDU): Das Konzept der Arbeitsministerin sieht ebenfalls eine Mindestrente von 850 Euro monatlich vor. Um diese zu bekommen, muss man allerdings 30 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben und fürs Alter zusätzlich privat vorgesorgt haben (ab 2019). Pflege oder Kindererziehung bis zum vollendeten 10. Lebensjahr werden besonders berücksichtigt. Ab 2023 sind es dann 35 Beitragsjahre (und 45 Versicherungsjahre). Zudem muss man 2019 fünf Jahre privater Altersvorsorge nachweisen - und in jedem Jahr ein weiteres Jahr. Wer ab 2014 keine Riesterrente hat, kann die Zuschussrente nicht bekommen. Die Zuschussrente soll über höhere Rentenbeiträge, ab 2025 aus Steuergeldern finanziert werden.

Betriebsrente Plus vs. Riester-Rente

Betriebsrente Plus (SPD): Jeder Arbeitnehmer kann freiwillig bis zu 6 Prozent seines Bruttoeinkommens in die Betriebsrente plus einbringen. Wenn er nicht widerspricht, werden obligatorisch 2 Prozent aus seinem lohnsteuerpflichtigen Brutto in einen Beitrag zur Betriebsrente plus umgewandelt. Dieser Beitrag wird pauschal mit 400 Euro Jahr gefördert. Diese Sockelförderung führt dazu, dass Geringverdiener überproportional stark profitieren. Zusätzlich können Arbeitnehmer bis zu 4 Prozent ihres lohnsteuerpflichtigen Bruttoeinkommens umwandeln (Zusatzbeitrag). Dieser Zusatzbeitrag wird ebenfalls gefördert.

Riester-Rente (CDU): Die Arbeitsministerin will die bisherige Riester-Förderung verbraucherfreundlicher machen. Künftig soll es für alle Riester-Produkte einen standardisierten Beipackzettel mit verbesserten Informationen zu den verschiedenen Angeboten geben. Außerdem sollen bestimmte Kosten gedeckelt und der Wechsel erleichtert werden. Die Versicherungen sollen ihre Riester-Kunden künftig zu 90 Prozent statt bisher 75 Prozent an ihren Risikoüberschüssen beteiligen.

Mindestlohn vs. Altersarmut

Mindestlohn (SPD): Ohne Erwerbsarmut gibt es auch keine Altersarmut. Aus diesem Grund flankiert die SPD ihr Rentenkonzept mit der Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro - damit jeder, der Vollzeit arbeitet, davon auch ohne weitere Unterstützung leben kann. Frauen und Männer sollen das gleiche verdienen und gleiche Aufstiegschancen haben. Der Grundsatz „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ muss auch für Stammbeschäftigte und Leiharbeiter ohne Ausnahme gelten. Erst wenn diese Probleme im gleichen Atemzug angegangen werden, lässt sich auch ein vernünftiges, zukunftsfähiges Rentenkonzept umsetzen.

Altersarmut (CDU): Die Union hingegen rechnet mit immer weiter steigenden Niedriglöhnerzahlen – und nimmt damit Altersarmut als vermeintliches Schicksal hin. Wenn aber die Erwerbsarmut nicht angegangen wird, hilft auch Von der Leyens Rentenkonzept nicht.

(mit dpa)

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14. September 2012 • 18:45 Antworten

manuela die

hat jeder arbeitnehmer die bis zu 6 % überhaupt übrig. man soll nur zahlen zahlen zahlen

14. September 2012 • 17:38 Antworten

Gerhard Hein

Was wir auch bei der Rentendiskussion brauchen, sind Visionen, denn "Visionen sind der Vorhof der Wirklichkeit".. Meine Vision ist eine beitragsfreie Rente aus einer öffentlich-rechtlichen Rentenkasse, die von der Notenbank EZB finanziert wird. Wenn es in Europa und noch viel mehr in den USA möglich ist, im Interesse von Märkten und Anlegern annähernd unbegrenzt neues Geld zu schaffen, dann muß es auch rechtlich möglich sein, im Sozialinteresse Geld zur Rentenfinanzierung zu schaffen. Das muß und darf nicht (wie im Falle der Märkte) nach dem Gießkannenprinzip erfolgen. Für den Fall der Rentengeldschöpfung gäbe es klare gesetzliche Berechnungsgrundlagen. Schaffen wir doch doch diese Grundlagen!

