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Studie: Weniger Kinderarmut
22. October 2012 - Jochen Wiemken

Chancenlosigkeit weiter bekämpfen

Studie: Armutsrisiko für Kleinkinder ist rückläufig (Foto: dpa)

Immer weniger Kinder sind in Deutschland von Armut betroffen, so eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung. „Jedes Kind in Armut ist eines zu viel“, sagt die SPD-Vize Manuela Schwesig. Kinderarmut sei in den meisten Fällen eine Folge von Erwachsenenarmut. Sie fordert einen gesetzlichen Mindestlohn und den flächendeckenden Ausbau von Kitas.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig verlangt weitere Anstrengungen, um die Kinderarmut in Deutschland zu bekämpfen. Es sei vor allem die Lebenssituation der Eltern, von der die Verhältnisse der Kinder abhängen. „Es kann nicht sein, dass Menschen den ganzen Tag arbeiten und zusätzlich auf staatliche Hilfeleistungen angewiesen sind. Wir brauchen dringend einen flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn. Das würde auch Tausenden von Kindern zu Gute kommen“, so Schwesig.

Frühkindliche Förderung: Kitaausbau statt Betreuungsgeld

Grafik: Entwicklung der Kinderarmut der unter Dreijährigen zwischen 2008 und 2011
Armutsrisiko für Kleinkinder weiter rückläufig (Foto: Bertelsmann Stiftung)
Forscher betonen seit langem, dass die Zeit von der Geburt bis zur Einschulung wichtig für die Bildung von Kindern ist. Doch in Deutschland kommt die frühkindliche Bildung nur mühsam voran. Noch immer kann nicht in allen Regionen Deutschlands der Bedarf an Kitaplätzen gedeckt werden. Die SPD-Politikerin fordert deshalb die Bundesregierung auf, die für das so genannte Betreuungsgeld zur Verfügung stehenden 1,2 Milliarden Euro für mehr Kita-Plätze zur Verfügung zu stellen. Alles andere sei „einfach widersinnig.“

Auch Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, plädiert dafür, mehr Geld für gute Kitas und eine gezielte Förderung des Wohnumfeldes auszugeben. Armut dürfe nicht in Chancenlosigkeit münden. „Gerade die frühkindliche Phase ist entscheidend für die Entwicklung eines Kindes“, so Dräger. 

Studie: Kampf gegen Kinderarmut zeigt Erfolge

Aus der aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung geht hervor, dass das Armutsrisiko für Kleinkinder im vergangenen Jahr weiter gesunken ist. Die Armutsquote in der Altersgruppe der unter Dreijährigen sank in Deutschland 2011 im Vergleich zu 2010 von 19,8 auf 18,2 Prozent. Ein Trend, der seit 2008 zu beobachten ist, als noch 21,2 Prozent der unter Dreijährigen in Familien aufwuchsen, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen waren.

Zwei weitere Ergebnisse der Studie: Während sich das Ost-West-Gefälle verringert, bleibt das Armutsrisiko in Großstädten wesentlich höher.

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26. October 2012 • 18:02 Antworten
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Gelöschter Nutzer

Zitat:" ......meisten Fällen eine Folge von Erwachsenenarmut." Absolut Frau Schwesig. Wenn Sie und Ihre Partei wieder Ordnung im Arbeitsrecht herstellen würden, die die Schröder-Koalition in Unordnung gebracht hat, wäre der Mindestlohn überflüssig !!! Ein Biotop ist empfindlich, da braucht man Sachkunde ! Nur ein Mindestlohn zu installieren, ändert wenig !

24. October 2012 • 15:27 Antworten

Caspar Hauser

„Jedes Kind in Armut ist eines zu viel“ Tja Frau Schwesig, das hätten Sie mal dem lupenreinen Demokraten Schröder sagen sollen. Hätte aber wohl nicht viel Sinn gehabt. Solche Gedanken haben in einer modernen Gesellschaft keinen Platz.