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Debatte über Nebeneinkünfte
14. October 2012 - Jochen Wiemken

Union und FDP müssen Farbe bekennen

SPD-Fraktionschef Steinmeier wirft Union und FDP Scheinheiligkeit vor (Foto: dpa)

Die SPD will die komplette Offenlegung von Nebeneinkünften durchsetzen. Das kündigt Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier in der „Bild am Sonntag“ an – und knüpft sich die Kritiker aus Union und FDP vor. „Diese scheinheilige Gesellschaft von Union und FDP werden wir uns jetzt zur Brust nehmen“, so Steinmeier.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte angekündigt, in den nächsten zwei Wochen einen von Wirtschaftsprüfern erstellten Bericht über Auftraggeber und Durchschnittsverdienst seiner Vorträge vorzulegen. Steinbrück hatte zudem vorgeschlagen, die gesetzliche Regelung der Nebeneinkünfte so zu verschärfen, dass jeder Abgeordnete auf Heller und Pfennig angibt, was er dazuverdient.

Nun hat Fraktionschef Steinmeier angekündigt, die SPD werde noch in der nächsten Woche einen Vorschlag zur „erheblichen Verschärfung“ der Regeln vorlegen. „Und dann werden wir ja mal sehen, ob Herr Döring und seine Kolonne bei dem Ruf nach Transparenz an Bord bleiben.“

Union und FDP blockieren Verschärfung seit Jahren

In den vergangenen Jahren waren alle Initiativen der SPD für eine stärkere Transparenz am erbitterten Widerstand von CDU, CSU und FDP gescheitert. Daran erinnert der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel im Gespräch mit „Spiegel online“ am Sonntag. „Ich habe selten eine so verlogene Debatte erlebt“, so Gabriel.


SPD-Fraktionschef Steinmeier kritisiert die Angriffe aus der Koalition deshalb als scheinheilig. „Das muss man sich mal vorstellen: Der FDP-Generalsekretär Döring kassiert als Aufsichtsrat der Deutschen Bahn und Westerwelle hat noch als Fraktionsvorsitzender Vorträge gegen Honorar gehalten.“

Als völligen Unsinn bezeichnet er Angriffe auf den Ex-Bundesfinanzminister, weil Steinbrück Vorträge vor Banken hielt. „Wer nach dem Papier von Peer Steinbrück zur Bankenregulierung behauptet, er würde der Finanzwelt nach dem Munde reden, hat entweder das Konzept nicht gelesen oder ist böswillig.“

SPD-Vorschlag: Nebeneinkünfte komplett offenlegen

Die SPD schlägt vor, dass künftig auch Auskünfte über Nebenverdienste von vier- und fünfhunderttausend Euro verlangt werden. Bisher müssen Abgeordnete Einkünfte aus Nebentätigkeiten nur in drei Stufen einordnen: von 1000 bis 3500, von 3500 bis 7000 und über 7000 Euro.

Die SPD-Fraktion wird zudem erneut ihren Gesetzentwurf zum Verbot der Abgeordnetenbestechung in den Bundestag einbringen. Auch dieser wurde bisher von Schwarz-Gelb blockiert.

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15. October 2012 • 21:37 Antworten

Volker Rockel

Lt. "welt-online" vom heutigen Tage "SPD will volle Transparenz bei Nebeneinkünften Fraktionsvorstand verabschiedet Eckpunktepapier (Zitat): "*Die Abgeordneten des Bundestags sollen nach dem Willen der SPD künftig ihre Nebentätigkeiten auf Euro und Cent genau angeben und veröffentlichen. "Genannt werden müssen Art der Tätigkeit, Höhe des Entgelts, Name und Sitz des Arbeits- oder Auftraggebers oder des Vertragspartners, für den der Abgeordnete tätig ist", heißt es laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" in einem Eckpunktepapier, das der geschäftsführende Vorstand der SPD-Fraktion verabschiedete.*" Hätte eigentlich auch die "News-Redaktion" unter Aktuelles bringen können...

