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26.06.2012 - Jahresbericht der Deutschen Welthungerhilfe
26. June 2012 - Rainer Vogt

Noch immer gefährdet: Sahel-Zone

Die Deutsche Welthungerhilfe warnt vor nachlassender Unterstützung der afrikanischen Sahel-Zone. Eine Hungersnot konnte bislang verhindert werden, eine Entspannung ist aber noch nicht in Sicht. Die Krise in Europa könnte die Not in den stark gefährdeten Gebieten wieder verschärfen, so die Befürchtungen der Entwicklungshelfer. 

Immer mehr Milliarden für die Euro-Rettung und weniger Geld für die ärmsten Länder? Laut der Welthungerhilfe hat die Spendenbereitschaft noch nicht gelitten. Das könnte sich aber schnell ändern, ebenso die Hilfen der Geberländer.

Die Euro-Schuldenkrise zieht immer weitere Kreise. Noch ist die Spendenbereitschaft der Deutschen nicht eingebrochen: "Im Moment gibt es noch keine unmittelbaren Auswirkungen. Aber das könnte sich sehr schnell ändern", warnt die Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, am Dienstag in Berlin.

Es bestehe auch die Gefahr, dass weniger Haushaltsmittel für die Entwicklungszusammenarbeit bereitstünden. "Das wäre eine Katastrophe", so Dieckmann. Schon jetzt würden internationale Vorgaben nicht eingehalten. "Wir brauchen eine zuverlässige Finanzierung." Die steigenden Rettungsmilliarden für die Eurozone und Geld für Entwicklungszusammenarbeit sollten aber nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Dieckmann warnte zugleich vor nachlassender Unterstützung der afrikanischen Sahel-Zone. "Es gibt keinen Grund zur Entwarnung." Acht Millionen Menschen in der Region seien aufgrund von Trockenheit, Ernteausfällen, hohen Nahrungsmittelpreisen sowie der angespannten Sicherheitslage weiter auf Nothilfe angewiesen.

Die Dürre und Hungerkrise am Horn von Afrika hatte im vergangenen Jahr nach Angaben der Welthungerhilfe in Deutschland zu einer enormen Hilfsbereitschaft geführt. Allein für Ostafrika seien der Organisation 17 Millionen Euro anvertraut worden. Insgesamt sei im vergangenen Jahr mit 48,2 Millionen Euro das drittbeste Spendenergebnis in der 50-jährigen Geschichte der privaten Hilfsorganisation erzielt worden.

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