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Steinbrück trifft Nobelpreisträger Stiglitz
13. October 2012 - Jochen Wiemken

Wachsende Ungleichheit schadet allen

Der künftige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und der US-Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz (Foto: dpa)

Spannung beim Publikum der Frankfurter Buchmesse. Am Freitag diskutierte Peer Steinbrück mit Joseph Stiglitz auf der weltgrößten Buchmesse. Der eine will Bundeskanzler werden, der andere ist Wirtschaftsnobelpreisträger. Beide rechneten mit dem Turbokapitalismus ab – und plädieren für neue Wege.

Steinbrück und Stiglitz diskutierten über das neue Buch des berühmten Ökonomen. In „Der Preis der Ungleichheit“ rechnet Stiglitz mit dem Turbokapitalismus ab. Dieser habe den Menschen und seine Bedürfnisse aus dem Blick verloren.

Viele Arme, wenige Reiche

Die Schere zwischen Arm und Reich werde größer, so Stiglitz. Besonders drastisch lasse sich diese Entwicklung in den USA erkennen, sagt der Nobelpreisträger. Vom 'Land der unbegrenzten Möglichkeiten' seien die USA zu einem Ort sozialer Spaltung geworden. „Das Schlimme an dieser Entwicklung ist, dass andere Länder dieser Entwicklung folgen.“


Steinbrück: „Wir müssen die Gesellschaft zusammenhalten“

Auch in Deutschland wachse die soziale Spaltung, stellt Steinbrück fest. Gerade im Niedriglohnsektor seien die Zustände unhaltbar. Dann die Probleme im Bildungssystem. „Die Bildung in Deutschland ist unterfinanziert“, sagt der SPD-Kanzlerkandidat. Steinbrück kündigt an, seine Partei werde eine Perspektive bieten, wie den Fliehkräften in unserer Gesellschaft Einhalt geboten werden kann. „Wir müssen versuchen, diese Gesellschaft zusammmenzuhalten.“

Peer Steinbrück bei der Frankfurter Buchmesse
Peer Steinbrück: "Das Gemeinwohl muss im Mittelpunkt stehen" (Foto: dpa)
Sie werde auseinandergerissen durch die Spaltung des Arbeitsmarktes, durch Bildungsbarrieren, durch eine katastrophale kommunale Finanzlage, durch entfesselte Finanzmärkte und nach wie vor eine Drift in der Einkommens- und Vermögensverteilung. Steinbrück: „Wir brauchen eine Perspektive, die jenseits von nur korrigierenden Maßnahmen sein muss.“

Selbstkritisch sieht er die Absenkung der Abgeltungssteuer für Kapitalerträge an, die während seiner Amtszeit als Bundesfinanzminister 2009 durchgeführt wurde. Das sei ein Fehler, den er in Regierungsverantwortung wieder korrigieren wolle.

Der SPD-Kanzlerkandidat plädiert für eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte und Banken, faire Löhne für gleiche Arbeit, bessere Bildungschancen und mehr Steuergerechtigkeit. Steinbrück prophezeit dem Publikum, dass das Einführen von Steuern auf Kapitalvermögen, Erbschaften und hohe Vermögen 2013 für viel Aufregung sorgen wird. Sie würden als "Teufelswerkzeug" verdammt werden. Aus bekannten Kreisen werde möglicherweise vor dem "Untergang des Abendlandes" gewarnt, so Steinbrück.

Stiglitz: „Wohlstand gerechter verteilen“

Unterstützung erhält der SPD-Kanzlerkandidat vom US-Ökonomen. Denn die wachsende Ungleichheit habe ihren Preis. Sie behindert Wirtschaft und Wachstum, führt zu weniger Chancengerechtigkeit und korrumpiert Justiz und Politik. Deshalb ruft der Nobelpreisträger dazu auf, die zunehmende Ungleichheit in unseren Gesellschaften nicht einfach hinzunehmen. Es gelte, die Wirtschaft und Politik so umzugestalten, dass der Wohlstand wieder gerechter verteilt wird.

