Im Kanzleramt und im Finanzministerium werden unterschiedliche Wege zur Bewältigung der Griechenlandkrise favorisiert. Bundesfinanzminister Schäuble hat eine förmliche Insolvenz ins Spiel gebracht, die für Kanzlerin Merkel keine Alternative ist, da sie in deren Folge einen möglichen Zusammenbruch der Währungsunion fürchtet.
SPD-Parteichef Sigmar Gabriel kritisiert in der „Rheinischen Post“ erneut das Krisenmanagement von Angela Merkel, denn dadurch sei nicht nur Griechenland tiefer in die Krise geschlittert, sondern ganz Europa sei in einer Wirtschaftskrise hineingezogen worden. Das „Sparprogramm für den Staatshaushalt in Athen kann nur ein Teil der Lösung sein“, betont Gabriel und fürchtet, dass gerade durch die aktuelle Politik „Griechenland seine Volkswirtschaft kaputt spart“. Er fordert einen Marshallplan für Athen und notwendige Investitionen in die Wirtschaft des Landes.
Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble teilt mittlerweile die Sorge, dass Griechenland noch 2020 mit einer Schuldenlast von 120 Prozent (gemessen am Bruttoinlandsprodukt BIP) zu kämpfen haben dürfte. Deshalb sieht auch Schäuble die Notwendigkeit für einen tieferen Schuldenschnitt. Merkel hingegen baut zur Rettung des Landes weiterhin auf Finanzhilfen und Sparpakete.











