Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident Manfred Stolpe wurde gestern mit dem Europäischen Kulturpreis für Politik ausgezeichnet. Damit werde sein „langjähriges Engagement für die Aussöhnung mit den osteuropäischen Nachbarn, insbesondere Polen und Russland“ gewürdigt, sagte Tilo D. Braune, Präsident der Europäischen Kulturstiftung „Pro Europa“. Die Stiftung vergibt den Europäischen Kulturpreis.
Die Laudatio bei dem Festakt in der Berliner Humboldt-Universität hielt Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Er schätze Stolpe, den „pommerschen Dickschädel“ seit 30 Jahren. Den Stasi-Vorwürfen gegenüber Stolpe entgegnete der Altkanzler: „Wer in einem diktatorischen Staatssystem anderen helfen will, den kann man schlecht mit Schwarz oder Weiß bewerten.“
Der Nachfolger des ersten Ministerpräsidenten Brandenburgs, Matthias Platzeck, bezeichnete seinen Vorgänger als „großen Europäer“. Für Stolpe habe Europa nie an Oder und Neiße geendet. „Er bekannte sich zur historischen Pflicht, Polen den Weg in die Europäische Union zu ebnen.“ Seinem Wirken sei es entscheidend mit zu verdanken, dass die Grenze an Oder und Neiße heute nicht mehr trenne, sondern vor allem verbinde. Platzeck: „Wir sind Zeugen einer neuen europäischen Normalität, für die Manfred Stolpe mit seiner Politik des Ausgleichs und des Aufeinanderzugehens einen maßgeblichen Grundstein gelegt hat.“
Stolpe sagte, er nehme den Preis „stellvertretend für alle entgegen, die sich für die Aussöhnung mit Osteuropa eingesetzt haben“.











