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Icon   16.10.2011 - Frauenquote: Manuela Schwesig im Interview

"Wir brauchen klare Gesetze"

Rainer Vogt • 16. October 2011

Am Montag trifft sich Familienministerin Kristina Schröder (CDU) mit führenden Dax-Konzernen, um über eine Frauenquote zu sprechen. Im Interview mit Spiegel Online bezeichnet die SPD-Vize Manuela Schwesig dieses Treffen als "Schaufenster-Veranstaltung". Die geplante freiwillige Regelung geht Schwesig nicht weit genug. Sie fordert eine gesetzliche Regelung.

Zu den Ankündigungen großer Konzerne, Frauen in die Chefetagen zu bringen, sagt Schwesig:

Wenn Unternehmen wie VW oder BASF ankündigen, den Frauenanteil in ihren Führungsetagen bis 2020 gerade mal auf elf beziehungsweise 15 Prozent erhöhen zu wollen, dann ist das ein schlechter Witz. Im Ergebnis wird es darauf hinauslaufen, dass die Europäische Union Deutschland eine verbindliche Quote aufzwingen wird. Das ist peinlich für die Bundesfamilienministerin und für die Bundesregierung.

Die Landesministerin Schwesig (für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern) stört aber weniger der Imageschaden, als der gesellschaftliche Verlust, den Schwarz-Gelb in Kauf nimmt:

Noch nie gab es eine so gut ausgebildete Frauengeneration. Wir können es uns - auch angesichts des Fachkräftemangels - nicht länger leisten, auf diese hochqualifizierten Führungskräfte zu verzichten. Andere Wirtschaftsnationen haben das längst begriffen.

Die von Familienministerin Schröder angekündigten Bußgelder für "Quotensünder" kommentiert Schweig folgendermaßen:

Ein Bußgeld von 25.000 Euro ist lächerlich. Wir sprechen von milliardenschweren Konzernen. Es zeigt sich einmal mehr die Naivität der Familienministerin. Was wir brauchen, sind klare Gesetze.

Die konkreten Forderungen der SPD fasst Schwesig in dem Spiegel-Online-Interview noch einmal zusammen:

Wir brauchen eine verbindliche gesetzliche Quote für Aufsichtsräte und Vorstände der großen Unternehmen von mindestens 40 Prozent. Denn es ist nachgewiesen, dass gemischte Führungsteams erfolgreicher sind als rein männliche.

Zum Thema "Betreuungsgeld" und der Ankündigung, dass die Koalition nun eine Halbierung der Mittel plane, entgegnet Schwesig:

Jede Form dieser Fernhalteprämie geht an den Bedürfnissen der Kinder vorbei. Wir sollten die dafür veranschlagten zwei Milliarden Euro lieber in gute Bildungs- und Betreuungsangebote investieren.

Es muss endlich Schluss sein mit dem Vorwurf der Rabenmutter. Kitas sind wichtige Bildungsstätten. Eltern dafür zu bezahlen, dass sie ihre Kinder davon fernhalten oder gar abmelden, ist der absolut falsche Weg.

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