15. October 2012 • 20:45 Antworten
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wischiwaschi

Jawatnu...bis auf den letzten Cent oder doch lieber weiter so mit Intransparenz ? >>>_„Wer nach dem Papier von Peer Steinbrück zur Bankenregulierung behauptet, er würde der Finanzwelt nach dem Munde reden, hat entweder das Konzept nicht gelesen oder ist böswillig.“_<<< Ich frage mich ja eher, welchen Nutzen sich die Banken von Steinbrücks Reden versprechen/versprochen haben. Warum sollten sie einem ihrer Gegner (?) für 'ne Stunde Gerede zigtausende Euros zuschieben ? ...Ok, soll Leute geben, die für's Demütigen viel Geld bezahlen, aber Banken sind eher sadistisch als masochistisch veranlagt. Die bezahlen doch niemanden, der ihnen an die Wäsche will. Warum sollten sie ...? Das eigentlich Verwerfliche ist meiner Meinung nach, Boniabzockern grenzenlose Gier vorzuwerfen, sich aber von den gleichen Typen aus dem gleichen Topf, mit dem Hinweis auf "die haben's ja", die Kohlen zuschieben zu lassen. - ~3500€/h x 8 Stunden x 300 Tage wären übrigens auch rd. 8,5 Millionen... Außerdem finde ich es unmöglich, dass Einkünfte unter 1000 EUR gar nicht angeben werden müssen. Kann es sein, dass gerade in diesem Bereich am meisten eingesackt wird ?

15. October 2012 • 06:31 Antworten

Volker Rockel

*Nicht wieder "Stufen für Nebeneinkünfte"!- 100prozentige Transparenz der Nebeneinkünfte (nach Höhe und Quelle!) von Abgeordneten;- und gut ist's! * Und da zu den Nebeneinkünften dann auch andere „geldwerte Einkünfte“ zählen als nur "cash", dürfte eine 100prozentige Offenlegung der Nebeneinkünfte und die Ratifizierung der "UN-Konvention gegen Korruption" und die damit zwangsläufig einhergehende Änderung des Strafgesetzbuches § 107 helfen, dass "Nebeneinkünfte" auch nicht versehentlich keine Erwähnung gegenüber dem Präsidenten des Deutschen Bundestages finden könnten! Mithin nicht nur für den Bürger die notwendige Transparenz besteht in welcher Höhe Nebeneinkünfte dem Abgeordneten zufließen, sondern auch gemachte Angaben der Abgeordneten gegenüber dem Präsidenten des Deutschen Bundestages gegen die Angaben der Steuererklärung durch die Finanzbehörden abgeglichen werden könnten bzw. durch die die "Quelle" der Nebeneinkünfte nachvollziehbar wird, ob und inwieweit Nebeneinkünfte durch einzelne Abgeordnete vollständig aufgeführt werden! Verblüffend ist ohnehin, dass die gleichen Abgeordneten ihren Staatsbediensten nur erlauben Nebeneinkünfte zu erzielen wenn der Dienstherr zustimmt hat und diese eine bestimmte Stundenzahl nicht überschreitet, jede Form der Zuwendung unter den Generalverdacht der Bestechlichkeit gestellt wird (und daher richtigerweies ausgeschlossen wird!);- und "diese Transparenz" ausgerechnet für vom Bürger alimentierte Abgeordnete nicht gelten soll!?

14. October 2012 • 18:00 Antworten
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Gelöschter Nutzer

Zitat: "Union und FDP müssen Farbe bekennen" Nicht nur diese Parteien, auch Ihr (SPD) und Kandidat ! Ist ein anderes Thema. Jetzt bin ich gespannt, wie die Union,fdp reagieren wird ! Bei einer weiteren Blockade wäre das ein klares 1 : O für Herrn Steinbrück und SPD ! Und dies auch "LAUT" und DEUTLICH in den Medien darstellen, diese Scheinheiligkeit ! Und dann zu den anderen wichtigen offenen Themenpunkte und Klarstellungen !