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Peer Steinbrück soll Kanzlerkandidat werden
28. September 2012

Wir wollen Merkel ablösen

Peer Steinbrück: "Unser Ziel ist Rot-Grün" (Foto: Bea Marquardt/SPD)

Die SPD-Spitze hat sich entschieden: Peer Steinbrück soll Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2013 werden. „Wir wollen diese Bundesregierung ablösen. Wir wollen, dass sie durch eine rot-grüne Regierung ersetzt wird“, sagte Steinbrück am Freitag in Berlin.

„Ich nehme die Herausforderung an“, sagte der designierte Kanzlerkandidat der SPD Peer Steinbrück am Freitag in Berlin. Er wolle gemeinsam mit der gesamten Partei dafür kämpfen, dass die SPD nach der Bundestagswahl 2013 Regierung und Kanzler stellt, so Steinbrück. „Das ist der Anspruch, das ist der Ehrgeiz“. Schwarz-Gelb habe „erkennbar“ keine Mehrheit mehr. Sein Ziel sei es nun, die SPD in die strategische Position zu führen, die nächste Bundesregierung anzuführen. „Wir wollen diese Bundesregierung ablösen. Wir wollen, dass sie durch eine rot-grüne Bundesregierung ersetzt wird.“

Steinbrück: „Ziel ist Rot-Grün“

Peer Steinbrück bei der Vortellung zum designierten SPD-Kanzlerkandidaten
Großer Medienandrang im Willy-Brandt-Haus in Berlin (Foto: Bea Marquardt / SPD)
Steinbrück kündigte an, er werde wie Gerhard Schröder mit aller Kraft in den Wahlkampf ziehen. Schröder hatte damals die Ära Kohl beendet. Nun geht es gegen Merkel.

Die Troika, so Steinbrück, sei für die „enge Abstimmung dreier führender Sozialdemokraten“ wichtig gewesen und solle auch über „diesen Tag hinaus zusammenhalten und zusammenwirken“. Beim Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel und dem Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier bedankte sich Steinbrück ausdrücklich für die vertrauliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit der letzten Monate.


Steinbrück äußerte sich nicht zu inhaltlichen Fragen. Aus Respekt vor der Partei wolle er zunächst die Sitzungen der offiziellen Parteigremien am kommenden Montag abwarten.

SPD-Fraktionchef Frank-Walter Steinmeier sicherte Steinbrück seine volle Unterstützung zu: „Peer Steinbrück ist, davon bin ich überzeugt, nicht nur der richtige Kandidat, sondern er wird auch der richtige Kanzler für unser Land sein.“ Seinen eigenen Rückzug vom Kandidatenrennen nannte Steinmeier eine „persönliche Entscheidung.“

„Neues soziales Gleichgewicht schaffen“

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel kündigte in seiner Rede an, die SPD werde einen Vorschlag vorlegen, wie in den kommenden Jahren ein weiteres Absinken des Rentenniveaus bis 2030 auf 43 Prozent verhindern werden kann. In allen zentralen Politikfeldern sei die SPD dann neu und geschlossen für die Bundestagswahl aufgestellt. 

Sigmar Gabriel, Peer Steinbrück, Frank-Walter Steinmeier
Gabriel und Steinmeier: Steinbrück ist der beste Kanzlerkandidat der SPD (Foto: Bea Marquardt/SPD)
"Das ist der vielleicht größte Unterschied zur Zerstrittenheit der jetzigen Regierung von CDU/CSU und FDP, die auf keinem Feld der Innen- oder Außenpolitik eine gemeinsame Linie besitzt und Deutschland in den Stillstand führt." Deutschland brauche einen Politikwechsel, bei dem wirtschaftliche Kompetenz, soziale Gerechtigkeit und ökologische Vernunft endlich wieder miteinander verbunden werden. Ziel der SPD sei es, in Deutschland wieder ein neues soziales Gleichgewicht zu schaffen.

Die Bändigung der Finanzmärkte und ein neues soziales Gleichgewicht sei das Wahlkampfthema für die Bundestagswahl 2013. „Und für dieses Ziel und diese Aufgabe ist Peer Steinbrück der beste Kanzler, den Deutschland finden kann. Und deshalb ist er der beste Kanzlerkandidat der SPD.“

Gabriel: „Am Ende behält Helmut Schmidt immer Recht“

Vor vier Wochen hatten Gabriel, Steinmeier und Steinbrück untereinander die Kandidatenfrage geklärt. Zum vorgezogenen Zeitpunkt der Nominierung sagte Gabriel. Der Wunsch sehr vieler Meinungsträgerinnen und Meinungsträger nach einer vorgezogenen Klärung der Kanzlerkandidatur sei in den letzten Wochen unüberhörbar gewesen. Das könne und dürfe ein SPD-Parteivorsitzender nicht ignorieren. „Eines zeigt diese Nominierung aber auch: In der SPD ist alles wie früher: Am Ende behält Helmut Schmidt immer Recht.“ Altkanzler Helmut Schmidt hatte Steinbrück bereits vor einem Jahr als geeigneten Kandidaten genannt.

