Hauptinhalt

Steinbrück stellt Bankenpapier vor
25. September 2012 - Jochen Wiemken

Banken an die Leine

Steinbrück: Banken müssen pleitegehen können (Foto: dpa)

Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück stellt am Dienstag der SPD-Fraktion seine Vorschläge zur schärferen Bankenregulierung vor. Am Mittwoch wird er sie der Presseöffentlichkeit präsentieren.

Im Sommer entfachte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel mit seinen Vorschlägen zur Bankenregulierung ein breite Diskussion in Politik. Wirtschaft und Gesellschaft. Nun konkretisiert der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück diese Thesen.

Die SPD-Bundestagsfraktion berät zunächst über seine Pläne zur künftigen Regulierung des Bankensektors. Am Mittwoch wird der SPD-Finanzexperte das Konzept der Öffentlichkeit präsentieren. 

Die Kernforderungen

Wichtige Eckpunkte sind bereits bekannt:

  • Es soll ein Rettungsschirm für Europas Banken aufgespannt werden, den diese selbst finanzieren sollen. „Wenn eine Bank vor der Pleite steht, sollte nicht gleich mit Staatsknete geholfen werden“, sagte Steinbrück dem „Spiegel“. „Zuerst sind Gläubiger und Aktionäre dran.“

  • Notwendig für diesen „Banken-ESM“  seien schätzungsweise 150 bis 200 Milliarden Euro.

  • Der Sozialdemokrat will der Finanzwirtschaft zudem ethische Maßstäbe setzen. Er plädiert dafür, die Spekulation mit Rohstoffen zu verbieten.

  • Auch müsse das Investmentgeschäft vom Kredit- und Einlagengeschäft getrennt werden. Dies würde Großbanken wie die Deutsche Bank treffen. „Ich will, dass sie als Holding erhalten bleibt“, betonte der Ex-Bundesfinanzminister. „Das ist nichts, was sich speziell an die Deutsche Bank richtet.“

Für Steinbrück ist klar: „Wir haben es mit Exzessen zu tun, mit Unwuchten.“ Das Vertrauen in Politik und Banken in der Krise sei verloren gegangen. Ein wichtiges Instrument der sozialen Marktwirtschaft funktioniere nicht mehr: Haftung und Risiko fielen nicht mehr zusammen.

Ihr Feedback zu diesem Artikel:



Zum Artikel

Links

Debatte über Bankenregulierung

Banken „demokratiekonform“ umgestalten

SPD-Parteichef fordert, Finanzmärkte global zu bändigen

"G20-Versprechen endlich einlösen"

Debatte um Bankenreform

Pittsburgh umsetzen - jetzt!

Vorschläge zur Reform des Finanzsektors

Trennt die Banken

Reaktionen auf Bankenkritik vom SPD-Parteichef

Sigmar Gabriel antwortet

Thesenpapier von Sigmar Gabriel zu Banken und Finanzsektor

"Eine Minderheit schadet der Mehrheit – und dem ganzen Land"

Sie müssen ein SPD.de Benutzerkonto haben, um eigene Kommentare zum Beitrag zu verfassen.

Gleich anmelden oder einloggen

26. September 2012 • 21:05 Antworten

Volker Rockel

Ob all der „Claqueure“ die in der Fraktion „das Papier des möglichen Sptzenkandidaten“ beklatschen, habe ich den Eindruck das der Genosse Steinbrück ist so etwas „wie der Einäugige unter Blinden“ ist!? *Wenn man allein die Zahlenlage der spanischen Banken zugrunde legt und die dort inzwischen aufgelaufenen Abschreibungsbedarfe auf Hypothekendarlehen und Kredite, dann wird selbst denen „die nicht Finanzminister waren“ klar, dass (sollte es jemals den Banken-ESM mit 150 bis 200 Milliarden Euro geben!) diese Summe bis Ende 2013 allein in das spanischen Finanzsystem fließen muss!* Was bei mir die Frage aufwirft: „Auf welchen Zahlen oder Erkenntnissen beruhen eigentlich solche Aussagen von Peer Steinbrück!?" Bezieht man die (absehbaren!) Entwicklungen in den Finanzsystemen anderer PIIGS-Länder mit ein (die Aufmerksamkeit verdient im Besonderen weiterhin Italien!) und die Fristigkeit der möglicherweise notwendigen finanziellen Unterstützung, dann ist der Steinbrück’sche „Banken-ESM ein Vorschlag „für die Tonne“! D.h. auch: Sich jetzt dagegen auszusprechen (wenn man denn tatsächlich Spanien in der Eurozone „unbedingt“ halten will;- ich will es übrigens nicht!), dass Gelder aus dem ESM zu den Banken fließen ist so, als wenn man einem Fallschirmspringer (nachdem er das Flugzeug verlassen hat!) nachrufen würde: „Nimm besser den Fallschirm mit....“