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Juergen Bauer

Genau so sehen ich das auch.Das ist eine SPD Antwort.Nicht in die Taschen der Arbeinehmer greifen,wie soll einer zb im Handel noch 6 % zur seite legen???Wir müssen endlich wieder die SPD für die Arbeitnehmer/inen werden

13. September 2012 • 06:25 Antworten

Volker Rockel

Liebe News-Redaktion!- Es gibt sinnvolle Vergleiche und nicht ganz-so-sinnvolle Vergleiche.- Der in diesem Artikel zählt zu den nicht-ganz-so-sinnvollen Vergleichen! Man kann sicherlich „Rentenkonzepte“ miteinander vergleichen,- so diese denn vorlägen!- Nur, weder das Gabriel’sche Eckpunktepapier noch die von der Leyen’sche Zuschussrente erfüllt den Anspruch an ein "Rentenkonzept". Das Gabriel’sche Eckpunktepapier ist, wie auch die öffentlich geäußerten Gedankengänge der Bundesarbeitsministerin, nichts weiter als eine Aneinanderreihung von Einzelmaßnahmen die dazu dienen sollen zu verhindern, dass die Mängel die aus Fehlentscheidungen in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik entstanden sind - oder die sich daraus ergeben haben, dass man jahrelang einer grundsätzlichen Reformierung des Rentensystems ausgewichen ist - dazu führen, dass diese mangelhafte Politik die Menschen in diesem Land mit Eintritt in die Altersrente erreicht! Das Gabriel’schen Eckpunktepapier analysiert weder die Ursachen für das Rentendesaster das ein Teil der ArbeitnehmerInnen mit Renteneintritt unausweichlich treffen wird, noch entwickelt es ein schlüssiges Ziel, bleibt jede Strategie zur Umsetzung schuldig und beläßt es bei Einzelmaßnahmen die in keinem Zusammenhang mit den eigentlichen Ursachen stehen!- Die Kernfrage, ob und inwieweit das jetzige Rentensystem die bestehenden (und die zukünftige Entwicklung!) der Arbeitsmarktstrukturen überhaupt noch adaptieren kann, bleibt gänzlich unbeantwortet!

12. September 2012 • 16:58 Antworten
Profilbild von Guenter

Guenter

850 Euro (*brutto? wird nicht erwähnt*) liegt unterhalb ALG II Niveau, denn dieser ist netto (wenn die Solidarrente brutto gemeint ist) also müssen nach SPD "Vision" selbst Menschen, die 40 Jahre Vollzeit gearbeitet haben im Alter gerade mal auf Existenzniveau leben, wobei immer in Frage gestellt wird, ob der ALG II Satz überhaupt ein sozio kulturelles Existenzminimum darstellt und wenn nicht, ist dies bei 850 Euro (brutto?) auch nicht der Fall. Dabei soll aber private Vorsorge angerechnet werden, also können sich alle Menschen, die durch ihren Rentenbescheid informiert werden, dass ihre Rente unterhalb 850 Euro ausfallen wird, ihre Vorsorge sparen. Die, die vorgesorgt haben, Riesterrente, Pech. Ich sehe auch Klagen auf uns zukommen, wenn Menschen ohne Vorsorge die gleiche sogen. Solidarrente erhalten, als die, die nicht vorgesorgt haben. Und was ist mit Sparrücklagen, was ist mit Eigentumswohnungen, Häuser?

12. September 2012 • 11:54 Antworten

echterfuffziger

Zum Thema Betriebsrente PLUS möchte ich anmerken sich mal folgende links zu Gemüte zu führen: http://www.bvb-betriebsrenten.de/ http://www.betriebsrentner.de/ http://www.lag-baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1149286/index.html?ROOT=1149275 = hier besonders Abschnitt 2 Darüber hinaus für die des englischen Mächtigen ist dies sicher lehrreich: http://www.forbes.com/sites/stevedenning/2011/10/22/retirement-heist-part-3-ellen-schultz-replies-to-ge/ Stell sich nur die Frage, wie kann in Deutschland das "herüberschwappen" dieser Welle aus den USA verhindert werden?? Und wird die Gefahr überhaupt erkannt?? Wenn ich die Rolle der SPD unter G.Schröder und H.Eichel zu Grunde lege, besteht kein Grund zum Optimismus. Eher ist zu befürchten das die Betriebsrenten PLUS als "Riester 2.0" in die Geschichte eingehen.

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Guenter

Das 3 Säulen Modell der Schweizer wäre ein großer Wurf.