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Haushaltsdebatte - Rede Steinmeier
12. September 2012 - Rainer Vogt

„Nichts geht mehr in dieser Regierung“

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier: "Die schwarz-gelbe Koalition taumelt wie ein angeschlagener Boxer." (Foto: dpa)

Haushaltswoche Im Bundestag. Die Diskussion über den Etat des Kanzleramts liefert traditionell den Anlass für eine Generalabrechnung mit der Politik der Bundesregierung. Die Debatte steht im Zeichen der Eurokrise und des ESM-Urteils aus Karlsruhe. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier warf in seiner Rede Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Täuschung der Öffentlichkeit beim Europakurs vor.

Noch vor einem Jahr hat Kanzlerin Angela Merkel im unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB "den Verrat an deutschen Interessen" gesehen. Zum Auftakt der Generaldebatte im Bundestag am Mittwoch kritisierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier, dass Merkel nun plötzlich diesen Schritt begrüßt. Dieser abermalige Wechsel sei der deutschen Öffentlichkeit nicht mehr zu vermitteln.

Nach den Worten von Steinmeier hat sich Merkel in den letzten Jahren immer wieder als Sparkommissarin feiern lassen und vermeintlich rote Linien beim Umgang mit deutschen Geldern in Europa gezogen. Nach kurzer Zeit habe sie diese Positionen aber wieder abgeräumt. Jetzt sei der Werkzeugkasten dieser Regierung endgültig leer.

"Sie wollten die Regierung, aber sie konnten damit nichts anfangen", hielt Steinmeier Merkel vor. Nach drei Jahren taumele die schwarz-gelbe Koalition "wie ein angeschlagener Boxer" ihrem Ende entgegen. Die dauernden Streitigkeiten zwischen Union und FDP bei fast allen Sachfragen zeigten: "Nichts geht mehr in dieser Regierung". Das Land könne sich "diese Agonie" nicht noch ein weiteres Jahr - also bis zur Bundestagswahl 2013 - leisten.

(mit dpa)

Video: Die Rede von Frank-Walter Steinmeier


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13. September 2012 • 11:06 Antworten

Günther Flenker

Ich habe mir hier die Rede von Frak-Walter Steinmeier angehört und gebe ihm recht.- aber: Was haben wir in den letzten drei Jahren gemacht? Wir haben gegen Merkels Euro-Politik gewettert, sie dann aber doch abgenickt! Glaub-würdigkeit sieht anders aus. Ebenso haben wir uns viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt, wir haben uns in vielen Inhalten von Frau Merkel die Butter vom Brot nehmen lassen, Frau Merkel hat mit vielen SPD-Themen einfach abgeräumt. Sie wird das auch im Wahlkampf 2013 versuchen, und dann? Und beim Thema Atomkraft und Fukushima, da sind die Grünen stark geworden und stellen die Landesregierung in Baden Württemberg, Und wir? Wir haben dort das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten eingefahren, 23,1%. Nun wird es aller-höchste Zeit, dass unsere Troika aufwacht. Die Bundestagswahlen sind in einem Jahr. Es wird Zeit, dass die SPD wieder zentrale Kernthemen besetzt wie Bildung, soziale Gerechtigkeit, gute Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik, gute Steuerpolitik. Beim Thema Rentenpolitik haben wir jetzt die Chance, Nägel mit Köpfen zu machen. Das Rentenkonzept muss eine eindeutige linke Hand-schrift tragen, dazu gehört auch, dass das Rentenniveau wieder höher wird als 43% vom Nettogehalt. Darüber hinaus muss die Altersgrenze flexibler gestaltet werden. Der Platz der SPD ist eindeutig links von der Mitte. Wenn wir im konservativen Lager fischen, haben wir 2013 keine Chance die Wahl zu gewinnen und das ist dringend von Nöten, meine ich.

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12. September 2012 • 18:40 Antworten

TKortmann

Frau Merkel hat das heute wirklich im Bundestag gesagt und ich habe nicht einen einzigen Zwischenruf hierzu hören und finden können: "Meine Damen und Herren, wir sind uns alle schnell darin einig, wenn es heißt: Der Aufschwung, das, was wir uns erarbeitet haben, muss bei den Menschen ankommen." Quelle: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17191.pdf Bitte wer sind diese "wir" die den Aufschwung angeblich erarbeitet haben, der nun gnädigerweise beim Bürger ankommen soll? Welches kaputte Weltbild hat diese Frau und warum höre ich hierzu von der SPD gar nichts? Meine Güte es ist Wahlkampf und die SPD scheint wieder einmal nicht hinzugehen. Sehr schade finde ich das. Ein Mitglied

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Manipu

@ TKortmann, man will doch nicht durch kritische Zwischenrufe seinen zukünftigen Koalitionspartner und seine Kanzlerin vergraulen. Merken Sie als SPD-Mitglied nicht, wie Sie von den Seeheimern hinters Licht geführt werden? Das Festhalten an der Agenda 2010, an Hartz IV und an Rente mit 67, sollte auch Ihnen zu denken geben. Viele SPD-Mitglieder sind vergleichbar mit Frauen, die von ihren Männern geschlagen werden, aber trotzdem an ihm festhalten weil sie immer und immer wieder darauf hoffen, dass er wieder so wird, wie er einmal war. Doch die nächste "Prügel" wird kommen - nach den Wahlen.

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