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10.09.2012 - Studie zu Studienchancen
10. September 2012 - Friederike Bergmann

Arbeiterkind mit Aufstiegsangst?

Akademikerkinder haben eine sechsmal höhere Chance, zu studieren (Foto: dpa)

Mehr Arbeiterkinder als je zuvor machen heute Abitur. Doch nur die wenigsten davon gehen an die Universität. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag in Düsseldorf vorgestellte Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung im Auftrag der Vodafone Stiftung. Die mangelnde Studienbereitschaft deuten Experten als „Aufstiegsangst“.

Soziale Ungleichheit scheint beim Studienzugang, trotz Bildungsexpansion und Maßnahmen zur Öffnung der Hochschulbildung, nach wie vor eine große Rolle zu spielen.  Zu diesem Ergebnis kommt die am Montag vorgestellte Studie „Aufstiegsangst? Eine Studie zur sozialen Ungleichheit beim Hochschulzugang im historischen Zeitverlauf“. Akademikerkinder verfügen heute demnach über eine siebenmal höhere Chance die allgemeine Hochschulreife (Abitur) zu erlangen und über eine sechsmal höhere, zu studieren. 

Wenn Kinder aus bildungsfernen Familien eine Hochschulreife erwerben, dann meist nur die Fachhochschulreife und auch diese oft erst über den zweiten Bildungsweg. Die Möglichkeit zu studieren, wird jedoch selten wahrgenommen. Das liegt unter anderem daran, dass das Abitur auch bei vielen Ausbildungsberufen zur Standardvoraussetzung geworden ist.

Seit den 1960er Jahren wurden zahlreiche Reformen für eine Öffnung des Bildungs- und Hochschulsystems eingeführt, mit dem Ziel die soziale Ungleichheit beim Zugang zur Hochschulreife abzubauen. Die Studie hat die Daten über die Jahre ausgewertet und zeigt: Der Erfolg ist bis heute gering geblieben. Schüler aus bildungsfernen Familien unternehmen immer seltener den Versuch, mit dem Erwerb des Abiturs die erste Hürde auf dem Weg zur Hochschulbildung zu nehmen. Die Bildungsforschung hat gezeigt, dass Menschen aus bildungsfernen Milieus eher zu konservativen Bildungsentscheidungen neigen und aus ihrer Sicht riskantere Bildungsinvestitionen scheuen. 

Dr. Mark Speich, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland sagte dazu: „Wir brauchen Initiativen, die sozial benachteiligten Jugendlichen die Aufstiegsangst nehmen.“ Ermutigende Beratung und Informationsvermittlung zur Studienplanung und -finanzierung, die sich an bildungsferne Schulabgänger richte, könne der sinkenden Studierquote entgegen wirken, so Speich.

(mit dpa)

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21. September 2012 • 12:33 Antworten

echterfuffziger

Friseure und Dachdecker sind auf jeden Fall ehrenwehrte Berufe. Wer aber solch einenBeruf erwählt, und sei es auch nur aus Mangel anderer Möglichkeiten, sollte sich 3mal überlegen was er tut. Und zwar schon in der Schulzeit. Für solche Berufe benötigt man kein Studium, aber etwas mehr als die 9-jährige Volksschule und das womöglich auch nocht mit Ach und Krach, sollte es schon sein. Ein Teil des Problems ist sicher die Geringachtung manueller Tätigkeiten, und die teilweise Überheblichkeit der sogenannten Akademischen Eliten. Lebenslanges Lernen muß in der Schule gelerht werden. Arbeitgeber sollten auch erkennen das qualifiziertes Personal der tatsächliche Unternehmenswert ist und nicht Gebäude und Betriebsmittel. Die Bevölkerungsentwicklung wird nur zum Teil dafür sorgen das ein Umdenken stattfindet. Hier ist wirklich mal Eigeninitiative gefragt.

14. September 2012 • 18:27 Antworten

manuela die

wenn jetzt jemand friseur oder dachdecker werden will, soll er oder sie deshalb studieren oder die hochschule besuchen? ist doch unsinnig

12. September 2012 • 10:54 Antworten

echterfuffziger

Ich habe zum Glück Zeiten "genossen", in denen es möglich war mit Grundschule und gewerblicher Lehre eine Karriere machen zu können, zu der man heute ohne Abi und Hochschulstudium keine Chance mehr hat. Diese "kopflastigkeit" unserer Gesellschaft führt m.E. nur in die Irre. Einzele Parameter werden auf Teufel komm raus Optimiert und die Funktion des Gesamtsystems bleibt auf der Strecke!

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"....die Funktion des Gesamtsystems bleibt auf der Strecke! " Es ist eine tickende Zeitbombe, auch für unsere Demokratie ! Ich wundere mich überhaupt, wie scheinbar stillschweigend in unserem Land (noch) einige Miststände hingenommen werden ! Schlimmer noch, die Politik schaut zu !

echterfuffziger

Hallo Dino, das haben Sie klar erkannt und benannt! Bomben liegen nicht nur als Erblast des letzten Krieges im Untergrund, sondern auch im offenen Gelände! Man könntes es auch sarkastisch ausdrücken: Ein großer Moment trifft auf ein kleines Geschlecht!