Der Equal Pay Day wird jedes Jahr am 25. März begangen. In ganz Deutschland finden Aktionen statt, um auf die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu machen. Frank-Walter Steinmeier war am Brandenburger Tor in Berlin bei der Veranstaltung des Deutschen Frauenrates. Er forderte ein Entgeltgleichheitsgesetz – gleicher Lohn für gleiche Arbeit.
Am Freitag versammelten sich auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor rund 200 Menschen mit Fahnen und Bannern. Sie demonstrierten für die gleiche Entlohnung von Frauen und Männern. Es war viel Rot und Grün zu sehen. Ganz am Ende der Menge stand vereinsamt ein lila Sonnenschirm. Er gehörte der Frauen-Union der CDU/CSU.
Auch unter den Rednern wirkte die Vertreterin der CDU/CSU auf verlorenem Posten. Ingrid Fischbach, stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, sprach die Ungerechtigkeit des Lohnunterschiedes zwar an. Als sie von Frank-Walter Steinmeier und Renate Künast spontan eingeladen wurde, einen gemeinsamen Gesetzesentwurf für Entgeltgleichheit in den Deutschen Bundestag einzubringen, kam sie aber ins Stottern. Kein Wunder – sind es doch die Bundeskanzlerin Merkel und Familienministerin Schröder, die auf die Freiwilligkeit der Unternehmen und Aufsichtsräte setzen, wenn es um die Gleichberechtigung von Frauen geht.
Frank-Walter Steinmeier betonte in seiner Rede, dass es nicht Aufgabe der Frauen allein ist, ihre Rechte durchzusetzen. Die SPD fordere daher ein Entgeltgleichheitsgesetz, nach dem Arbeitgeber verpflichtet werden, gleichen Lohn bei gleicher Arbeit zu bezahlen. Er nahm das Motto des Equal Pay Day auf, um auf die Ursachen des gravierenden durchschnittlichen Lohnunterschiedes zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen. Es existierten noch immer Rollenbilder, aus denen Frauen nur schwer ausbrechen könnten. Oft bleiben sie entweder in der Teilzeitfalle nach der Elternzeit stecken oder arbeiten in Jobs, die unterbezahlt sind. Die gesetzlichen Maßnahmen sollen auch dem entgegenwirken, so Steinmeier.
Am Rande der Veranstaltung tauchten irgendwann auch die Bundeskanzlerin und Familienministerin auf – auch wenn es nur Demonstranten mit Masken waren. Mit ihrem Auftritt machten sie deutlich, warum die CDU und CSU noch immer glauben, dass freiwillige Vereinbarungen helfen. Sie stecken selbst in alten Rollenbildern fest - oh Mann.











