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Vorratsdatenspeicherung
24. October 2012 - Jochen Wiemken

SPD-Mitgliederbegehren gescheitert

Mitgliederbegehren stieß erneut lebhafte Debatte über Vorratsdatenspeicherung an (Foto: dpa)

Das SPD-Mitgliederbegehren gegen die begrenzte Vorratsdatenspeicherung ist gescheitert. Sigmar Gabriel dankt den Initiatoren für ihr großes Engagement – sie hätten „unglaublich viel Zeit und Energie“ investiert. Der SPD-Vorsitzende will mit ihnen über mögliche Verbesserungen bei den Verfahren für Mitgliederbegehren reden.

Das erste Mitgliederbegehren in der SPD seit ihrer Parteireform 2011 ist deutlich gescheitert. Lediglich 4805 Mitglieder unterstützten die Forderung, die Vorratsdatenspeicherung generell abzulehnen. Notwendig gewesen wären 48.500 Unterstützer, was etwa 10 Prozent der SPD-Mitglieder entspricht.

Das Vorhaben richtete sich gegen die Speicherung von Verbindungsdaten, die sogenannte Vorratsdatenspeicherung (VDS). Ein SPD-Parteitag stimmte im vergangenen Dezember nach intensiver Debatte - mit Einschränkungen und geforderten Auflagen - im Grundsatz für die Datenspeicherung [PDF, 55 KB].

Initiatoren: Zeichen für gelebte Basisdemokratie

Das wollten die Initiatoren des Mitgliederbegehrens, Yasmina Banaszczuk und Dennis Morhardt, ändern und sammelten dafür seit dem 24. Juli Unterschriften. Sie werten das Begehren trotz des Scheiterns dennoch als Erfolg, da damit die Diskussion über das Thema erneut angestoßen worden sei.

Ende September hatte der SPD Parteivorstand zu einer hochkarätig besetzten Konferenz zur VDS eingeladen. Im Willy-Brandt-Haus tauschten Befürworter und Gegner ihre Argumente aus. Über 4500 Menschen verfolgten die Debatte per Livestream.



Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel dankte den Initiatoren des Mitgliederbegehrens für ihr großes Engagement. „Yasmina Banaszczuk, Dennis Morhardt und ihre vielen Mitstreiter haben unglaublich viel Zeit und Energie in das Mitgliederbegehren investiert“, so Gabriel auf seiner Facebook-Seite.

Gabriel: „Wir wollen mehr innerparteiliche Demokratie“

Banaszczuk und Morhardt haben nun mehrere Vorschläge [PDF, 205 KB] vorgelegt, um die Beteiligungsmöglichkeiten der Mitglieder noch weiter auszubauen. Unter anderem schlagen sie vor, das Quorum für Mitgliederbegehren zu senken. Statt zehn Prozent sollten nur fünf Prozent der Mitglieder unterschreiben müssen, sagte Banaszczuk.

Sigmar Gabriel kündigte an, mit beiden Initiatoren über mögliche Verbesserungen des Verfahrens für Mitgliederbegehren zu reden. Er sei „sehr dankbar“ für die konkreten Vorschläge, sagte der SPD-Vorsitzende. „Ich kann nicht garantieren, dass wir alle Wünsche erfüllen können. Aber ich verspreche, dass wir jeden einzelnen prüfen werden.“

(mit dpa)

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Zum Artikel

Materialien

SPD-Bundesparteitag 2011

Beschluss - Nr. 66 "Datenschutz und Grundrechte stärken – Datenspeicherung begrenzen!"
PDF · 54,9 kB

Links

Konferenz zur Vorratsdatenspeicherung

Die Verhältnismäßigkeit wahren

Mitgliederbegehren

Pro und Contra Vorratsdatenspeicherung

Mitgliederbegehren gestartet

Abstimmung über Vorratsdatenspeicherung

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26. October 2012 • 19:26 Antworten

Kevin Bauer

Ich bedauere sehr, dass das erste Mitgliederbegehren unserer Partei gescheitert ist. Jedoch habe ich auch selbst nicht am Mitgliederbegehren teilgenommen. Das Verfahren zur Teilnahme am Mitgliederbegehren ist keineswegs mehr zeitgemäß und zu umständlich! Ich hätte sehr gern das Mitgliederbegehren mit unterzeichnet. Es ist jedoch zu aufwändig, sich erst das Formular zu einem Begehren auszudrucken , es eigenhändig zu unterschreiben, um es dann an die SPD zurückzuschicken. Mein Vorschlag: Ihr müsst eine Online-Plattform entwickeln, die es Parteimitgliedern ermöglicht, mit ihren Zugangsdaten an Mitgliederbegehren teilzunehmen. Ich finde dass die Benutzerdaten, die man auch hier für die Anmeldung verwendet, vollkommen ausreichen, sich umfassend als Parteimitglied zu identifizieren . Ich bin zudem sehbehindert und kann derartige Formulare nicht eigenhändig ohne Hilfe ausfüllen. Ferner sindMenschen mit Handycap hier auf eine Unterstützung angewiesen. Es gibt bereits viele Online-Plattformen, die es Interessenten ermöglichen, via Internet an Begehren und ähnlichen Aktionen teilzunehmen. Hier solltet ihr euch mal ein Beispiel nehmen und als Parteivorstand die konservativen Methoden überdenken, und ein progressives, zukunftsorientiertes Verfahren für Mitgliederbegehren entwickeln. Zudem finde ich es nicht unbeding förderlich, die Mindestbeteiligung von 10 auf 5% herabzusetzen. Denn ein Mitgliederbegehren verkörpert das geschlossene Auftreten einer Partei zu wichtigen Themen nach außen

24. October 2012 • 19:58 Antworten

Georg Schneider

Es ist sehr Schade, dass ihr mit dem Mitgliederbegehren gescheitert sein. Dennoch ist es wichtig, dran zu bleiben. Es darf nicht passieren, dass uns Richtlinien vorgeschrieben werden, die uns in die Vergangenheit katapultieren, die wir mit dem Überwachungsstaat DDR bereits erlebt haben.