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08.07.2012 - Neue Einkommensgrenze für Minijobs
08. July 2012 - Rainer Vogt

"Ein arbeitsmarktpolitischer Irrweg"

Die Bundesregierung plant für 2013 die Einkommensgrenze für Minijobs von 400 auf 450 Euro monatlich anzuheben. Rund 7,4 Millionen Menschen - davon knapp 4,65 Millionen Frauen - haben in Deutschland eine Stelle auf 400-Euro-Basis. "Minijobs sind besonders für Frauen eine Sackgasse", kritisiert SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles die Folgen des arbeitsmarktpolitischen Instruments "Mini- und Midijobs".

Zur Ankündigung der Unions-Fraktion, die Minijobs auf den Prüfstand stellen zu wollen, erklärt Andrea Nahles:

Die Unionsfraktion ist offensichtlich in Turbulenzen. Man kann nicht Minijobs attraktiver machen und gleichzeitig auf den Prüfstand stellen.Es ist falsch, die Geringfügigkeitsgrenze zu erhöhen. Denn Minijobs führen kaum in reguläre Beschäftigung und sind besonders für Frauen meist eine Sackgasse des Niedriglohns ohne Aufstiegsmöglichkeit. Zudem werden reguläre Jobs durch Minijobs verdrängt. Das ist auch ein arbeitsmarktpolitischer Irrweg. 

Deswegen sollte die Unionsfraktion auf ihren Arbeitnehmerflügel hören und mit uns gemeinsam nach Lösungen für die Stärkung von Normalarbeitsverhältnissen suchen.

Neue Verdienstgrenzen sollen nach Vorschlag von Union und FDP künftig nicht nur für Minijobs, sondern auch für gering besteuerte Midijobs (400 bis 800 Euro) gelten. Hier werde die Schwelle auf 850 Euro angehoben.

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11. July 2012 • 09:35 Antworten
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Gelöschter Nutzer

Diese Themen und ähnliche wurden/werden regelmäßig in den Medien und hier diskutiert. Finde ich gut und wichtig. Aber, was ist bisher passiert ? Viele Jahre nichts bis zu wenig ! Nur kritisieren, diskutieren, Studien/Prüfstände und das in einer Endlosschleife, so kommt es mir jedenfalls vor, erzeugt in mir einen Verdacht. Will man die beschämenden, skandalösen Zustände überhaupt ernsthaft ändern ? Ich möchte gern das Geschichtsbuch lesen, das in 200 Jahren geschrieben wird ! Dieser Beginn des 21. Jhd. wird negativ beschrieben, da bin ich mir sicher.

10. July 2012 • 16:23 Antworten

detlef.br

Alle Führungsleute der SPD, die sich jetzt immer zu Wort melden, waren doch maßgeblich an diesen von ihnen angeprangerten Mißständen an dessen Einführung beteiligt. Dies ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten.

09. July 2012 • 17:48 Antworten

volkerultes

Jetzt, wo das Kind schon längst im Brunnen liegt, erfolgt erst die berechtigte Kritik von Andrea Nahles. Wo waren die Kritiker in unserer Partei damals, als Clement diese Mini - und Midijobs salonfähig machte, die unzählige von sozialversicherungspflichtigen Teilzeitarbeitsplätze, insbesondere von Frauen gekostet haben, allein durch die Streichung der 15-Wochenstundenbegrenzung? Die Schwarz/Gelben nutzen jetzt diese Steilvorlage zum weiteren Ausbau dieser prekären Arbeitsverhältnisse, die später in Altersarmut enden werden. Die verbale Anprangern daran ist zu wenig von unserer Seite.