05.08.2012 - Nach Söders Griechenlandschelte
05. August 2012 - Daniel von Fromberg„Gewissenloser Krawallmacher“
Die Verbalattacke des bayerischen Finanzministers Markus Söder (CSU) gegen Griechenland sorgt bei der SPD für Empörung. Söder hatte gegenüber der „Bild am Sonntag“ erklärt, das von der Schuldenkrise geplagte Land solle „bis Jahresende“ aus der Eurozone ausscheiden. Neue Hilfsmaßnahmen oder eine Lockerung der Auflagen wären „der falsche Weg“, fügte Söder hinzu. An Athen müsse „ein Exempel statuiert werden, dass diese Eurozone auch Zähne zeigen kann“. Sein Fazit: „Irgendwann muss jeder bei Mama ausziehen, und die Griechen sind jetzt so weit.“
Der stellvertretende SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Joachim Poß nannte Söder in einer ersten Reaktion einen „gewissenloser Krawallmacher“. Dessen Forderung nach einem Euro-Austritt Griechenlands ignoriere „die enormen Kosten und Gefahren für die gesamte Eurozone." Denn auch in einem solchen Fall „würden Deutschland und die anderen Partner Hilfen in Millardenhöhe leisten müssen, damit Griechenland nicht in Armut versinkt.“ Die Äußerungen Söders stellten lediglich dessen Ahnungslosigkeit im Bereich der Finanz- und Wirtschaftspolitik unter Beweis. Damit löse er aber „kein einziges Problem“, sondern schade Deutschland „mit seinem Gerede“.
(mit dpa)