Startseite > News > Sofortprogramm für eine Energiewende

Hauptinhalt

News

Übersicht

Icon   Ende des Atomzeitalters

Sofortprogramm für eine Energiewende

Rainer Vogt • 16. March 2011

Atom-Zeichen neben einem Windkraft und Fotvoltaikpark als Symbol für das Thema Energiewende
(Bild: Pixelio)

Die SPD präsentierte am Mittwoch ein Sofortprogramm für eine Energiewende. Damit werde „der Ausstieg aus der Atomkraft beschleunigt und zugleich die Energieversorgung sicher gestellt“, so SPD-Chef Sigmar Gabriel. Für Netzausbau, erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung soll die Bundesregierung 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bereit stellen.

Die Atom-Tragödie in Japan hat zu massiver Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung geführt. Trotz erster angekündigter Maßnahmen im Zuge des verkündeten Moratoriums handelt Schwarz-Gelb aus Sicht der Atomkraftgegner inkonsequent, halbherzig und unglaubwürdig. Die SPD will einen schnellen, unumkehrbaren Ausstieg aus der Atomenergie und hat dafür konkrete Schritte in einem „Sofortprogramm für eine Energiewende“ [PDF, 117 KB] erarbeitet.

Gesellschaftlicher Konsens

Union und Liberale hatten mit ihrer Entscheidung für eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke vor einem halben Jahr einen bereits existierenden gesellschaftlichen Konsens in der Atomfrage ausgehebelt. Dahin will die SPD wieder zurück, um zugleich in noch größeren Schritten die Atomenergie hinter sich zu lassen.

Der Weg zu einer atomfreien Energieversorgung kostet Geld. Die SPD fordert von der Bundesregierung dafür 1,5 Milliarden Euro jährlich zur Verfügung zu stellen. Eine mögliche Gegenfinanzierung sehen die Sozialdemokraten unter anderem in einer Brennstoffsteuer, die von den Betreibern der Atomkraftwerke – auch unabhängig von der Laufzeitverlängerung – erhoben werden sollte.

Energieeffizienz drosselt Stromverbrauch um zehn Prozent

Um die gefährlichsten acht Atomkraftwerke (AKW) dauerhaft vom Netz nehmen zu können, will die SPD ein Abschaltgesetz im Bundestag verabschieden. Alle anderen Atommeiler müssten einer Überprüfung unterzogen werden, die den modernsten Sicherheitskriterien entspricht. Deshalb fordert die SPD von der Regierung, das kerntechnische Regelwerk aus dem Jahr 2009 wieder in Kraft zu setzen, um Überprüfungen nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik vornehmen zu können. Die Atomlobby hatte sich gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) dafür stark gemacht, das Regelwerk nicht länger als Vorgabe heranzuziehen.

Bis 2020 lässt sich nach Expertenmeinung über Energieeffizienz bis zu zehn Prozent des Stromverbrauchs reduzieren. Für die SPD ein wichtiges Ziel, das mit Förderprogrammen für kleine und mittlere Betriebe sowie für einkommensschwache Haushalte unterstützt werden sollte.

Offshore-Windparks mit 14.000 Megawatt

Um eine Stromversorgung aus regenerativen Anlagen bis 2020 auf 40 Prozent steigern zu können, müssen in den kommenden Jahren rund 14.000-Megawatt-Offshore-Windparks gebaut werden. Zudem heißt es in dem Sofortprogramm [PDF, 117 KB]: „Wir sollten den Einsatz von Biomasse im Energiekonzept stärken, da Biomasse eine verlässliche und bedarfsgerechte Stromerzeugung ermöglicht.“ Ohne einen Ausbau der Stromnetze ist die errechnete Steigerung des Anteil regenerativ gewonnener Energie nicht zu erreichen.

„Deutschland braucht einen Innovationsfonds für den Netzausbau und die Entwicklung von Speicherkapazitäten“, empfiehlt die SPD und rechnet einen finanziellen Bedarf von einer Milliarde Euro pro Jahr vor. Um nicht an Netzproblemen zu scheitern, müsse die Entwicklung intelligenter Steuerungssysteme, so genannter smart Grids, höchste Priorität haben.

Versorgungssicherheit und Strompreiskontrolle

Es wird nach Ansicht der Sozialdemokraten auf dem Weg zur atomfreien Energiegewinnung einen zusätzlichen Bedarf an Pumpspeicherkraftwerken und an Anlagen für Kraft-Wärme-Kopplung sowie Blockheizkraft geben. „Wir haben eine Größenordnung von 10.000 bis 12.000 Megawatt an Gas- und Kohlekraftwerken berechnet“, heißt es in dem Sofortprogramm. Damit soll Versorgungssicherheit und Strompreiskontrolle gewährleistet werden. Doch auch für den Betrieb solcher Anlagen gibt es einen „Ausstiegsplan“: „Diese Kraftwerke werden wir bis 2050 benötigen.“

Inhalt rechte Spalte

 

Hauptinhalt 2

Ausgewählt

Erhard Eppler

Icon „Vaterlandsverrat“ - Wirbel um “Welt“-Kommentar

„Zornausbruch einer Marktradikalen“

Icon Die Union macht einen Vorschlag, den sie hoffentlich nicht ernst meint

Mindestlohn per Tombola

Icon Betreuungsgeld oder Kita-Ausbau

Die Fakten

Icon D64 veröffentlicht Charta zur digitalen Gesellschaft

Netzpolitik muss moderne Gesellschaftspolitik sein!

