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Spitzentreffen von SPD und DGB
02. October 2012 - Daniel von Fromberg

Gemeinsam für soziale Gerechtigkeit

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, DGB-Chef Michael Sommer und der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel nach dem Spitzengespräch in Berlin (Foto: DGB / Ralf Steinle)

Nach dem Spitzentreffen von SPD und Gewerkschaften betonten SPD-Chef Sigmar Gabriel, SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und DGB-Chef Michael Sommer die Gemeinsamkeiten im Kampf gegen Ungerechtigkeiten am Arbeitsmarkt. Bei der Rentenreform bestünden zwar noch Differenzen, doch Steinbrück hob hervor: „Beim Rentenniveau sind wir weiter im Gespräch.“

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat bekräftigte nach dem Treffen in Berlin seine Position zur Rente mit 67: „Zur Sicherung der finanziellen Grundlagen der Sozialversicherungssysteme brauchen wir solche Anpassungen.“ Zugleich sprach er aber auch von „Brücken“, die die SPD den Gewerkschaften und den Arbeitnehmern beim „komplizierten Thema der Rente mit 67“ bauen wolle. Dazu gehörten verbesserte Erwerbsminderungsrenten sowie der abschlagsfreie Zugang in die Rente nach 45 Versicherungsjahren.


SPD und Gewerkschaften: Verwandte mit Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschieden

Steinbrück bezeichnete Gewerkschaften und SPD als „Verwandte“ mit einer ganzen Reihe von Gemeinsamkeiten. „Aber in dem einen oder anderen Punkt unterscheiden wir uns auch. Wir gehen dabei aber so miteinander um, das wir darüber im Gespräch sind.“ Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel würdigte die Gewerkschaften als „Experten für das Alltagsleben der Menschen“ – vor allem der arbeitenden Menschen. Für diese stehe auch die SPD seit 149 Jahren ein. 

„Guter Lohn für gute Arbeit“

Die SPD wie auch die Gewerkschaften waren sich weitestgehend darüber einig, was nun politisch auf der Tagesordnung stehe, weitestgehend einig, so Gabriel: „Wir brauchen in Deutschland wieder Recht und Ordnung auf dem Arbeitsmarkt.“ Dazu gehören die Einführung eines bundesweiten gesetzlichen Mindestlohns ebenso wie gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit, faire Löhne und die Abschaffung sachgrundloser Befristungen. „Gute Arbeit muss guten Lohn geben“, so Gabriel. Dieses Thema werde die SPD ins Zentrum ihres Wahlkampfs rücken.

Ältere Arbeitnehmer integrieren

Mit Blick auf die Rentendebatte schlug Gabriel ein Anreizsystem für Arbeitgeber vor, die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern altersgerechte Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Eine solche Entwicklung könnte man über niedrigere Rentenbeiträge fördern – und diejenigen, die das nicht tun, mit höheren Beiträgen belegen. Dies könnte gerade vor dem doppelten Hintergrund der Debatte um Fachkräftemangel und um die demographische Entwicklung ein wichtiges Zeichen sein.


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15. October 2012 • 17:15 Antworten
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Guenter

Bilddeutung: Oben Michael Sommer appelliert, richtet sich an Sigmar Gabriel, dieser drückt aus, was soll ich machen und Steinbrücks Miene zeigt, wann hört der endlich auf, ich habe doch schon meine "Beinfreiheit". Unten Steinbrück "die Agenda 2010" war richtig, Michael Sommer "so nicht" Allerdings singt vermutlich Michael Sommer auch das Hohelied der Arbeit. Für Gewerkschaften und die SPD hat die Arbeit eine Würde und nicht der Mensch. Wer nicht will, der muss bei Hartz IV, sonst wird sanktioniert - an die Arbeit ihr Menschen Wer nicht genug gearbeitet hat - in die Grundsicherung, in die Altersarmut

