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Spekulantensteuer kommt
10. October 2012 - Jochen Wiemken

„Der Druck hat sich gelohnt“

Auf Druck der SPD kommt die Spekulantensteuer (Foto: dpa)

Lange wehrten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble dagegen – nun hat die Finanzmarktsteuer auf europäischer Ebene die erste Hürde genommen. SPD-Chef Sigmar Gabriel freut sich, dass die „Hauptverursacher der Krise, die Zocker in den Banken und an den Börsen“, nun auch einen Teil der Krisenkosten tragen müssen.

Endlich. Elf EU-Länder gehen voran und wollen eine Finanzmarktsteuer einführen. Nach jahrelangem Ringen haben sich die Finanzminister von elf Euro-Staaten am Montag darauf geeinigt, eine Abgabe auf Finanztransaktionen einzuführen.

In den vergangenen Jahren wurden nur die kleinen Leute zur Kasse gebeten. Damit ist jetzt Schluss. „Jetzt müssen auch die Hauptverursacher der Krise – die Zocker in den Banken und an den Börsen – einen Teil der Kosten tragen“, stellt der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel fest.


„Zocker“ werden zur Kasse gebeten

Durch die Besteuerung können gefährliche Transaktionen, die bislang ganze Volkswirtschaften in Schwierigkeiten bringen können, erschwert werden. Zum Beispiel der so genannte Hochgeschwindigkeitshandel.

Ein Erfolg der SPD. Jahrelang hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sich gegen die Besteuerung der Finanzmärkte gewehrt, „die FDP lehnt sie eigentlich bis heute ab“, daran erinnert der SPD-Vorsitzende am Dienstag.

SPD und Grüne setzten Spekulantensteuer durch

Erstmals 2009 folgte Merkel dem Vorstoß Peer Steinbrücks, damals Finanzminister, eine solche Steuer international voranzutreiben. In der folgenden Koalition mit der FDP trat sie wieder auf die Bremse. Den Durchbruch brachten im Frühjahr dieses Jahres die Verhandlungen zum Fiskalpakt. „Es war richtig, dass SPD und Grüne die Einführung der Steuer zur Bedingung für die Zustimmung zum Fiskalpakt gemacht haben“, stellt Gabriel fest. 

Gabriel dankt Gewerkschaften und Initiativen

Dass die Transaktionssteuer kommt, sei ein großer Erfolg für die unzähligen Menschen, die sich seit Jahren und Jahrzehnten nicht nur in den Parteien, sondern vor allem in Gewerkschaften und Initiativen „unermüdlich“ für dieses Thema eingesetzt hätten. 

Sigmar Gabriel: „Lange Zeit sind sie als Spinner und Naivlinge verspottet worden. Vielen Dank für den unermüdlichen Einsatz!“

Die Finanzmarktsteuer



  • Gemeinsam starten Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich, Portugal, Slowenien, Griechenland, Italien, Spanien, die Slowakei und Estland.



  • Erwartet werden jährliche Erträge in zweistelliger Milliardenhöhe. Die EU-Kommission geht davon aus, dass in der gesamten EU rund 57 Milliarden Euro erbracht werden könnten.



  • Das Geld soll sowohl das Wachstum fördern als auch die Staatsschulden senken.



  • Möglichst alle an den Finanzmärkten gehandelten Produkte sollen erfasst werden. Die Steuersätze werden voraussichtlich zwischen 0,01 und 0,1 Prozent liegen.



  • Durch die geringen Steuersätze, die nur bei Transaktionen anfallen, werden Kleinsparer nicht belastet. Sondern Spekulanten, die mit sehr großen Summen arbeiten und in kurzer Zeit oft kaufen und verkaufen.

