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Basis-Demokratie
29. October 2012 - Jochen Wiemken

Mehr Mitgliederbeteiligung wagen

SPD Mitgliederbegehren: Yasmina Banaszczuk und Dennis Morhardt überreichen Sigmar Gabriel die Unterschriften (Foto: Bea Marquardt / SPD)

Ihr Mitgliederbegehren gegen Vorratsdatenspeicherung ist wegen mangelnder Beteiligung gescheitert – nun sprachen Yasmina Banaszczuk und Dennis Morhardt mit SPD-Chef Sigmar Gabriel über bessere Möglichkeiten der Mitgliederbeteiligung. „‚Ja’ oder ‚Nein’ sagen ist nicht so entscheidend, sondern dass möglichst viele Mitglieder teilnehmen“, so Morhardt.

„Basis statt Basta“, lautete die Leitlinie der beim letzten Parteitag 2011 beschlossenen Parteireform. Durch die Modernisierungskur, dem größten Umbau der SPD-Strukturen seit 20 Jahren, erhielten die Mitglieder mehr Beteiligungsmöglichkeiten.

In der letzten Woche endete das erste Mitgliederbegehren in der SPD seit ihrer Parteireform. Es scheiterte wegen mangelnder Beteiligung. Lediglich rund 4800 Mitglieder unterstützen die Forderung, die Vorratsdatenspeicherung generell abzulehnen, wie die Initiatoren Yasmina Banaszczuk und Dennis Morhardt der „Sozis gegen Vorratsdatenspeicherung“ am Mittwoch mitteilten. Um einen Mitgliederentscheid in Gang zu setzen, wären 48.500 Stimmen Unterschriften – ein Zehntel der Mitgliedschaft – nötig gewesen.

Am Montag übergaben die Initiatoren den Unterschriftenstapel an den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. Obwohl er das Ziel des Mitgliederbegehrens inhaltlich nicht teilt, dankte er den beiden „ganz herzlich für ihr großes Engagement“. Banaszczuk und Morhardt hätten „unglaublich viel Zeit und Energie“ in das Mitgliederbegehren investiert.

Mitgliederbegehren vereinfachen

Wie kann man das Verfahren für Mitgliederbegehren verbessern? Darüber sprachen die Initiatoren mit dem Parteichef. „Mit dem Mitgliederbegehren haben wir jetzt Erfahrungen gesammelt“, sagte Morhardt im Vorfeld. Einige Dinge hätten nicht so gut funktioniert, „die wollen wir jetzt anpacken“. Er wünscht sich, dass die SPD-Mitglieder noch bessere Chancen erhalten, um an Mitgliederbegehren teilzunehmen. „Ob die Mitglieder ‚Ja’ oder ‚Nein’ zum Mitgliederbegehren sagen, ist für uns nicht das Entscheidende“, sagt Morhardt. Wichtig sei, dass möglichst viele Mitglieder teilnehmen.

Banaszczuk und Morhardt haben Vorschläge [PDF, 205 KB] entwickelt, wie das gelingen kann. Unter anderem wollen sie das Quorum für Mitgliederbegehren von 10 Prozent der Mitglieder auf fünf Prozent senken. Auch wenn die Netzaffinität der SPD-Mitglieder aufgrund des höheren Alters „nicht so ausgeprägt“ ist, sollen  digitale Mitgliederbegehren – also die Unterschrift per Internet – noch vor Abschluss des Wahlkampfs 2013 ermöglicht werden, verlangt Banaszczuk. 

Zusätzlich sollten die Gliederungen mit Hilfe eines Leitfadens und Informationsmaterial ermutigt werden, sich mit eigenen Veranstaltungen an den Mitgliederbegehren zu beteiligen, sagt Banaszczuk. Sigmar Gabriel versprach, alle Vorschläge zu prüfen. "Wir haben verabredet, dass die Erfahrungen mit diesem Mitgliederbegehren gemeinsam ausgewertet werden – mit dem Ziel, dass Mitgliederbegehren nicht an unüberwindbaren organisatorischen Schwierigkeiten scheitern", sagte der SPD-Vorsitzende nach dem Gespräch auf seiner Facebook-Seite.

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SPD-Mitgliederbegehren gescheitert

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30. October 2012 • 22:29 Antworten
Profilbild von wischiwaschi

wischiwaschi

>>>_Mehr Mitgliederbeteiligung *wagen_*<<< Wagen ??? Wagen muss man nur etwas, was einem Unbehagen bereitet oder Angst einflößt. Oder bangt da jemand um seine Beinfreiheit ? Nochmal 'ne grundsätzliche Frage: Wenn die Mitglieder mehrheitlich begehren weil sie es nun dürfen, es möge ballspielswiese die Rentengöttin in Zukunft ihr Füllhorn schon ab dem 60sten Lebensjahr über den Menschen auskippen, - wird es, angenommen die SPD stellt die Regierung, dann auch durchgesetzt, oder gibts dann doch noch 'ne schnelle Eingreiftruppe ? _Durch die Modernisierungskur [...] erhielten die Mitglieder mehr *Beteiligungsmöglichkeiten*._ Deshalb meine Frage. Beteiligung heißt ja erstmal nur mitspielen zu dürfen und nicht zwangsläufig, dass man auch wirklich wat zu melden hat.

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Guenter

Ich finde das "wagen" auch unglücklich, ist aber eine Anlehnung an Willy Brandt, obwohl man da nicht sicher sein kann, vielleicht meint man ja wirkich wagen, denn wenn man wirklich echte Mitgliederbeteiligung will, macht man dies möglichst einfach *zu Beginn einer Befragung* Es ist aber ein grundsätzliches Problem mit der Beteiligung von Menschen, sie haben eher keine Lust am "Engagement", daher können auch Funktionäre in allen Bereichen ihre (elitären) Vorstellungen durchsetzen. Die Beteiligung in den Gliederungen (der SPD) ist immer sehr gering. Die geringe Beteiligung sieht man ja auch hier auf der website der SPD Allerdings erwarten die Menschen, dass ihre gewählten Funktionäre auch das umsetzen, was sie versprechen und was sie in Programme schreiben, aber wenn sie gewählt sind, interessiert sie dies meist nicht mehr. Sigmar Gabriel appellierte allerdings an die Mitglieder mitzuarbeiten ("das ist Arbeit") das gefiel mir ganz gut. Als ich ihn nach dem bedingungslosen Grundeinkommen fragte, war er dagegen, ermutigte mich aber weiterzumachen, er wäre damals in seiner Partei auch gegen die Atompolitik seiner SPD gewesen und hätte weiter gekämpft. Schade, dass Sigmar Gabriel nicht Kanzlerkandidat wurde/ist, *vielleicht* würde er als solcher sich für mehr soziale Gerechtigkeit einsetzen, *nachdem* er Kandidat ist und sich dann gegen konservative, neoliberale, rechte Kräfte in der SPD wenden könnte. Peer Steinbrück wird es nicht. Er wird sich zum Sparkommissar machen