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15. October 2012 • 22:37 Antworten
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wischiwaschi

>>>_Auch in Deutschland wachse die soziale Spaltung, stellt Steinbrück fest. Gerade im Niedriglohnsektor seien die Zustände unhaltbar._<<< Den Niedriglohnsektor anprangern, aber Arbeitslose, unter der Androhung des Entzuges ihrer Lebensgrundlage dazu nötigen, eben genau diese Drecksjobs annehmen zu müssen, das darf man wohl ohne weiteres als ............* bezeichnen. *Denkt Euch selbst was aus. Mehrfachnennungen sind möglich und durchaus wahrscheinlich :o)

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Hallo wischiwaschi ! Schönes (von vielen) Beispiel(en), das +SCHACHMATT+ des suchenden Arbeitslosen! Wenn man die "Neugestaltung" des Arbeitsrecht seit ROT/GRÜN sich in speziellen Situationen (wie Arbeitlosigkeit) tiefer betrachtet, ist es ein klassisches Schachmatt, bei bestimmten Bedingungen. Das ist gewollt ! Moderne billige Arbeitssklaven ! Das schlimme ist und das ist erschreckend. Es gibt diese Arbeitnehmer, die es mit sich machen lassen. Auch das wurde von der POLITIK + LOBBY kalkuliert ! Beispiel: Die überversorgten Politiker sagen den jüngeren Leuten, das die Rente vom Niveau so niedrig sein wird, das die Altersarmut vorprogrammiert ist, ohne eine Änderung. Und, es ist still in Deutschland. Sollten diese Art "Politiker" + Lobbyisten nicht auf weitere "seriösen" Ideen kommen, bei so viel Wehrlosigkeit (Gesellschaft) ? Nur, es wäre Demokratiegefährdend ! Auch den ruhigsten Bürger platzt mal der Kragen !

wischiwaschi

Moin Dino >>>_Das ist gewollt !_<<< Und wie das gewollt war/ist. - Viel schlimmer ist jedoch, ...man ist auch noch stolz drauf. Nochmal zur Überschrift: >>>_Wachsende Ungleichheit schadet allen_<<< Wenn dem so wäre, dann hätten wir die derzeitige Situation gar nicht, denn so wie einer Schuld immer ein Vermögen gegenüber steht, gibt es *keine Ungleichheit ohne Profiteure*. Das sind z.B. diejenigen, die es sich leisten können, mal eben für 'ne Stunde Palaver zigtausende Euros an Politiker raushauen. ....... Davon ab ist die Überschrift schon inhaltlich falsch. Schädlich sind die Leute, die die Ungleichheit ermöglichen, vorantreiben und daraus Profit ziehen. ...Und die haben Namen. Ungleichheit fällt nicht vom Himmel. Sie wurde/wird gemacht. Anstatt um den heißen Brei herumzureden bis er kalt ist, gehören Ross und Reiter genannt.........und entfernt.

15. October 2012 • 17:56 Antworten
Profilbild von Gelöschter Nutzer

Gelöschter Nutzer

Zitat: "Wir brauchen eine Perspektive, die jenseits von+ nur korrigierenden Maßnahmen +sein muss.“ Absolut Herr Steinbrück, in manchen Bereichen wie Arbeitsrecht,Rente, Gesundheit wäre nur eine Korrektur in einigen Punkten +viel zu wenig +!!! Ich hoffe, das Sie demnächst u.a. hier im Forum in den o.g. genannten Bereichen tiefer Stellung nehmen werden.

15. October 2012 • 15:09 Antworten

Andrea Mink

Die Frage ist wie? - Ich habe einen kleinen provokativen Blogbeitrag dazu geschrieben, vielleicht regt der zu kreativen Gedanken an?