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Länderreise Steinbrück - Brandenburg
27. February 2013

Peer redet Klartext

Länderreise Peer Steinbrueck - in Brandenburg
(Foto: Christoph Michaelis)

Superstart für Peer Steinbrücks Länderreise durch Deutschlands Bundesländer! Über 200 Bürgerinnen und Bürger fühlten in Brandenburgs Hauptstadt Potsdam dem SPD-Kanzlerkandidaten auf den Zahn. Motto des Abends: "Klartext mit Peer Steinbrück" - und davon gab es reichlich.
 
Über zwei Stunden lang stellte sich Steinbrück den Fragen der Bürger. Launig stellte der Kandidat gleich zu Beginn klar: "Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten - und die versuche ich zu vermeiden." Entsprechend beherzt meldeten sich Dutzende Gäste zu Wort, wollten Steinbrücks Meinung zur Energiewende wissen, zur Euro-Krise, zu Mindestlohn und Rente, zum NPD-Verbot, zu höheren Steuern und zu vielen anderen Themen. In Sachsen stellte sich Steinbrück hinter das vom Bundesrat initiierte NPD-Verbotsverfahren, "um den dumpfbackigen, braunen Sumpf auszutrocknen". Das Verfahren müsse jedoch "diesmal wasserdicht sein", um eine Schlappe wie 2003 zu vermeiden, als das Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht scheiterte.
 
Klare Worte auch zum Thema soziale Gerechtigkeit. Es könne nicht sein, dass in Deutschland seit über zehn Jahren die Reallöhne der Arbeitnehmer schrumpfen, während der Reichtum in den "oberen Etagen der Gesellschaft" stetig anwachse. Er wolle deshalb "nicht alle Steuern für alle erhöhen, aber einige Steuern für einige", etwa den Spitzensteuersatz und die Steuern auf private Vermögen - ohne dass Mittelständler und Unternehmen in ihrer Substanz beschädigt werden.

Steuererhöhungen seien jedoch "kein Selbstzweck", so Steinbrück: "Dieses Geld investieren wir erstens in die Schuldenbremse, um spätere Generation nicht noch weiter zu belasten; zweitens in Bildung - Kitas, Schulen, Universitäten; drittens in die Kommunen, um sie finanziell wieder zu stärken und viertens in den dringend notwendigen Ausbau der Verkehrs- und Energie-Infrastruktur unseres Landes".

Klare Kante zeigte Steinbrück auch bei der Frage nach dem Wahlausgang in Italien: Er sei zu einem "gewissen Grad entsetzt", dass "zwei Clowns gewonnen haben" - nämlich der Komiker Beppo Grillo und Ex-Premier Berlusconi, "ein Clown mit einem besonderen Testosteronschub", so Steinbrück.

Peer Steinbrück und Matthias Platzeck beim Start der "Klartext"-Länderreise
Gute Laune: Peer Steinbrück und Matthias Platzeck (Foto: dpa)

Im Beisein von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck bekannte sich Steinbrück auf die Frage einer Bürgerin auch deutlich zum Solidarpakt und zur Unterstützung der ostdeutschen Bundesländer: "Verträge müssen eingehalten werden", so der SPD-Kanzlerkandidat. "Da kann man nicht alle zwei Jahre den Solidarpakt infragestellen."

Den Bürgerinnen und Bürgern im Potsdamer Kongresshotel schien Peers Klartext zu gefallen. "Ich fand ihn sehr auf den Punkt, konzentriert und teils auch wirklich witzig", so ein Zuhörer nach gut zwei Stunden Bürger-Talk. Eine ältere Dame aus Henningsdorf bei Berlin brachte es knapper auf den Punkt: "Der packt's!"

Im Rahmen seiner Brandenburg-Reise besucht Steinbrück heute ein Seniorenheim in Panketal und eine Beschäftigungsagentur in Hennigsdorf sowie ein Unternehmen in Wildau, südlich von Berlin. Nächste Stationen auf Peers bundesweiter Länderreise sind dann Anfang März Rostock und Greifswald - in Mecklenburg-Vorpommern.


