Themenwochen „Gesundheit und Verbraucherschutz“
30. October 2012 - Jochen WiemkenLebensmittel sollen Farbe bekennen
Nun stehen die Themen „Gesundheit und Verbraucherschutz“ im Mittelpunkt unseres Bürger-Dialogs. Viele Menschen haben sich an uns gewandt und fordern eine einfache und verständliche Information über Lebensmittel. SPD.de gibt einen Überblick.
Ob am Infostand am Wochenmarkt, bei Diskussionsveranstaltungen mit Spitzenpolitikern oder direkt auf SPD.de: Viele Menschen haben uns zu den Themen „Gesundheit und Verbraucherschutz“ ihre Anregungen, Kritik und Wünsche geschickt. Sie fühlen sich als Verbraucherinnen und Verbraucher noch immer nicht ausreichend über Gesundheitsgefahren von Lebensmitteln aufgeklärt.
Jürgen R. aus Barsinghausen: „Verstöße müssen offengelegt werden“
„Müssen wir essen, was auf den Tisch kommt?“, fragt uns Jürgen R. aus Barsinghausen. Es könne nicht angehen, dass zum Beispiel Erdbeermarmelade keine Erdbeeren enthält oder gekochter Schinken aus mehreren Fleischstückchen zusammengesetzt wird. Er fordert „endlich“ eine einfache und verständliche Lebensmittelkennzeichnung wie die Ampel, um den Verbraucher zu unterstützen und zu schützen.
Befürworter der Lebensmittelampel loben, selbst Kinder könnten dank plakativer Farben in Grün, Gelb und Rot schnell erfassen, wie viel Zucker in der Limo steckt.
Dabei gibt es schlagende Argumente für die Einführung dieses einfachen Kennzeichnungssystems: In einer aktuellen US-Studie schnitt die Ampel am besten ab. Verbraucher wählten mit Hilfe der leicht verständlichen Nährwertampel beim Einkauf im Schnitt gesündere und weniger kalorienreiche Produkte als Verbraucher, die andere oder keine Nährwertinformationen auf den Lebensmittelpackungen vorfanden.
Steffen W. aus Baden-Baden: „Lebensmittelampel verpflichtend machen“
Auch Steffen W. aus Baden-Baden plädiert für die Ampel, denn: „Nahrungsmittelkonzerne sollten verpflichtet werden, Inhaltsstoffe auf Produkten so transparent wie möglich abzudrucken.“ Doch wieso gibt es dann die Ampel in Deutschland nicht?
Gescheitert ist sie im vergangenen Jahr im EU-Parlament. Eine Phalanx aus den meisten Verbraucherschutzministern, Lebensmittelindustrielobby und konservativen EU-Parlamentariern setzte sich über den Wunsch vieler Bürger, Ärzteverbände und Verbraucherzentralen hinweg und blockierte die Ampelkennzeichnung standhaft. Anstatt dessen einigten sich die EU-Minister auf weniger plakative Kennzeichnungen: Ab 2014 muss der Gehalt an Kalorien sowie der von Fett, Zucker, Salz und Kohlenhydraten auf den Packungen stehen.
Jürgen N. aus Köln: „Kennzeichnungen oft irreführend“
Jürgen N. aus Köln schreibt uns, dass die Deklarationen bei Lebensmitteln „oft irreführend und sehr klein gedruckt“ seien. „Hier ist mehr Klarheit zu schaffen.“
„Wäre eine Lebensmittelampel nicht viel einfacher als solche Zahlenkolonnen?“, fragte der „Tagesspiegel“ die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner im Januar 2010. Aigner antwortete: „Eine Ampel wäre zu simpel und keine wirkliche Information für die Verbraucher.“ Übrigens: Etwa eine Milliarde Euro sollen sich die Lebensmittelkonzerne die Lobbyarbeit gegen die Ampel kosten lassen haben, schätzt Foodwatch. Der Chef der Verbraucherrechtsorganisation nannte die Bundesministerin „die perfekte Dienstleisterin der Nahrungsmittelindustrie“.
Was stört Sie? Was soll in Deutschland besser werden?
Viele Menschen haben sich mit ihren Vorschlägen bereits an uns gewandt. Was stört Sie? Was soll in Deutschland besser werden? Schicken Sie uns Ihre Anregungen und Meinungen zu den Themen „Gesundheit und Verbraucherschutz“. Hier auf SPD.de können Sie uns online ihre Beiträge mitteilen. Wir freuen uns über Ihre Ideen!
SPD im Chat
Immer wieder stehen Ihnen hier auch SPD-Politiker im Chat Rede und Antwort. Hier die Chat-Termine des SPD Bürger-Dialogs in den Themenwochen „Gesundheit und Verbraucherschutz“:
- 5. November, 12 bis 13 Uhr, SPD-Fraktionsvize Elke Ferner, MdB (Thema: Gleichstellung)
- 5. November, 16 bis 17 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, MdB
- 6. November, 13 bis 14 Uhr: SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber, MdB
- 7. November, 17bis 18 Uhr: Mitglied im SPD-Parteivorstand Carsten Sieling, MdB