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Zukunftskongress der SPD-Bundestagsfraktion
17. September 2012 16:42 - Maurizio Andreas Cavaliere

SPD setzt auf Sieg

Peer Steinbrück forderte in seiner Rede die SPD auf, selbstbewusster aufzutreten. (Foto: dpa)

„Wir spielen auf Sieg, nicht auf Platz“. Mit diesen Worten eröffnete der Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier den zweiten Tag des Zukunftskongresses der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin. Rot-Grün sei die Koalition der Zukunft, die SPD werde nicht als Juniorpartner in einer großen Koalition landen, betonte er.

Steinmeier kündigte eine massive Erhöhung der Investitionen in Bildung nach der Regierungsübernahme an und erklärte, dass dafür die Erhöhung des Spitzensteuersatzes kein Tabu sein dürfe.

Die Merkel-Regierung redet die Deutschen ins Koma

Innenpolitisch gebe es nur noch Stillstand, die schwarz-gelbe Koalition liege in Agonie. Verdeckt würde dies nur über den fortwährenden Streit innerhalb der Koalition, kritisierte er. Mit ihrem ständigen „Uns geht’s doch gut“, rede die Merkel-Regierung die Deutschen „ins Koma“. Dies sei eine „Politik ohne morgen“, die SPD hingegen habe eine Vision von der Zukunft in diesem Land. Damit lag Steinmeier auf einer Linie mit Generalsekretärin Andrea Nahles. In ihrer Begrüßungsrede nannte sie ihre Partei die „Partei der Zukunft“. Im Unterschied zu anderen Parteien entwickle die SPD Visionen, die umsetzbar seien, so Nahles.

Marktkonforme Demokratie oder demokratiekonforme Marktwirtschaft?

Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück attackierte die Bundesregierung und Angela Merkel in seiner Rede frontal: „Wollen wir in einer marktkonformen Demokratie leben oder in einer demokratiekonformen Marktwirtschaft?“ Er forderte die Sozialdemokraten auf, selbstbewusster aufzutreten und Merkel in die Enge zu treiben. Gesellschaftspolitisch klammere sich die Union, trotz aller Versuche, sich SPD-Positionen anzunähern, immer noch an eine „spießige Biedermeier-Idylle des 19. Jahrhunderts“, sagte Steinbrück. Die Gleichstellung individueller Lebensentwürfe, von der „Homo-Ehe“ über alleinerziehende Eltern bis hin zu geschiedenen Paaren, die sich gemeinsam um Kinder kümmern mit herkömmlichen Ehen, müsse sich endlich auch im Steuerrecht abbilden. Darüber hinaus hielt Steinbrück  ein flammendes Plädoyer für die wirtschaftliche Erneuerung Deutschlands. Die Bundesrepublik müsse sich auf die Säulen ihres Wohlstands besinnen: Industrie und Mittelstand. Nur so könne auch in Zukunft der Wohlstand des Landes erhalten werden.

Es geht um Ideen, Wünsche und Werte

Der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel forderte zum Abschluss des Zukunftskongresses ein radikales Umdenken. Die letzten Jahrzehnte seien von Ökonomen und „Welterklärern" geprägt gewesen, „die uns gesagt haben, wie wir angeblich leben müssen". Heute gehe es vor allem darum, „wieder öffentlich darüber zu verhandeln, wie wir morgen zusammen leben wollen“. Ideen, Wünsche und Werte seien entscheidend, so Gabriel: Wir wollen wieder über Alternativen entscheiden und uns nicht von angeblichen Alternativlosigkeiten das Denken und Handeln verbieten lassen.“

Der SPD-Zukunftskongress sei ein guter Auftakt gewesen für die Ablösung einer Regierung, die ihre Politik als „alternativlos“ bezeichnet, sich in Wirklichkeit aber jeder politischen Gestaltung verweigert. Gabriel wies auf den Bürger-Dialog der SPD hin, mit dem die Partei am 24. September 2012 die Arbeit an ihrem Regierungsprogramm 2013 starten werde. Die Frage der SPD laute: Was soll besser werden in unserem Land?“ Und das Versprechen der Partei sei, „die normalen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen wieder zum Ausgangspunkt der Politik zu machen.“

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Demokratie und Freiheit

Rede des SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier beim Zukunftskongress in Berlin
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20. September 2012 • 16:01 Antworten

eisbaer

selbst die spd hat das recht, auf sieg zu setzen. doch es wird ihr nicht gelingen. sie wird bestenfalls juniorpartner der cdu/csu werden. dieser partei fehlt so einiges. u.a. ehrlichkeit, der zusammenhalt innerhalb, die nähe zur parteibasis u.a.m. wenn von innenpolitischem stillstand gesprochen wird, ahnt der wähler schon heute, dass es bei einem wahlsieg der spd schneller mit dem sozialwesen bergab gehen wird. die beiden kandidaten steinbrück und steinmeier haben doch in der ära schröder & co die grundlagen für das heutige soziale desaster gelegt. ich bin kein freund der cdu&co. sie wird auch nicht meine stimme bekommen, doch die spd mit den derzeitigen programmen auch nicht.