Beliebt

Frank-Walter Steinmeier, Sigmar Gabriel und Peer Steinbrück

Icon SPD-Positionspapier für Wachstum und Beschäftigung in Europa

Wer sparen will, braucht Wachstum!

Icon Sigmar Gabriel zum Wahlausgang

Politik für die Menschen

Icon NRW-Wahl

Triumph für Rot-Grün!

Icon Kurswechsel der Kanzlerin steht bevor

Merkels Europapolitik ist gescheitert

Interviews

Eltern mit Babyschale

Icon Betreuungsgeld aus arbeitsmarktpolitischer Sicht

"Eltern wollen früher wieder einsteigen"

Icon Frühkindliche Erziehung - Interview mit Katia Saalfrank

"Kinder brauchen sichere, stabile Beziehungen"

Icon Schwesig im Interview zum SPD-Kampagnenstart:

"Für Kitas statt Betreuungsgeld"

Icon Interview mit Aydan Özoguz

„Eine einladende Integrationspolitik ist der richtige Weg“

Reportagen

Kampagne von Francois Hollande

Icon In der Kampagnenzentrale von François Hollande

L'esprit de changement

Icon Drei Köpfe – eine Geschichte

Gerechte Bildung heißt für mich ...

Icon Reportage: Jugend & Politik

Politik ist ja gar nicht so uncool!

Icon Besuch in der "Sozialen Stadt"

Vom Problemkiez zum Wohnzimmer

Eurokrise

Frank-Walter Steinmeier, Sigmar Gabriel und Peer Steinbrück

Icon SPD-Positionspapier für Wachstum und Beschäftigung in Europa

Wer sparen will, braucht Wachstum!

Icon Kurswechsel der Kanzlerin steht bevor

Merkels Europapolitik ist gescheitert

Icon Europapolitik

„Frau Merkel wird sich bewegen müssen“

Icon 1.Mai-Kundgebungen

Hunderttausende fordern Kurswechsel in Europa

Energiewende

Umweltminister Norbert Röttgen und Wirtschaftsminister Philipp Rösler

Icon SPD sieht Industriestandort bedroht

Regierung treibt Solarindustrie in den Kollaps

Icon Ziele der NRWSPD

Dafür steht Hannelore Kraft

Icon NRW

Volle Kraft für NRW

Icon „Denkwerk Demokratie“ veröffentlicht Auftakterklärung

Neues Denken für Politik und Wirtschaft

Gesundheitspolitik

Krankenhauspersonal im OP-Saal

Icon Gesundheitsminister will sparen – vor allem bei den Älteren

Operation Hüfte

Icon Geheimabsprachen bei Medikamentenhandel

Union mauschelt mit Pharma-Lobby

Icon Schwere Vorwürfe der Verbraucherzentralen

Notfallpatient PKV

Icon Nach der Debatte im Bundestag

SPD-Führung zeigt ihre Organspende-Ausweise

Neuer Fortschritt

Arbeiter bauen ein Grüst auf.

Icon OECD-Studie

Wachstum braucht soziale Gerechtigkeit

Icon Neuer Fortschritt

Freiräume in der Rushhour des Lebens

Icon berlin buch battle des vorwärts-Verlags

Den Fortschritt gestalten – aber wie?

Icon Drei Köpfe – eine Geschichte

Energiewende heißt für mich...

Integration und Zuwanderung

Aydan Özoguz

Icon Interview mit Aydan Özoguz

„Eine einladende Integrationspolitik ist der richtige Weg“

Icon Mehr Investitionen: Beschluss zu Bildung und Integration

„Mut und Entschlossenheit“ für Zukunftschancen

Icon 12.01.2012 – Integrationsbericht der Bundesregierung

Integration kommt nur langsam voran

Icon Drei Köpfe – eine Geschichte

Eine vielfältigere SPD heißt für mich ...

Parteireform

Zahlreiche Menschen gehen am 20.12.2008 in Freiburg durch eine Fußgängerzone.

Icon SPD-Regierungsprogramm

Mehr Volksbeteiligung leben

Icon Organisationspolitisches Grundsatzprogramm

Die modernste Partei Europas werden

Icon SPD beschließt Parteireform

„Es ist wieder Zeit für eine Veränderung“

Icon Roter Frauensalon

"Frauen interessieren sich für Politik mehr denn je"