20.07.2012 - Verbände starten Bundestagspetition
20. July 2012 - Daniel von FrombergMoratorium für Beschneidungen gefordert
Ein Zusammenschluss verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen hat am Freitag eine Bundestagspetition zur zweijährigen Aussetzung von Beschneidungen eingereicht. Die Deutsche Kinderhilfe, der Bund Deutscher Kriminalbeamter der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, MOGIS e.V. (Verband Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs) und zahlreiche Einzelpersonen sehen ihre Petition als Beitrag zur „Versachlichung der Debatte um die Beschneidung“ mit dem Ziel, „die Politik dazu zu bewegen, eine Abwägung der Kindesinteressen überhaupt zuzulassen.“ Konkret wird der Bundestag aufgefordert, „zunächst für zwei Jahre keine gesetzlichen Schritte zur Legitimation der Beschneidung von Jungen in Deutschland zu ergreifen.“
Für die Organisationen ist Beschneidung ein „gravierender und irreparabler Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines Kindes“. Der Bezug auf Jahrtausende alte Traditionen könne deshalb „allein keine Rechtfertigung für den Eingriff in schützenswerte Rechtsgüter sein“. Die Unterzeichner sehen eine Engführung der Diskussion auf religiöse Aspekte und fordern, stärker auch auf die verfassungsrechtliche Dimension einzugehen.