20. September 2012 • 01:28 Antworten

Alex Wiener

Die Reiche (finanzielle Haie) wollen offenbar Europa wieder ZUM GROßEN KRIEG FÜHREN !!! Die FINANZIELLE HAIE SIND SO DUMM, dass die einen neuen Hitler aufsuchen können. Die interessiert überhaupt gar nichts, nur eigene Milliarde. SPD soll den Reichen solche 2 Varianten zu schneller Entscheidung (innerhalb von 1 Monat) stellen: 1. SCHLIEßEN ALLE Börsen KOMPLETT oder 2. nur schädliche "Neuigkeiten" der letzten 10 bis 20 Jahren SOFORT VERBIETEN !!! NUR 1 Monat für die Entscheidung den Reichen geben!!!

19. September 2012 • 10:27 Antworten

ReinholdBraeth

Marktkonforme Demokatie oder demokartiekonformer Markt ? Auszug aus Spiegel 37/2010. Interview mit Peer Steinbrück (bekanntlich SPD) zur Bankenkrise. Auf die Frage nach dem Zustandekommen des Finanzmarktstabilisierungsgesetztes sagt er: "SPIEGEL: Einer Ihrer wichtigsten Partner dabei war Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Welche Rolle hat er gespielt? Steinbrück: Er war ein hochkompetenter Gesprächspartner und einer der Väter des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes, auch wenn das später etwas absurd anmutete." Ich würde das als marktkonforme Demokratie bezeichnen. Oder sieht das jemand anders ?

18. September 2012 • 18:28 Antworten
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Gelöschter Nutzer

Wenn ich hier zu den verschiedensten Themen, hier im Forum, die interessanten Beiträge von den SPD - Mitgliedern lese, hätte ich kein Problem, die Stimme für das Wahljahr 2013 der SPD heute schon zu garantieren !!! Aber, wenn ich in den Medien mir die SPD-"Spitzen" zu gewissen Themen anhöre, lese, bekomme ich starke "Bauchschmerzen" ! Wenn heute Bundestagswahl wäre, meine Stimme würde fehlen !!

18. September 2012 • 06:08 Antworten

Thorsten Irle

Nach Perikles ist der Wahltag nicht der Tag, an welchem eine neue Regierung legitimiert wird sondern ein Tag an dem das Volk über die bestehende Regierung urteilt. Diesen Ansatz mal zugrunde gelegt, müssen wir uns als SPD fragen, was die Merkel-Regierung denn so schlecht gemacht hat, was eine Abwahl rechtfertigen würde. Einer großen Mehrheit im Volk geht es nunmal gut, auch wenn Merkel uns mit dieser Aussage ins Koma redet. Auch ich kann dieses ewige "stärker aus der Krise raus als hinein" nicht mehr hören, aber ist es nicht richtig, daß Deutschland trotz Krise ziemlich gut dasteht ? Ok, ich weiß, daß dies nicht allein ein politischer Erfolg ist. Wirtschaft, Handel, Arbeitnehmer, Gewerkschaften haben einen weitaus größeren Anteil. Wie dem auch sei, eine wirkliche Angriffsfläche für einen Wahlkampf sehe ich hier leider nicht. Auch bei anderen Themen haben wir leider viel zu oft lediglich reagiert statt agiert: Rente, Betreuungsgeld seinen hier genannt. Selbst das Thema Homo-Ehe wurde von 12 CDU-Abgeordneten vorformuliert. Dies ist übrigens kein Plädoyer für die CDU sondern lediglich der Hinweis, daß mit Visionen eine knallharte reale Wahl nicht zu gewinnen sein wird. Und weiter kann auch das ewige wiederholen von "die-Regierung-ist-schlecht" ohne den entsprechenden Beweis zu führen ebenfalls komatös wirken

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Manipu

Lieber Herr Irle, Deutschland geht es gut - aber den Menschen? Fragen Sie einmal die Niedriglöhner, Minijobber, ARG II-Bezieher, Rentner, Arbeitsuchende und Bankengeschädigte wie gut es ihnen geht? Sie haben Recht, dass die SPD der Regierung keine gravierenden Fehler vorwerfen kann, weil sie selbst für die menschenverachtende Agenda 2010 verantwortlich ist. Sie wird ja deswegen von der CDU und speziell von der Kanzlerin ausdrücklich gelobt. Dem Großteil der Menschen in Deutschland geht es nicht gut, weil sie wissen, dass die meisten von ihnen im Alter am Bettelstab gehen, selbst nach einem arbeitsreichen Leben - öffnen Sie die Augen Herr Irle

Thorsten Irle

Hallo Manipu, es stimmt ja zum großen Teil was Sie schreiben. Ohne Frage. In diesem Kontext hier unter der Überschrift "SPD setzt auf Sieg" stelle ich nur die Frage, wie will die SPD die Wahl gewinnen, wenn es ihr nicht gelingt, die derzeitige Regierung fundiert zu kritisieren bzw. wie es im Beitrag steht "in die Enge zu treiben". Mit ALGII kann sie es nicht aus bekannten Gründen, mit Europapolitik ebenfalls nicht, da hat man immer brav der Regierung zugestimmt. Einen der möglichen Kanzlerkandidaten habe ich auch noch nicht sagen hören: Rente mit 67 wird wieder abgeschafft" usw. Wenn keine Alternative klar zu erkennen ist, bleibt der Mensch nunmal gerne bei dem was er hat oder kennt. Dies gilt auch für eine Wahl.