Nach den Gewaltausbrüchen in einem ägyptischen Fußballstadium kommt es im ganzen Land zu neuen Protesten und Unruhen. Die Demonstranten fordern den Rückzug des Militärrates, der das Land seit dem Sturz von Ex-Diktator Mubarak regiert.
Ein unabgängiger ägyptischer Abgeordneter äußerte gegenüber einem Fernsehsender die Befürchtung, dass die Militärregierung mit Hilfe der Unruhen die Notwendigkeit ihrer Präsenz untermauern möchte. Der Politiker vermutet zudem, dass der Militärrat die Ausschreitung sogar angezettelt haben könnte.
Ägyptische Medien sehen in der Tatenlosigkeit der Polizei auch einen Racheakt an den Anhänger des Fußballclubs Al-Ahly. Sie hatten die Demonstranten auf dem Tahihr Platz vor gut einem Jahr tatkräftig unterstützt.
Das erst vor kurzem gewählte ägyptische Parlament zeigte sich bestürzt und fordert Aufklärung. Zu mehr eigenständigem Handeln sind die Abgeordneten noch nicht in der Lage. Erst vor wenigen Tagen war der SPD-Politiker Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, in Kairo zu Besuch und forderte den Militärrat auf, die Arbeit von Organisationen der Zivilgesellschaft nicht zu untergraben. „Ich appelliere an den Obersten Rat der Streitkräfte, die freie Meinungsäußerung zu garantieren. Beide sind entscheidende Voraussetzungen für einen erfolgreichen Übergang zur Demokratie", so Schulz.
Am Mittwochabend sind 74 Menschen bei Krawallen nach einem Fußballspiel in Port Said ums Leben gekommen, hunderte wurden verletzt. Daraufhin ist es in Kairo und anderen Landesteilen zu Protesten und Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften gekommen. Es gab weitere Tote und Verletzte.
(mit dpa)












Ronny Keßler • 07. February 2012 • 06:23
Schaffe Angst und bleibe an der Macht!
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