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22.07.2012 - Debatte über SPD-Pläne
22. July 2012 - Jochen Wiemken

Wirtschaftsweiser plädiert für konsequente Bankenregulierung

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger unterstützt die Pläne der SPD, die Auswüchse im Bankwesen zu bekämpfen. Auch er fordert eine "konsequente" Entzerrung des Banksektors. Man müsse die Verflechtungen im Banksektor massiv abzubauen, ansonsten seien Bankenpleiten ohne Marktturbulenzen kaum möglich. Ziel der Bankenregulierung müsse es sein, "dass theoretisch eine Bank wie die Deutsche Bank insolvent werden kann", so Bofinger.

Im Deutschlandfunk sagte das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, man habe "nach wie vor das Problem, dass die Position der Banken sehr stark ist, und diese Stärke der Banken ergibt sich daraus, dass es im Augenblick sehr, sehr schwierig ist, eine Bank in die Insolvenz gehen zu lassen. Und Insolvenz ist ja ein ganz wichtiger Bestandteil der Marktwirtschaft, und wir können das nur erreichen, wenn wir die Verflechtung zwischen den Banken reduzieren."

In dieser Richtung sei bisher "sehr wenig" geschehen bei den ganzen Reformbemühungen. Bofinger: "Und dann kann man auch durchaus sagen, Banken müssen insolvent werden, denn es gehört natürlich zum Wesen der Marktwirtschaft, dass man auch für falsches Handeln haftet durch die Insolvenz."

Wie die SPD verlangt auch der Wirtschaftsexperte eine strengere Bankenregulierung, "die eben dann vorschreibt, dass bestimmte Obergrenzen bestehen für Kredite an andere Banken, für Geschäfte an andere Banken, und im Extremfall oder im Ergebnis muss es dann eben so sein, dass theoretisch eine Bank wie die Deutsche Bank insolvent werden kann, ohne dass das die Stabilität aller anderen Banken gefährdet, und dazu müssen eben wirklich die Verflechtungen ganz massiv abgebaut werden."

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27. July 2012 • 21:44 Antworten

volkswirt

Sehr gut, Herr Bofinger, trotzdem interessiert mich, wieso Sie Eurobonds befürworten - etwa deshalb, weil diese Art der Hilfen sowieso nicht vermeidbar sind - siehe neueste Absichten von Herrn Draghi. mfG