Tausende Menschen gedachten am Montag friedlich der Opfer der Bombenangriffe auf Dresden vor 67 Jahren während des Zweiten Weltkrieges. Aber auch Neonazis versuchten das Gedenken an die Bomben-Opfer für ihre Propaganda zu missbrauchen. Umso bedeutender war eine rund 3,6 Kilometer lange Menschenkette um die Innenstadt, bei der rund 13.000 Menschen ein deutliches Zeichen gegen Gewalt, Rassismus und Nationalsozialismus setzten.
Der Menschenkette schlossen sich Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft an. Die Stadt stehe „fest zusammen, mit Mut, Respekt und Toleranz“, sagte der Dresdner Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Neben dem sächsischen Ministerpäsidenten Stanislaw Tillich und seinem Vorgänger Kurt Biedenkopf (beide CDU) reihten sich Künstler, Wissenschaftler, Schüler, Studenten, Unternehmer, Beamte, Rentner und Pfarrer sowie Bundespolitiker von SPD, Grünen und Linken in die Menschenkette ein. Vertreter der Bundesregierung sowie Bundespolitiker aus den Reihen der Koalition fehlten.
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) appellierte vor dem Aufmarsch der Neonazis, man dürfe „nicht ganz widerspruchslos und unkommentiert den Neonazis die Straße überlassen“. Bereits im Vorfeld hatte er in einem Gastbeitrag auf spd.de alle Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten dazu aufgerufen, den Neonazis “nicht schweigend und widerspruchslos“ den öffentlichen Raum zu überlassen. Die SPD hatte auf ihrem Parteitag im Dezember beschlossen, den Protest gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten zu unterstützen. Zahlreiche Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten riefen zum friedlichen Protest auf.
Bei einer Feier der Stadt auf dem Heidefriedhof war am Nachmittag offiziell der etwa 25.000 Toten der Bombennächte vom 13. Und 14. Februar 1945 gedacht worden. Viele Menschen legten weiße Rosen vor dem Mahnmal „Tränenmeer“ nieder. Die rechtsextreme NPD konnte in diesem Jahr von der Andacht ferngehalten werden.
Am Abend erzwangen Gegendemonstranten, dass ein Aufmarsch von etwa 1.600 Neonazis aus ganz Deutschland am Rande der City deutlich verkürzt wurde. Das Gedenken endete mit Konzerten und stillem Gebet in den Kirchen Dresdens.
(mit dpa)











