Hauptinhalt

22.06.2012 - Trotz Fachkräftemangel
22. June 2012 - Jochen Wiemken

Viele Azubis ohne Übernahmezusage

Viele Auszubildende werden trotz der guten Arbeitsmarktlage in Deutschland nicht von ihren Betrieben übernommen. Nur 17 Prozent der Lehrlinge im letzten Ausbildungsjahr haben laut einer Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) eine Zusage für eine unbefristete Anstellung. Der DGB kritisiert, dass die Betriebe die Sicherung von Fachkräften vernachlässigen und die Potenziale der Auszubildenden nicht nutzen.

In einer Befragung der DGB-Jugend [PDF, 39 KB] unter Auszubildenden in sechs Bundesländern, die sich im letzten Ausbildungsjahr befinden, wusste jeder vierte Befragte, dass er oder sie nach der Ausbildung nicht übernommen wird. Etwa ein Drittel hat noch keinerlei Informationen darüber, ob er oder sie nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung weiterbeschäftigt wird.

„Diese Ungewissheit belastet viele Auszubildende“, sagte die DBG-Vizevorsitzende Ingrid Sehrbrock. „Den jungen Menschen werden leichtfertig Perspektiven für das weitere Berufsleben und die eigene Lebensplanung vorenthalten.“

Weiterer Kritikpunkt: Selbst wenn sie nach ihrer Ausbildung übernommen werden, erfolgt dies oft nur zeitlich befristet. Lediglich 41 Prozent der befragten Azubis, die bereits eine Übernahmezusage haben, werden unbefristet übernommen. Auf alle Befragten sind das lediglich 17 Prozent.

Für den Deutschen Gewerkschaftsbund zeigt das Ergebnis die Tendenz, „dass gerade junge Menschen, wenn überhaupt, eher in unsicherer Beschäftigung landen“, so Sehrbrock. 

Der DGB kritisiert, dass die Betriebe die Sicherung von Fachkräften vernachlässigen und die Potenziale und Erfahrungen der Auszubildenden nicht nutzen:“ Es entsteht der Eindruck, dass zwar alle vom so genannten Fachkräftemangel reden, aber kaum einer etwas für die Fachkräftesicherung tut“, bemängelt die DGB-Vizevorsitzende. „Die unbefristete Übernahme der Auszubildenden wäre eine wichtiges Signal, dass die Unternehmen es mit der Fachkräftesicherung ernst meinen.“

Ihr Feedback zu diesem Artikel:



Sie müssen ein SPD.de Benutzerkonto haben, um eigene Kommentare zum Beitrag zu verfassen.

Gleich anmelden oder einloggen

25. June 2012 • 09:54 Antworten
Profilbild von Gelöschter Nutzer

Gelöschter Nutzer

"Der DGB *kritisiert.*......." Viel zu wenig, so ändert man nichts ! Warum so brav, angepasst, liebe Gewerkschaft ? Wir können daraus erkennen, wie *ernst* der Fachkräftemangel in Deutschland ist ! Deswegen setzen wir ja auch hektisch die Hürden herab für einwanderne Arbeitssklaven ! Tolle POLITIKERLEISTUNG ! LOBBYISTENHÖRIG ! +Ich würde in Deutschland heute als junger Bürger keine Familie gründen !+

24. June 2012 • 16:29 Antworten

Karl K.

Die Unternehmen versuchen somit das Unternehmensrisiko gering zu halten, was aus unternehmerischer Sicht durchaus intelligent ist. Das Problem ist jedoch, dass wir jungen Menschen - wie im Artikel bereits erwähnt - einer unsicheren Zukunft entgegen gehen. Wie will die SPD da Abhilfe schaffen? Intelligent und sehr hilfreich wäre hier vielleicht die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens. Dieses würde uns jungen Menschen bzw. allen Menschen die Möglichkeit geben, uns innerhalb eines Gewissen finanziellen Rahmens frei bewegen zu können. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich jedoch bereits schon mehrfach gegen dieses ausgesprochen. Jedoch kann ich das auch nachvollziehen. Die SPD würde sich mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen - zunächst einmal völlig unabhängig davon, wie dieses finanziert wird, obwohl es bereits auch einige interessante Modelle geben soll - völlig überflüssig machen, da dieses die Lösung der sozialen Frage wäre. Die SPD würde sich überflüssig machen und kann daran kein Interesse haben.