26. September 2012 • 09:26 Antworten

Garfield

Zitat:"Notwendig für diesen „Banken-ESM“ seien schätzungsweise 150 bis 200 Milliarden Euro." Wie kommen Sie auf diese Zahl, Herr Steinbrück? Zitat aus der Veröffentlichung der DiePresse.com vom *17.02.2009* (also mehr als 6 Monate vor der Zustimmung am *08.09.2009* zum *Art.125 Abs.1 AEUV *im deutschen Bundestag): "*18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken* 44 Prozent der Vermögens-Werte der europäischen Banken sind "faul" oder unverkäuflich - in Summe 18,2 Billionen Euro. Dieses systemische Risiko könnte weitere Banken-Hilfspakete notwendig machen. Die europäischen Banken sitzen derzeit auf 16,3 Billionen Pfund (18,2 Billionen Euro) giftiger Wertpapiere. *Demnach seien derzeit rund 44 Prozent aller Vermögenswerte der europäischen Banken "faul" oder unverkäuflich *und könnten für das EU-weite Bankensystem ein "systemisches" Risiko bedeuteten. Das geht aus einem *Papier der EU-Kommission* hervor, auf das sich die britische Tageszeitung "Daily Telegraph" beruft..." Link: http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/182-Billionen-Euro-faule-Werte-vergiften-europaeische-Banken Die von Ihnen genannten 150-200 Mrd. "Selbstbeteiligung" der Bank(st)er wären damit dann um *mind. 18000 Mrd. Euro* (18 Bio. Euro) zu *niedrig*! Aus diesem Grund betrachte ich Ihre "Banken-ESM" als schlechten Scherz und Augenwischerei! Sie wissen ja *selbst* sehr *genau*, das allein die faulen Kredite der *HRE *(inklusive der Depfabank) *ca. 1100 Mrd. Euro* (1,1 Bio. Euro) betragen!

25. September 2012 • 22:03 Antworten

Volker Rockel

Alles super;- nur leider 7 Jahren zu spät!- Und erinnere mich gut daran, dass der Genosse Steinbrück noch 2005 ankündigte "die Politik von Hans Eichel fortzusetzen", die unter anderem Private Equity und Real-Estate-Investment-Trusts förderte. So gesehen sind das ja alles tolle Forderungen!- Nur _"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben"_. Und der Genosse Steinbrück hat die Chance gehabt, gute zukunftsfähige Finanzpolitik für dieses unser Land und Europa zu machen;- nur leider hat er es zu Lasten der SPD versemmelt. Das Papier +jetzt+ zur schärferen Bankenregulierung, hilft nicht mehr weiter! Weil es für die Situation heute, keinen direkten Beitrag mehr zu leisten vermag! Vor sieben Jahren wäre das anders gewesen;- aber da war der Genosse Steinbrück offensichtlich noch nicht geläutert! Und ich pflichte Harald Schumann im Tagesspiegel v. 24.09.2010 („Peer Steinbrück: Unterm Strich steht nur Selbstdarstellung“) vorbehaltlos bei, wenn er sagt: *„Ex-Finanzminister Peer Steinbrück inszeniert sich gern als furchtloser Drachentöter im Kampf mit dem Finanzmarkt-Monster. Dabei steht sein Selbstbild im krassen Gegensatz zu seinen tatsächlichen Fähigkeiten.“ *