13. October 2012 • 21:44 Antworten

volkerultes

Die Headline " Gemeinsam für soziale Gerechtigkeit" scheint sich bzgl. der Gemeinsamkeit als Ente zu entpuppen, wenn ich dazu vorab das Interview von Michael Sommer in der "Wirtschaftswoche" vom 15.10.2012 lese. Daraus drei Zitate: 1." Hartz IV ist ein Armutsprogramm". 2. " Die Rente mit 67 muß ausgesetzt werden". 3. " Bis an mein Lebensende überzeugt mich niemand, dass die Agenda 2010 gut war." Im Gegensatz dazu Genosse Steinbrück, der meint ,die SPD sollte stolz auf die Agenda 2010 sein. Also ich bin bei Sommer und man muß mit Steinbrück über die Kürzung seiner Beinfreiheit zu diesen Aspekten diskutieren. Genossen hier steht Handlungsbedarf an.

10. October 2012 • 16:26 Antworten
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Guenter

Wo hört oder liest man etwas von sozialer Gerechtigkeit bei der SPD. Nicht einmal beim "Bürgerdialog" kommt Soziales vor. Vielleicht müssen wir aber auf den Parteitag warten. Ich habe aber wenig Hoffnung, dass Steinbrück endlich mal klare Positionen vorstellt. SEINE! Die Hoffnung stirbt zuletzt.

08. October 2012 • 17:22 Antworten
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Guenter

Die Gewerkschaften sind teilweise gegen die Agenda 2010 und Hartz IV. Wo sind die Forderungen der Gewerkschaften, Hartz IV zu verändern? Wo sind die Antworten der SPD auf die Frage, ob die Verschärfungen von Hartz IV, die durch die damalige CDU/FDP Opposition erfolgten und immer wieder von der SPD tränenreich erwähnt wurden, zurückgenommen werden bei einer Regierungsübernahme?

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volkerultes

@ Guenter: Deine jeweiligen Fragen und Antworten an Gewerkschaften und SPD sind berechtigt. Reaktionen darauf werden wahrscheinlich leider nicht erfolgen.

Guenter

Auf die Frage nach der Agenda 2010 stellt Steinbrück diese als Erfolg dar (und blendet die Probleme, aus meiner Sicht, die dadurch in Europa entstanden aus), auf die Frage, ob er Hartz IV verbessern würde, weicht er aus, also will er keine? Vielleicht agiert er auch populistisch? Hat er weitere Verschärfungen im Sinn? Fragen, die er nicht beantwortet und dies als Kanzlerkandidat!

04. October 2012 • 10:30 Antworten
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Manipu

Dass Schröder ohne große Gegenwehr seine Agenda 2010, mit den menschenverachtenden Hartz IV-Gesetzen, durchsetzen konnte, lag auch an dem Versagen der Gewerkschaften. Wenn nun SPD und DGB gemeinsam für soziale Gerechtigkeit zu Felde ziehen, fällt es den prekär Beschäftigten und allen Benachteiligten der Basta-Politik sehr schwer ihnen zu glauben. Michael Sommer kritisiert zwar die Rente mit 67, doch Steinbrück und seine Seeheimer Freunde wollen dem DGB-Chef ein paar "Brücken" bauen damit er seinen Mitgliedern die vorprogrammierte Altersarmut doch noch schmackhaft machen kann. Schließlich arbeitet man Hand in Hand, damit die dummen Normalbürger ruhig und gefasst ihr "Schicksal" erdulden. Denn auch der DGB weiß, dass streikende und rebellierende Mitglieder Geld kosten, das man dann für „Schulungsreisen“, „Verwaltungskosten“ und Funktionärsgehältern nicht mehr zur Verfügung hat.

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wischiwaschi

Viele Gewerkschaften sind doch nichts Anderes als eine Versicherung für Arbeitgeber, damit die Belegschaft nicht auf die Idee kommt, ihr Recht in Eigenregie durchzusetzen. Ohne Gewerkschaften wären Arbeitgeber oftmals ganz schön aufgeschmissen. Wir brauchen gute Betriebsräte. Auf die Gewerkschaften in heutiger Form könnte man indes auch gut verzichten und stattdessen seine Beiträge für Sinnvolles ausgeben.