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Debatte um Nebeneinkünfte
18. October 2012 - Jochen Wiemken

"Zeit ist reif für mehr Transparenz"

Oppermann kritisiert die "Pharisäer und Scheinheilige" der Union und FDP (Foto: dpa)

SPD, Grüne und Linke wollen Nebeneinkünfte von Abgeordneten auf Euro und Cent offenlegen. CDU, CSU und FDP lehnen dies ab. "Es ist offensichtlich, dass die Koalition nicht zu mehr Transparenz bereit ist“, kritisiert SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann.

Union und FDP haben am Donnerstag im Bundestag strengere Veröffentlichungspflichten für die Nebeneinkünfte von Abgeordneten blockiert. SPD, Linke und Grüne wollen bislang eigentlich erreichen, dass sämtliche Nebenverdienste auf Euro und Cent genau angegeben werden. Dies lehnt die Koalition ab. Sie beharrt auf einer Erweiterung des bestehenden Stufenmodells. „Die Koalition hat sich heute keinen Millimeter bewegt.“, stellte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann fest.

Seit zwei Jahren handelten Union und FDP nach der Methode „Verschleppen, Verzögern. Verhindern“. Bei allen Abstimmungen über mehr Transparenz hätten Union und FDP im Bundestag dagegen gestimmt, vom SPD-Kanzlerkandidaten in spe Peer Steinbrück verlangten sie jedoch völlige Transparenz. „Wer für sich selbst Transparenz verhindert, aber von anderen Transparenz fordert , der ist ein Pharisäer und scheinheiliger Zeitgenosse.“, so Oppermann.


SPD will Offenlegung auf Euro und Cent

Oppermann betonte: „ Die Zeit ist reif für neue Transparenzvorschriften im Deutschen Bundestag. Die SPD wolle die Offenlegung auf Euro und Cent von allen Nebeneinkünften.

Beschämend sei, das Deutschland die einzige parlamentarische Demokratie sei, die die UN-Antikorruptionskonvention nicht unterzeichnet habe. Auch hier müsse Union und FDP ihre Blockadehaltung aufgeben. „Klären Sie endlich Ihr gestörtes Verhältnis zur Strafbarkeit der Abgeordnetenbestechung. Wenn sie das länger hier im Deutschen Bundestag blockieren, blamieren sie den Deutschen Bundestag bis auf die Knochen."

Unions-Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) hielt dagegen, er könne im Euro-und-Cent-Modell "keinen Mehrwert" erkennen. Das bisher geltende Stufensystem sei der passende Ausgleich zwischen freiem Mandat und der Information der Bürger. Das Fazit von Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck: "Es geht einfach keinen Millimeter voran." 

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12. December 2012 • 20:43 Antworten

Hans- Jürgen Gräbe

Der Vorstoß zur Offenlegung der Nebeneinkünfte unserer Volksvertreter ist überfällig, jedoch nur ein erster Schritt. Unsere Volksvertreter werden auskömmlich bezahlt, damit sie Ihre Zeit in den Dienst ihrer Wähler stellen. Nun ist in unserer Gesellschaft Geldverdienen Zweck des Ganzen. Weil man sich für Geld allerlei kaufen kann. Tausende € Nebeneinkünfte für Geplauder aus dem Nähkästchen in der Tasche unserer Abgeordneten nenne ich Korruption. Hier ein Link zum Thema Korruptionsbericht: http://www.stern.de/politik/ausland/korruptionsbericht-von-transparency-international-europa-wird-immer-korrupter-1937339.html Abgeordnetenbestechung muß auch in Deutschland unter Strafe stehen. Deutschlands Beitritt zum Antikorruptionsabkommen der UN ist überfällig.

28. October 2012 • 22:11 Antworten

Rosa Wölkchen

Ich bewerte diesen Vorstoß der SPD durchaus positiv, bin aber etwas verwundert, dass die Offenlegung von Nebeneinkünften offenbar das einzige Thema zu sein scheint, das unter der Überschrift Transparenz gefasst wird. Zur Transparenz gehört meines Erachtens auch die Information oder sogar Beteiligung der Öffentlichkeit an der politischen Meinungsfindung in den Arbeitskreisen und Gremien. Tranzparenz und Nachvollziehbarkeit schaffen Vertrauen. Selbst unpopuläre Entscheidungen werden von der Bevölkerung mitgetragen, wenn sie nachvollziehen kann, warum eine Entscheidung nur so und nicht anders gefällt werden konnte. Die Offenlegung der Nebeneinkünfte ist natürlich ein wichtiger Bestandteil von Transparenz, aber sie schafft keinen Klarheit, sondern liefert nur Informationen über Geldsummen und erzeugt dadurch einen Nährboden für Mutmaßungen. Letztlich ist doch im Wesentlichen die Frage interessant, aus welchen Motiven politische Entscheidungen getroffen werden. Darüber muss Klarheit herrschen.

26. October 2012 • 18:20 Antworten

ZenkGruen14

Die Offenlegung von Nebeneinkünften ist eine wichtige Sache. Aber lieber wäre mir,wenn unsere Spitzenpolitiker das Doppelte verdienen würden und Ihnen keine Nebenjobs gestattet wären. Das heißt nicht,dass sie sich nicht öffentlich betätigen sollten-aber unentgeltlich.- So kann man auf den Gedanken kömmen ,dass POLITISCHE ARBEIT EINE NEBENBESCÄFTIGUNG IST.. Sind unsere Politiker noch objektiv.wenn es um Energieeffiz geht und ein schwerer Mercedes energieeffizienter ist, als ein leichtes Auto ?Nur,weil sie im Vorstand eines Autokonzernes sitzen,Lobbyarbeit aus der Nebenbeschäftigung heraus ist für mich verwerflich..Kein Verständnis habe ich dafür. das "unwichtigen Debatten " im Bundestag nur 2- 3 Reihen besetzt sind. Wenn von diesen dann auch noch Gesetze verabschiedet werden, die hinterher niemand haben will istdas eine Schande

19. October 2012 • 08:03 Antworten

Volker Rockel

*Warum jetzt schon wieder diese "Halbherzigkeit!?*- Wenn wir als SPD auf die Veröffentlichung von Nebeneinkünften der Abgeordneten auf "den Cent genau" drängen, warum enthält dann das "Eckpunktepapier“ die Möglichkeit einer Untergrenze von 10.000 Euro im Jahr, innerhalb derer nicht veröffentlicht werden muss?- *Warum schaffen wir es nicht eine rote Linie zu ziehen die ein "wenn und aber" nicht zuläßt;- warum stellen wir unsere konsequente Forderung nach Transparenz durch solche Kleinigkeiten im Empfinden der Öffentlichkeit wieder in Frage;- was ist das für eine Strategie!?*

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wischiwaschi

Moin Volker ! Hast Du denn tatsächlich geglaubt, man würde es ernst meinen mit der Transparenz ? Aber ganz umsonst war der "Frontalangriff" der SPD für die Wähler nicht. Dieses Schauspiel führt nämlich in der Tat zu mehr Transparenz. Jetzt zeigen nämlich alle gezwungenermaßen (einmal mehr) ihr wahres Gesicht. Für die SPD wird es allerdings zum totalen Rohrkrepierer, denn wer A sagt muss auch B sagen. ........Und vorallem danach handeln.