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20.07.2012 - Verbände starten Bundestagspetition
20. July 2012 - Daniel von Fromberg

Moratorium für Beschneidungen gefordert

Ein Zusammenschluss verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen hat am Freitag eine Bundestagspetition zur zweijährigen Aussetzung von Beschneidungen eingereicht. Die Deutsche Kinderhilfe, der Bund Deutscher Kriminalbeamter der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, MOGIS e.V. (Verband Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs) und zahlreiche Einzelpersonen sehen ihre Petition als Beitrag zur „Versachlichung der Debatte um die Beschneidung“ mit dem Ziel, „die Politik dazu zu bewegen, eine Abwägung der Kindesinteressen überhaupt zuzulassen.“ Konkret wird der Bundestag aufgefordert, „zunächst für zwei Jahre keine gesetzlichen Schritte zur Legitimation der Beschneidung von Jungen in Deutschland zu ergreifen.“

Für die Organisationen ist Beschneidung ein „gravierender und irreparabler Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines Kindes“. Der Bezug auf Jahrtausende alte Traditionen könne deshalb „allein keine Rechtfertigung für den Eingriff in schützenswerte Rechtsgüter sein“. Die Unterzeichner sehen eine Engführung der Diskussion auf religiöse Aspekte und fordern, stärker auch auf die verfassungsrechtliche Dimension einzugehen.

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28. July 2012 • 14:43 Antworten

Knud Weiß

Liebe Genossinnen und Genossen, ich bin evangelischer Christ, kann aber nicht nachvollziehen, dass innerhalb der SPD die religiöse Handlung der Beschneidung verfolgt werden soll. Ich vermute hinter dieser Initiative eine antireligiöse Grundhaltung, die fremde und erst recht jüdische und muslimische Elemente allgemein verbieten möchte. Eine solche Handlung lässt sich nicht durch Gesetze abschaffen, sondern höchstens durch Einsichten und Änderungen innerhalb der religiöse Gruppen. Verbote führen nur in die Illegalität und zu tatsächlicher Gefährdung der Kinder. Gespräche und Interesse an Hintergründen können nicht durch gleichmacherische politische Entscheidungen ersetzt werden. Für viele jüdische Familien wäre ein Verbot dieser Handlung nicht nachvollziehbar, auch nicht auf zwei Jahre begrenzt. Wenn die SPD sich für einen solchen Schritt entscheiden würde, kann ich nicht Mitglieder dieser Partei bleiben. Mit rotem Gruß Knud Weiß, Ortsvorsitzender des SPD Bamberg-Mitte

24. July 2012 • 21:30 Antworten

Norbert Kordecki

Zitat: _Konkret wird der Bundestag aufgefordert, „zunächst für zwei Jahre keine gesetzlichen Schritte zur Legitimation der Beschneidung von Jungen in Deutschland zu ergreifen.“_ Heist das "wir sitzen das Problem erst mal aus und sehen dann weiter", ich glaube es fast!