Der ordentliche Nominierungsparteitag des Kanzlerkandidaten der SPD wird am 9. Dezember 2012 in Hannover stattfinden.

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„Steinbrück kann Kanzler“ 

322/12

Rede von Sigmar Gabriel bei der heutigen Pressekonferenz im Willy-Brandt-Haus:

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14. October 2012 • 17:42 Antworten

Elisabeth Lutz

volkerultes, ich habe sehr viel mehr in meinen fast 30 jahren für die bürgerinnen und bürger bewirkt, empfehle mal meine chronik bei facebook zu lesen :-) Elisabeth

03. October 2012 • 17:06 Antworten

Elisabeth Lutz

helmut schmidt war schon immer mein favorit und es ist sicher nicht so einfach, es ihm gleich zu machen. natürlich ist heute auch eine ganz andere zeit mit anderen themen. genosse Peer, nun bist du am zug und ich bin mir sicher, du wirst es schon richtig machen. solidarische grüße Elisabeth

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volkerultes

Sorry Elisabeth, immer nur solidarische Grüße zu verfassen und ansonsten brave Huldigungen zu bekunden helfen nicht viel weiter. Peer einen Freibrief auszustellen, nach dem Motto, er wird es schon richtig machen , verschlägt mir die Sprache. Sind dies die repräsentativen Ansichten der Frauen in unserer Partei? Ich hoffe nicht. Also Genossinnnen argumentiert hier in diesem Forum endlich aktiver.

02. October 2012 • 12:02 Antworten
Profilbild von Manipu

Manipu

Steinbrück will nach eigener Aussage "enttäuschte Schwarz-Gelbwähler zurückgewinnen und riskiert, wie bei Schröder, dass er Sozialdemokraten verliert. Wir brauchen keine zweite CDU und schon gar nicht "ein bisschen FDP". Wieviel Kröten wollen die Linken noch schlucken?

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Guenter

Steinbrück wird dazu aufrufen die Zweitstimme der FDP zu geben und mit ihr kann er dann neoliberal durchregieren. Die Grünen machen da schon mit, das haben sie ja bewiesen, Hauptsache an der Macht.

wischiwaschi

Warum, is doch konsequent. Sozialdemokraten sind doch eh nur permanente Störenfriede. Heulsusen halt. >>>_Ziel der SPD sei es, in Deutschland wieder ein neues soziales Gleichgewicht zu schaffen._<<< Bittebitte nicht schon wieder ! Davon ab, NEUES scheint das absolute Lieblingswort hier zu sein. Das es ein Neues geben soll, wirft bei mir die Frage auf, wie viele soziale Gleichgewichte denn für die SPD denkbar sind. .........Bei mir gibt es nämlich nur ein Gleichgewicht.

Guenter

Steinbrück wird dazu aufrufen die Zweitstimme der FDP zu geben und mit ihr kann er dann neoliberal durchregieren. Die Grünen machen da schon mit, das haben sie ja bewiesen, Hauptsache an der Macht.

Elisabeth Lutz

ich bin auch seit fast 30 jahren in der AsF und habe dort mal bei einem treffen der Frauen auf einen antrag der AsF gegen Lkw von der straße, daß wort ergriffen und zwar sprach ich für die Lkw-Fahrer, was soll passieren, wenn niemand mehr seine einkäufe beim supermarkt erledigen kann, weil dort nichts mehr zu kaufen ist, was ist mir den Lkw-Fahrern, die arbeitslos werden, was mit den Spedionen, die pleite gehen und und und? arbeitslosigkeit wäre die folge. wer will sowas denn haben? ich wurde ausgebuht, erst als ich dann wieder durch die rd. 500 frauen zurück auf meinem platz war, sagte mir eine senioren: gut gemacht, Elisabeth.

Elisabeth Lutz

fast 30 jahre in der aktiv in der SPD für die bürgerinnen und bürger immer auf achse und jetzt kommt ihr. Elisabeth

02. October 2012 • 00:13 Antworten
Profilbild von Guenter

Guenter

In welche Richtung bewegt sich die SPD mit Peer Steinbrück bei einer Grund-, Garantie- Solidarrente? Die SPD kritisiert auf der einen Seite, dass beim Vorschlag von Frau von der Leyen nur wenige Menschen in den Genuss einer Zuschussrente kommen, um dann selbst solche hohen Hürden aufzubauen, die kaum ein Mensch bei heutigen Erwerbsbiografien erreicht. Ein starres 40 Versicherungsjahre, 30 Beitragsjahre wird Altersarmut nicht gerecht. Was machen Menschen mit 42 Versicherungsjahren, aber nur 29 Beitragsjahre? Wird die SPD mit Peer Steinbrück dafür sorgen, dass Versicherungsjahre zu Beitragsjahren werden können? Wird sie die Rentenbeiträge beim ALG II nachentrichten, die die derzeitige Regierung gestoppt hat, weiter abführen? Wie verhält es ich mit Vermögen, mit Eigentumswohnungen, Häusern? Ändert sich bei der Grundsicherung die Vermögensgrenze oder müssen alte und arme Menschen erst ihren letzten Spargroschen bis auf 2600 Euro aufbrauchen um in den Genuss einer Grundsicherung zu kommen? Will die SPD die Schwächsten der Gesellschaft zum Grundsicherungsamt schicken? Es sind die Fragen zu den Schwachen, die ich stelle, die die SPD vorgibt, schützen zu wollen und gleichzeitig dann immer sagt, irgendjemand müßte dafür Steuern bezahlen, mit der MWST zahlen ALLE. _*Anmerkung der Redaktion:* Sehr geehrter Nutzer, wir haben Ihre Frage an die Redaktion gelöscht. Bitte richten Sie Fragen an die Redaktion an newsdesk[at]spd.de. Für Fragen an unsere PolitikerInnen nutzen Sie bitte das Kontaktformular._