25. September 2012 • 17:33 Antworten

Ulrich Wegener

Urwahl statt heimlicher Wahlkampf über Vorschläge, Reden, Statements, Interviews und so weiter! Urwahl bringt den am meisten unterstützten Kanzlerkanditen. Urwahl ist mehr Demokratie in der Praxis! Urwahl schafft nebenbei die notwendige Mobilisierung der SPD! (Anmerkung der Redaktion: Aus Gründen der Barrierefreiheit bitten wir, keine Wörter nur in Großbuchstaben zu schreiben! Die schreibweise wurde entsprechend geändert.) Gabriel, Steinbrück, Steinmeier müssen 2013 gemeinsam weiter kämpfen! http://www.taz.de/Sozialdemokraten-und-die-K-Frage/!102303/ Die Diskussion sollte auch hier auf www.spd.de geführt werden. Warum keine Urwahl aller SPD-Mitglieder, mit allen drei Kandidaten-Bewerbern? Warum das unter den Dreien auszukunkeln? Die Urwahl böte die Nebenwirkung die SPD-Mitglieder zu mobilisieren. Voraussetzung für einen Wahlerfolg. Die Drei müssten erklären unabhängig vom Uhrwahlausgang gemeinsam an der Spitze des Wahlkampfs zu stehen. Also auf Muckeln zu verzichten. Übrigens: Bei der Urwahl muss es eine Stichwahl geben, wenn bei der ersten Wahl keiner die absolute Mehrheit erreicht. Ich glaube jeder andere Weg beweist nicht hinreichende politische Bildung und mangelnde Vernunft der daran Beteiligten. Basta. Allerdings in Klammern. Lieber Sigmar, lieber Peer Steinbrück, lieber Frank-Walter Steinmeier, lieber SPD-Vorstand. Ulrich Wegener (Sozialist in der SPD https://www.facebook.com/pages/SozialistInnen-in-der-SPD/143742682422832)

Antworten auf diesen Beitrag verbergen

Volker Rockel

Urwahl hin oder her: Es wird einfach „oben“ in der Partei nicht begriffen, dass es nicht auf „Papiere“ ankommt, sondern auf Personen die glaubwürdig nachvollziehbare Inhalte den Bürgern vermitteln können.- Und das sind mit Sicherheit nicht die gleichen Personen die, unter welchem/welcher KanzlerIn auch immer, einen Beitrag dazu geleistet haben, dass diese kritische Situation in den Finanzmärkten nicht rechtzeitig entschärft wurde!- Denen mangelt es einfach an Glaubwürdigkeit! Und keiner kann doch ernsthaft darauf hoffen, dass politisches Versagen von den wählenden Bürger völlig negiert wird!? Ich habe es wirklich satt mich immer wieder mit irgendwelchen Papieren auseinandersetzen zu müssen, die irgendwo in geheimen Zirkeln entstehen (wissen wir eigentlich inzwischen wer der Kommission zur Erarbeitung des Gabriel’schen Eckpunktepapiers zur Rente angehörte?) und die letztendlich immer nur dem „Egotrip“ und dem politischen Karrierestreben Einzelner geschuldet sind! Wir sind Partei;- aber zunehmend nur noch auf dem Papier und schmückendes Beiwerk für die „Parteielite“. Und deren Konzepte „über das was die Partei will“ dürfen wir dann der Presse entnehmen ...

25. September 2012 • 17:30 Antworten

Garfield

Wer sollte der SPD und insbesondere Herrn Steinbrück dieses "Banken-Bashing" abmehmen, nachdem die SPD die Bankregeln selbst "entfesselt" hat, den für viele Menschen illegalen ESM und Fiskalpakt zugestimmt haben und Herr Steinbrück 2011 bei den "Bilderbergern" zu Besuch war? Es ist seit 2008 hierzu *nichts* passiert, außer in *Irland *und in *Island*, denn dort gehen die Bank(st)er nun ins *Gefängnis*, wo sie hingehören! Zitat:„Zuerst sind Gläubiger und Aktionäre dran.“ Guter Witz! Das Ding ist mit dem ESM gelaufen = der Steuerzahler soll ohne jegliche Gegenleistung zahlen (Rechtsverstoß gegen Art. 15 GG), was immer noch* viele* Menschen für *illegal* halten, da wir in einem *Staatenverbund* mit *Haftungsverbot* leben (siehe zuletzt Urteil vom 19.06.2012).Zitat: "Das Vertrauen in Politik und Banken in der Krise sei verloren gegangen." Richtig, weshalb ich auch *keinen* weiteren Versprechen von Politikern *glaube* und daher auf eine neue vom* Volk* zu wählende *Verfassung* setze (Art. 146 GG), die sicherlich mittelfristig kommen wird und für die ich mich einsetze. Wir Menschen wissen am besten *selbst,* was für uns gut oder schlecht ist und brauchen daher *keine Bevormundung* von Eliten oder Politikern! Zitat: "Haftung und Risiko fielen nicht mehr zusammen." Richtig, jedoch hat die SPD dem ESM zugestimmt, indem der *Art. 15 GG* (siehe +Verstaatlichung der HRE+) *nicht berücksichtigt wurde*! Das war *vor* der Abstimmung *bekannt*!!!