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12.07.2012 – Amtsenthebung von Basescu
12. July 2012 - Rainer Vogt

Staatskrise in Bukarest

Der sozialistische rumänische Regierungschef Victor Ponta hat sich auf den Weg nach Brüssel gemacht, um seine umstrittenen Maßnahmen zur Amtsenthebung des bürgerlichen rumänischen Traian Basescu zu verteidigen. Kritik musste Ponta unter anderem auch vom EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) einstecken.

Die links-liberale Regierung Rumäniens hatte vergangene Woche im Parlament ein Amtsenthebungsverfahren gegen den bürgerlichen Präsidenten Traian Basescu durchgesetzt. Auf Kritik im In- und Ausland stößt vor allem, dass Ponta dabei das Verfassungsgericht ausgeschaltet hat.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) kritisiert Ponta deutlich: „Ich habe meine Sorge über die jüngsten Ereignisse nicht verhehlt“, sagte Schulz am Mittwochabend in Brüssel nach einem „sehr offenen“ Gespräch mit dem Sozialisten Ponta. „Wichtige Gesetze sollten nicht durch Notverordnungen, sondern nur durch einen demokratischen Prozess geändert werden.“ Schulz zeigte sich besorgt, „dass die Atmosphäre, die Rumänien umgibt, so ist, dass das Land anders gesehen wird als es gesehen werden sollte“. 

Die EU-Kommission wird prüfen, ob beispielsweise die Rechte des rumänischen Verfassungsgerichts illegal beschnitten und der konservative Präsident Traian Basescu unrechtmäßig des Amtes enthoben wurde. Schulz ist aber überzeugt, dass die Kommission die derzeitige politische Debatte in Rumänien nicht als Verstoß gegen europäische Normen bezeichnen werde. Ponta bekräftigte seine Bereitschaft zu möglichen Korrekturen seines Vorgehens gegen die Opposition.

Rumäniens Regierungschef trifft an diesem Donnerstag den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso, um sein Vorgehen in dem Prozess der Amtsenthebung zu erläutern. Erste „Drohungen“ konservativer Politiker gibt es bereits: Es sei möglich, dass Rumäniens Beitritt zum „grenzfreien“ Schengen-Raum von den EU-Regierungen auf Eis gelegt werde, wenn die Urteile rumänischer Gerichte nicht mehr anerkannt und Sonderkontrollen der Rechtsstaatlichkeit durch die Kommission noch jahrelang fortgesetzt würden, sagte EU-Justizkommissarin Viviane Reding.

Entscheidend für Basescus Absetzung ist eine Volksabstimmung am 29. Juli. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IMAS, die am Sonntag veröffentlicht wurde, würden 64,3 Prozent der Wähler für Basescus Absetzung stimmen. Bis zum Referendum lässt Basescu sein Amt ruhen.

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15. July 2012 • 09:26 Antworten

wa-bu-so

Als die Fidesz des Victor Orbán in Ungarn sich aufmachte, die junge Demokratie wieder einzustampfen, da tönte meine SPD, Angela Merkel solle ihre Parteibrüder aus der Europäischen Volkspartei mal an die Kandarre nehmen. Wo bleiben diese entschiedenen Stellungnahmen jetzt von Sigmar Gabriel? Er müsste sie jetzt genauso lauthals öffentlich gegen sich selbst richten. Er müsste seine, unsere eigenen transsilvanischen Gesinnungsgenossen zur Ordnung rufen. Doch wo bleibt der Ruf? Er bleibt aus. Stattdessen peinliches, betretenes Schweigen angesichts der Allmachtsphantasien und - schlimmer noch - des in Realisierung begriffenen Allmachtsstrebens unserer "Genossen", der mühsam auf sozialdemokratisch getünchten Altkommunisten. Die Martin Schulzes Worte bleiben mit Bedacht im Abstrakten. Allgemeine "Sorge" wird "nicht verhehlt", das klang bei Fidesz in Ungarn und bei FPÖ in Ösi-Land schonmal kraftvoller. Klar, er sprach als EU-Parlamentspräsident und konnte daher nicht die demokratische Hygiene in der SPE besorgen. Das müssten andere. Und vielleicht tun sie es auch, aber bisher erfolgreich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Low profile ist angesagt. Ja nicht öffentlich zugeben, wen man sich da ins SPE-Boot und in den Kahn der Sozialistischen Internationalen geholt hat. Denn Schaden an der und für die Demokratie scheint nur dann beklagenswert, wenn er von anderen verübt wird. Kein Rückgrat nirgends.

14. July 2012 • 11:20 Antworten

lupulsas

Die ganze Wahrheit über die Partei des Plagiators "Dr. jur." Ponta (Partidul Social Democrat) ist noch viel schlimmer: diese Partei hat den ehrbaren Namen der historischen Sozialdemokratische Partei Rumäniens einfach usurpiert. Eigentlich ist sie Nachfolgerin des FSN, hervorgegangen aus der 2. Garde CEAUSESCUs, umgetauft zunächst in PDSR, bevor die PSD (SPD) vereinnahmt wurde. Diese Partei hat sich Rumänien zur Beute gemacht und mit den Mitteln der Marktwirtschaft und dem Wissen und Handeln der Diktatur, aufbauend auf die ehemalige SECURITATE, eine Scheindemokratie für Leichtgläubige und Dumme errichtet. Die Hektik der letzten Woche i.S. staatsstreichähnlicher offener Übernahme der Macht hat einen Grund: nach jahrelanger Verzögerung wurde ihr ehemaliger korrupter Ministerpräsident, Nastase, endlich in Haft genommen und etlichen anderen Mafiosi droht das Gleiche. Die "ehrenwerte Gesellschaft" konnte sich bis unlängst auf einen waschechten General, CATALIN VOICU, verlassen, abgestellt und beauftragt um gegen Geld Regierungs- und Wirtschaftskriminelle aus den Fängen der Justiz zu befreien. Dessen Beziehungen reichten bis zu Richtern des Verfassungsgerichts. Dafür wurde der ehemalige Verfassungsrichter COSTINIU zu 5 Jahren Haft (mit Verschonung) verurteilt, VOICU zu 5 Jahren Haft. Dessen ungeachtet darf VOICU weiter als Parlamentarier agieren und publikums-wirksam mit beiden Händen beim Staatssrteich abstimmen. Verkehrte Welt, mit Sitz und Stimme in der EU.Weiß SCHULZ das?