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wischiwaschi

>>>_Es sind die Fragen zu den Schwachen, die ich stelle, die die SPD vorgibt, schützen zu wollen_<<< Wozu, es gibt doch Tafeln für's Essen und Brücken zum Wohnen. 1.500.000 Menschen verhungern nur deshalb nicht, weil Discounter "sich erbarmen" und Ehrenämtler verteilen. Ein absolutes Erfolgsmodell. _"http://www.tafel.de/die-tafeln/zahlen-fakten.html":http://www.tafel.de/die-tafeln/zahlen-fakten.html _ Die etablierte Politik schaut nicht einmal zu. Sie schaut weg. ...Nur leider nicht aus Scham, sondern aus einer abgehobenen, rundum überversorgten Gleichgültigkeit heraus. ...Oder wann hat man Peer Steinbrück oder A.Nahles das letzte Mal im Gespräch mit Obdachlosen oder Tafelgängern gesehen ? Das Geschmeiß interessiert doch niemanden. "Wer nicht arbeitet braucht auch nüscht zu Essen" und auch keine Interessenvertretung.

01. October 2012 • 10:15 Antworten

volkerultes

Die Entscheidung pro Steinbrück wird von Vielen hier im Forum skeptisch gesehen. Sicherlich sind manche Kritikpunkte gerechtfertigt. Nur wenn Gabriel, Steinmeier und Kraft nicht antreten wollten, blieb halt nur Steinbrück übrig, daß der will und und den dazu notwendigen Biß hat, steht wohl außer Frage. Oder kann jemand ernsthaft einen anderen ebenbürtigen Alternativkandidaten nennen? Ergo müssen wir uns dieser Realität stellen und ihm die gewünschte Beinfreiheit zu Gunsten sozialdemokratischerer Politik kürzen. Im übrigen müßte ein Kandidat, der es allen in unserer Partei rechtmachen würde, erst noch als eierlegende Wollmilchsau geboren werden. Aber selbst ein solcher hätte in der SPD noch diverse Kritiker. Also kompromißbereit die Sache angehen und dahingehend argumentieren, daß solange noch Geldmittel für die Stützung in-und ausländischer Banken und deren Aktionäre bereit stehen, müssen diese erst recht für die sozialen Interessen unserer Bürger vorhanden sein.

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Guenter

wenn ich lese, dass Sigmar Gabriel sich schon Anfang 2011 gegen eine eigene Kanzlerschaft entschieden hat, kommt mir das Geschacher um die sogen. Troika ganz schön komisch vor. Gut finde ich, dass die Leute erkennen (müssen) dass sich Engagement lohnt. Die SPD wollte den Kanzlerkandidaten erst nach der Niedersachsenwahl nennen, auf Druck der Öffentlichkeit, der Medien und der Mitglieder mußten sie das früher tun. Ich bin sehr gespannt, Fragen, die ich stelle, werden gerade man wieder nicht veröffentlicht, weil die Beiträge nicht gestückelt werden dürfen. Ja, ja, die SPD will zuhören und findet dann merkwürdige Ausreden.... *Anmerkung der Redaktion:* _Sehr geehrter Nutzer, für Fragen an Herrn Steinbrück nutzen Sie bitte das Kontaktformular auf unserer Seite - oder schreiben Sie ihm direkt an peer.steinbrueck[at]bundestag.de_

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Guenter

Man hätte durchaus Kandidaten aufbauen können, aber die drei wurden ja von oben gesetzt, also konnte sich niemand wirklich profilieren. Ich bin sehr skeptisch was Steinbrück anbelangt. Über Soziales habe ich von ihm noch nichts konkretes gehört. Die nächsten Wahlumfragen werden sicher spannend, auch wenn Steinbrück miterleben muss, dass die Werte für die SPD stagnieren oder gar sinken, viele zu den Linken und Piraten wandern. Wir müssen im Moment einfach abwarten.

wischiwaschi

Preisfrage: Was unterscheidet Steinbrück vom Schröder ? Ich seh da keinen Unterschied.

volkerultes

@ wischiwaschi und guenter: meine Antwort: siehe Kommentar von wischiwaschi vom 30.9.2012.