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13. October 2012 • 10:13 Antworten

Alfred Epp

Endlich siegt auch hier die Vernunft... Die Märkte werden es sehr bald zu honorieren wissen, sobald sie wahrnehmen, dass nur die Zocker noch nach England, Amerika, und Asien gehen.... Leider gibt es noch viele andere Baustellen ich empfehle deshalb der SPD und ihren Entscheidungsträgern das Buch von Joseph Stiglitz *IM FREIEN FALL *dort sind sehr gute Lösungsvorschläge zur Bankensanierung, Immobilienblase usw. beschrieben. MFG Alfred Epp

12. October 2012 • 21:09 Antworten
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wischiwaschi

>>>_Durch die Besteuerung können gefährliche Transaktionen, die bislang ganze Volkswirtschaften in Schwierigkeiten bringen können, erschwert werden._<<< Wenn man nach jahrelangem Delirium nun endlich erkannt hat, dass man Dinge ermöglicht hat, die den Menschen gefährlich werden, ... dann gehört das ohne Wenn und Aber verboten. Wenn es Leute gibt, die meinen, man könne mit windigen Finanzverbrechen Menschen des eigenen Profites wegen ins Unheil stoßen, dann gehören sie hinter Gitter oder zumindest auf ewig von unseren Märkten ausgeschlossen. Stattdessen werden sie zu Beratern gemacht oder in allerhöchste Positionen gehoben. Ohne Goldman Sachs hätten wir bspws. heute das Problem mit Griechenland nicht. Dieses Syndikat hat Europa, oder präziser, den Menschen schweren Schaden zugefügt. ...Wenns nach mir ginge, würden die hier keinen Lutscher mehr verkaufen dürfen und die vorsätzliche Destabilisierung von Volksgemeinschaften ein terroristischer Akt. Niemand käme auf die Idee, einen Kinderschänder zum Betreuer zu machen. Hier passierts, ...vor aller Augen. ...Und alle gucken wech........ Das wäre in der Tat ein Fall für die Kavallerie. Der massive Einsatz von Wattebäuschchen bringt uns nicht weiter und verstärkt nur den Eindruck, dass man es sich mit den allem Anschein nach wirklich Regierenden nicht verscherzen will. Es darf nur überleben, was einen wirklichen Nutzen für die Menschen hat.

12. October 2012 • 18:31 Antworten
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Gelöschter Nutzer

Zitat: „Der Druck hat sich gelohnt“ Für Wen ? Wer profitiert ? Wer versucht uns wieder alles schön zu reden ? Durch Politik- und Politikerversagen ist dieser Zustand erst möglich geworden! Zittat:"SPD und Grüne setzten Spekulantensteuer durch" Ihr seid ja auch die Mitverursacher ! Der verursachte und zukünftige Schaden kann mit solchen Alibimaßnahmen nicht annähernd behoben werden ! Augenwischerei ! Eine echte wirksame Regelung, die solche perverse Machenschaften verbieten, ja, unter harte Strafe stellen, das wäre mal eine gute Politik ! Frage: Wenn ich einen Schaden verursache, muss ich Ihn mind. komplett ersetzten, oder auch nur einen bescheidenden kleinen Anteil ? Wir brauchen nicht nur in der Finanzpolitik wieder seriöse LEITPLANKEN ! Merkt Ihr (Politiker) nicht, das eine VERLOTTERUNG sich in den verschiedensten Bereichen weiter breit macht ?

11. October 2012 • 17:21 Antworten
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wischiwaschi

Prima, nun brauchen die Banksters wenigstens keinen Schiss mehr davor zu haben, dass der Sumpf endlich trockengelegt wird, denn nun lautet die Parole: Macht ruhig weiter, denn je mehr Sumpf, desto mehr Geld. .....Mir wird schlecht..............

11. October 2012 • 15:34 Antworten
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Guenter

Als Lafontaine, noch in der SPD, als Finanzminister in der Schröder Regierung, eine Finanztransaktionssteuer forderte, war die SPD, war Schröder nicht amused. Müntefering sagte, Opposition ist Mist, sehr undemokratisch Wie sich jetzt zeigt, ist natürlich Opposition nicht Mist, sondern in der Opposition kann man fordern, was man in Regierungsverantwortung nicht macht. Oder hat die SPD Mindestlöhne in Regierungsverantwortung geschafft, nein, sie hat sogar aus Egoismus und Machtinteresse in der großen Koalition Mindestlöhne verhindert. CDU räumt Wahlkampfthemen ab, wetten, dass nächstes Jahr die Mindestlöhne folgen. Ich bin gespannt welch großer Unterschied bei der Rente herauskommt und wieviele Menschen, Wähler_innen betroffen sind. 40/30er Regelung :-(