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07. March 2013 • 17:16 Antworten

Ralf Schmidt

Nun macht's 'mal "halblang", Jungs ! Was sagte vor etwa 2000 Jahren schon ein prominenter Herr, den wir alle kennen ? Er sagte: "Wer von Euch ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein !" So - und nun denkt 'mal in aller Ruhe nach !

03. March 2013 • 17:20 Antworten

Joachim Kretschmann

*Den Wählern aus dem Herzen gesprochen* _Zu Peer Steinbrück's Clown-Äußerungen _ Herr Napolitano gibt Peer Steinbrück einen Korb. Dieser kann damit gut leben, denn seine Clown-Äußerungen sind noch untertrieben. Für einen Medienmogul wie Berlusconi, den manche auch als Lustgreis ohne Anstand und Moral bezeichneten, der junge Mädchen auf der Schlachtplatte der Mannesfreuden seinen lüsternen Politfreunden serviert, während seines Wahlkampfes die deutsche Bundeskanzlerin als Oberhaupt eines Nachbarstaates öffentlich sexistisch durch den Dreck zieht und mit seiner Verweigerung des Sparhaushalts uns Steuerzahlern als Hauptfinanziers der EU ins Gesicht spuckt, gäbe es nach unkäuflichem Recht nur einen Platz für seinen Lebensabend: Hinter Schloss und Riegel. Peer Steinbrück hat den Bundesbürgern aus dem Herzen gesprochen, Napolitano hingegen hat als beleidigte Leberwurst die Chance vertan, das außenpolitisch arg in Schieflage geratene Bild Italiens wenigstens einigermaßen grade zu rücken.

01. March 2013 • 10:50 Antworten

syasar

Peer Steinbrück hebt sich vom politischen Mainstream ab.Das macht ihn trotz seiner verbalen Querschläger sympathisch und vertrauenswürdig. Leider bietet Peer der Berichterstattung ziemlich viel Angriffsfläche, aber hat irgendjemand daran gezweifelt, dass sein Wort auf die Goldwaage gelegt werden wird? Erinnern wir uns an die ersten Auftritte von Angela Merkel, nachdem sie Kanzlerin wurde. Erinnern wir uns an Guido Westerwelles völlig missglückten Start als Aussenminister, als er die Rolle des Oppositionsführers so sehr verinnerlicht hatte, dass es ihm schwer fiel, sie abzulegen. Erinnern wir uns an den damit einhergehenden Beginn vom Verfall der FDP. Zum Glück macht Peer Steinbrück all das, bevor er Kanzler ist. Somit bleibt uns genügend Zeit, ihn davon zu überzeugen, in ausgewählten Situationen und politischen Themen eine vorsichtigere und ausgewogenere Wortwahl vorzunehmen.Zu den Wahlen in Italien hätte er unbedingt anders / diplomatischer / inhaltsleerer antworten müssen.

01. March 2013 • 10:41 Antworten

walter70

Herr Steinbrück wirkt zwar 'kaltschnäutzig',ist aber erfrischend direkt; so sehe ich auch die Bezeichnung 'Clowns', wie er ehrlich und direkt das kund tut, was viele Andere auch denken, aber nicht sagen. Hoffentlich hat Herr Steinbrück mit den Ergebnissen seiner Vorträgen sich eine gewisse Unabhängigkeit geschaffen. Könnte ihn mir als 'demokratischen Diktator' vorstellen, wie einen solchen die 'überdemokratisierte' Bundesrepublik Deutschland braucht. Vielleicht schafft er die Überwindung der politischen 'Weicheierei' und Lobbypolitik in vielen Bereichen; z.B. Stuttgart21, Flughafen Brandenburg, nutzlose Subventionen usw. usw. usw.... Die Mentalität dazu traue ich ihm zu; ebenso auch die sachliche und offene Diskussion mit den Bürgern, bei Vermeidung einer unkritischen Verbeugung vor den die Politik mitgestaltenden Lobbyisten. Frage an Herrn Steinbrück: " Sehe ich das so richtig und ist das so?" Ich war nach Helmut Schmidt nie ein SPD-Wähler; will es nun aber sein im o. a. Interesse