Einen Tag nach dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff hat SPD-Chef Sigmar Gabriel bekräftigt, dass die SPD dazu bereit sei, einen überparteilichen Kandidaten gemeinsam mit allen Parteien im Bundestag zu suchen und zu tragen. „ Er oder sie muss den Respekt vor diesem Amt wieder herstellen können“, sagte Gabriel im Gespräch mit der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag).
Die Sozialdemokratie erwarte von der CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass sie nicht ein drittes Mal einen Kandidaten „aus reiner Parteitaktik durchdrückt“. Es gelte, jetzt keine parteitaktischen Spiele zu betreiben, sondern einen glaubwürdigen Neuanfang zu machen.
Der SPD-Vorsitzende erinnerte daran, dass bereits nach dem Rücktritt des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, SPD und Grüne einen überparteilichen Kandidaten vorgeschlagen hätten. „Wir haben Joachim Gauck damals für den besseren Kandidaten gehalten.“ An dieser Einschätzung habe sich nichts geändert.
Am Freitag hatte Angela Merkel Gespräche mit der SPD und den Grünen angekündigt. Ziel sei es, „in dieser Situation einen gemeinsamen Kandidaten für die Wahl des nächsten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland vorschlagen zu können“.
Gabriel betonte: „Sie ist im Wort – allerdings drängt die FDP ja schon auf eine parteipolitische Lösung. Wir müssen einen guten gemeinsamen Kandidaten finden. Ich kann nur hoffen, dass Frau Merkel es ernst meint. Sie hätte allen Grund dazu, denn sie hat wirklich etwas gutzumachen.“











