03.08.2012 - Steinmeier zum Organspendeskandal
03. August 2012 - Friederike Bergmann"Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen"
Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier hat sich zum jüngsten Organspendeskandal zu Wort gemeldet. Er zeigte sich am Freitag in Berlin „entsetzt“ darüber, was in den Transplantationszentren von Göttingen und Regensburg passiert sei. Die Verantwortlichen für diesen Skandal müssten „mit aller Härte des Strafrechts zur Rechenschaft gezogen werden.“
Weiterhin ergänzte er: „Ehrgeiz und Gewinnstreben einiger weniger drohen die Arbeit von Ärzten, Pflegefachkräften und Ehrenamtlichen in Verruf zu bringen, die sich dafür engagieren, dass todkranken Patienten mit einer Organspende geholfen werden kann.“ Es müsse geprüft werden, ob man den in illegale Praxen verwickelten Transplantationszentren nicht eventuell sogar die Lizenz entziehen könne. Steinmeier spendete vor zwei Jahren seiner Ehefrau Elke Büdenbender eine Niere.
Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass in den Unikliniken Göttingen und Regensburg ein Oberarzt zwischen 2004 und 2006 mindestens 23 Patientenakten manipuliert haben soll, um möglichen Organempfängern zu einer vorzeitigen Lebertransplantation zu verhelfen.